Top 5 of the year - 2010

31 Dezember 2010

Und schon ist wieder ein Lesejahr um und es gab wieder einige tolle Bücher, die mir ausserordentlich gut gefallen haben. Dieses mal waren es 20 Bücher die ich mit 5 Herzen bedacht habe. Und aus diesen habe ich nach langem hin und her nun 5 für euch ausgelesen.

Die Besten 5 der besten 20 dieses Jahr!! 

Vielleicht kennt der ein oder andere von euch ja eins der Bücher und fand es auch so toll wie ich, würde mich freuen wenn ihr eure Meinung dazu schreiben würdet, auf welchen Platz haben diese Bücher bei euch geschafft? 

So, nun will ich euch aber nicht mehr länger auf die Folter spannen und verrate meine Highlights :D Auch deses Jahr wieder einfach auf die Covers klicken, und schon seid ihr bei der dazu gehörenden Rezi von mir ;)

Liebe Grüsse und auf ein weiteres, grandioses Lesejahr für uns alle! 

 

Alexandra




http://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2010/01/diagnose-aids.html

http://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2010/03/ich-bin-meridian-ich-bin-was-besonderes.htmlhttp://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2010/01/diagnose-aids.htmlhttp://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2010/01/siddhartas-leben.htmlhttp://derbuecherwahnsinn.blogspot.ch/2010/11/wen-der-krebs-das-ruder-ubernimmt.html




Ash
Neue Version des Aschenputtels

30 Dezember 2010

Geschichte

Aislings Mutter verstarb plötzlich. Und nicht nur für sie war es ein Schock, auch der Vater litt sehr darunter. Doch er musste auf Geschäftsreise gehen, denn Geld zum Essen brauchten sie ja dennoch und so blieb Aisling, genannt Ash, zu Hause mit der Haushältern. Obwohl sie all die Märchen um Feen und deren Magie kannte, machte sie sich fast jede Nacht auf, um am Grab ihrer Mutter Wache zu halten. Und eines Nachts bemerkte sie einen Mann, einen wunderschönen Mann der sie beobachtete... Es war ein Feenmann.

Als Ihr Vater dann mit einer neuen Frau und deren beiden Töchtern ankam, veränderte sich alles für Ash, dachte sie, aber es kommt noch viel schlimmer. Denn kurz darauf wird auch Ashs Vater krank, und die neue Frau bstimmt das sie alle zusammen ihn ihre Villa ziehen werden um die medizinische Versorgung zu gewährleisten, denn sie hat kein Vertrauen in die Kunst der Kräuterhexe. Aber auch die Ärzte konnten nichts für ihren Vater tun und so verstarb auch er innert kurzer Zeit. Nun ist Ash alleine, mit Menschen die sie nicht mögen, die sie gar verachten und nur noch benutzen. Und so beginnt ein neuer Abschnitt für Ash, ab sofort ist sie die Bedienstete des Hauses und darf die drei verwöhnten Damen bedienen.

Als Ash denkt ihr Leben sei vorbei und nur noch von Schikane, Beleidigungen und Befehlen ausgefüllt, tritt ein geheimnisvoller Mann in ihr Leben. Ein Feenmann... Der Feenmann. Als ihr die alten Märchen in den Sinn kommen, schlägt sie alle Warnungen in den Wind und schleicht sich ab und an Nachts in den Wald um diesen zu Treffen und hofft immer wieder aufs Neue das er ihr einen Wunsch erfüllt. Sie weiss, so oder so, bedeutet das den Tod, sobald man sich mit Feen einlässt. Doch ist dies immer noch besser als das Leben das sie Tag für Tag vor sich hat. Und so freundet sie sich mit dem faszinierenden Feenenmann an, mehr sogar!

Noch viel komplizierter wird es, als die königliche Jägerin auftaucht. Ash ist von ihr völlig fasziniert, so eine freie Frau würde sie auch gerne sein. Ihr Leben besteht darin zu reiten, in der Natur zu sein, im Wald umher zu streifen.... Frei zu sein. Alles das was sie selbst wohl nie können wird. Und so bahnt sich auch zwischen den beiden jungen Frauen eine Freundschaft an, den für Ash bedeutet das etwas Abenteuer und Freiheit, auch wenn es nur ein kleines Stück davon ist. 

Dann kommt der Tag, der Tag an dem sie ihre Schuld einlösen muss, der Tag der Entscheidung... 

Erster Satz:

Aislings Mutter starb mitten im Sommer.

Meine Meinung

Wie schon an einigen Orten zu lesen ist, ist es eine neue Version des Aschanputtels. Hier geht es um Feen, alte Überlieferungen, Magie aber natürlich in erster Linie auch um Liebe. Auch wenn alle Elemente des klassischen Aschenputtels vorhanden sind, wie die Stiefmutter, die beiden Töchter, der Königssohn der eine Braut sucht... ist es doch eine andere Geschichte, auch wenn die Botschaft die selbe bleibt, nämlich; Das die Liebe alles überwinden und verändern kann!

Malinda Lo hat ein leicht zu lesendes und kurzweiliges Buch geschaffen, leider für mich etwas oberflächlich, es hätte doch mehr in die Tiefe gehen können. Sowohl was die Geschichte wie auch die Charakteren angeht. Doch man muss sich, oder ich zu mindest, vor Augen halten das dieses Buch eigentlich für Jugendliche geschrieben ist, also Kiddis ab 12 Jahren. Und da passt das dann schon, find ich. 

Ash, die Protagonistin ist mir gleich sympathisch, man fühlt mit ihr und hofft die ganze Zeit das es einfach ein gutes Ende nimmt, auch wenn man ja davon ausgeht das es für sie ein gutes Ende nehmen wird. Schliesslich endet es für Aschenputtel ja immer gut!! Nur fragt man sich, was ist gut in den Fall? Auf alle Fälle ist der Ausgang der Geschichte eine völlig andere als das man sich das vorstellt, man bekommt vielleicht eine Ahnung mit der Zeit, also wo die Geschichte hin führt aber es ist ein schöner Ausgang, find ich!

Das Cover passt auch zur Geschichte, trist, traurig, doch ein leises Lächeln im Gesicht von Ash lässt auf ein gutes Ende hoffen.


Fazit

Für Mädchen sicher ein wundervolles Buch! Für Erwachsene ist es mal was nettes zwischendurch.

Auf diesem Weg möchte ich mich auch noch mal beim Pan-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezi-Buches bedanken! Auch dieses Buch wird neu über den Knaur Verlag verlegt.



Die verborgene Kammer
Ein Familiengeheimnis das über lange Zeit verborgen blieb

21 Dezember 2010



Geschichte 

Viktoria ist eine junge, erfolgreiche Autorin und ist grade auf ihrer Lesereise um ihr neues Buch vorzustellen. Eigentlich sollte man meinen das dies nichts neues, noch aufregendes sei, doch etwas ist anders. Ein alter Mann verfolgt sie. Taucht immer wieder auf und scheint sie förmlich zu studieren, was sie natürlich beunruhigt und da stand er dann plötzlich vor ihr und will das sie ihm das Buch signiert, mit dem sie grade unterwegs ist. Als der Mann dann verschwindet versucht sie ihm noch hinter her zu laufen, sie will fragen was er von ihr wolle, doch sie erreicht ihn nicht mehr und muss wohl ohne eine Antwort leben. Aber das eigenartige Gefühl, dass sie nicht einordnen kann bleibt. Doch am nächsten Tag verändert sich alles, nichts ist mehr so wie es war und soll auch nie mehr so sein...

Völlig überraschend erbt sie eine Hälfte der Villa, vor der sie schon mal stand und sich geträumt hat, diese zu kaufen. Was soll denn das bitte für ein Zufall sein?!? 1000de von Fragen gehen ihr durch den Kopf und erst recht als sie die Auflagen vom Testamentvollstrecker hört die damit verbunden sind. Sollten diese nicht erfüllt werden, bekommt sie nichts. Sie konnte sich nicht vorstellen warum gerade sie die eine Erbin sein sollte, denn sie kennt den Mann, der garde verstorben ist nicht mal, na ja, sie kennt ihn schon aber eben nicht persönlich, er ist der Arbeitgeber ihrer Bestenfreundin und ihres Ex. Also was soll das Ganze... doch neugierig wie ihr Schriftstellerherz nun mal ist, geht sie auf die Forderungen ein und bezieht für einen Zeitraum von 2 Monaten die Ville mit dem Miterben. Und es dauert nicht lange bis beide in den Sog der Vergangenheit gezogen werden. Eine Vergangenheit, die gezeichnet ist von gesellschaftlichen Zwängen, verbotener Liebe, Intrigen und einem düsteren Familiengeheimnis.

Erst nach und nach erschliesst sich ihnen ein vollständiges Bild einer Familie und deren ganzen Tragödie.

Erster Satz: 

Über die Staffelei hinweg schweift mein Blick zum offenen Fenster.



Meine Meinung

WoW... Dass war wieder mal ein Buch so richtig nach meinem Geschmack. Da hat alles gestimmt, über das Cover, dass wirklich sehr schön ist, auch wenn mich die Regalwand mit den Ordner stört, keine Ahnung warum man die da mit eingebaut hat...aber egal, die Stimmung und die Farben... einfach genial. Der Titel passt auch hervorragend, nur, ich frag mich was sich der Verlag gedacht hat bei der Genre Zuteilung, also Romantic Thrill ist das gar nicht, es hat zwar Romantik und Liebe drin und das nicht zu wenig aber Thriller? Ne es ist eindeutig ein Drama, Familiendrama.

Das Buch stand bei mir jetzt etwa ein Jahr rum und ich freu mich das ich es noch dieses Jahr gelesen habe, denn ich hab mich schon so drauf gefreut und es hat mich nicht enttäuscht. Die Autorin hat es geschafft eine sehr verstrickte Geschichte zu schreiben die von Anfang bis Ende den Spannungsbogen nicht verloren hat. Manchmal dachte ich, auweia, wenn die sich nur nicht verstrickt aber ne, alles geht am Schluss hervorragend auf, auch wenn man vielleicht schon früh ne Ahnung hat was da los ist, ist es immer noch nicht die ganze Wahrheit und es gibt dennoch noch viele Überraschungen, und das bis zum Schluss! 

Corinna Kastner schreibt einfach fantastisch. Ich liebe es ja wenn Autoren ein Sinn für Details haben, solange es nicht zu viele sind und wichtig für die Geschichte. Da ich ein sehr visueller Mensch bin, seh ich dann alles noch viel detaillierter als das mein inneres Auge eh schon alles sieht. Das lesen macht Spass, den die Sprache ist flüssig und die Personen sehr gut beschrieben. Ihre Charakter wurden sehr fein herausgearbeitet und man kann sich schnell mit ihnen identifizieren und sich in die verschiedenen Zeitabschnitte fallen lassen.

Auch hat sie das Leben im Ausgang des 19. Jahrhunderts genau so gut dargestellt wie das Leben am Anfang des 20. Jahrhundert. Mit all den gesellschaftlichen Zwängen. Für wen schickt es sich wen zu lieben, welche Schicht mit welcher verkehrt und was passiert wenn das eben dann nicht so verlaufen ist wie der Patriarch der Familie es sich vorstellt. Es ist eine Geschichte die zwar an einem sehr idyllischen Ort spielt aber das Leben der Familie ist leider alles andere als dass! Familiengeheimnisse gab es wohl zu dieser Zeit ganz besonders viele und aus dieser Tatsache heraus lässt es viel Raum um spannende Geschichten zu schreiben. Der Autorin ist es auf alle Fälle hervorragend gelungen.

Dies war mein erstes Buch der Autorin, aber es ist nicht ihr erstes, es ist ihr 4. Ihr Debütroman (2005) steht bei mir schon länger im SuB und ich glaube, den werd ich bald auch noch lesen, denn wenn der nur annähernd so gut ist wie der hier, dann freu ich mich jetzt schon wahnsinnig drauf.


Fazit

Ein sehr einfühlsamer Roman über eine Familie voller dunkler Geheimnisse.


Interview mit Judith End

17 Dezember 2010

© FinePic Münche
Ende November habe ich Judith End's Buch, Sterben kommt nicht in frage, Mama! fertig gelesen.
Das Buch, nein, Judith End hat mich sehr berührt, ihre Geschichte, wie sie damit umgegangen ist. Sie war sehr offen und hat einfach nichts schön geredet, sie hat tiefe Einblick in ihre Gedankenwelt sowie ihre Emotionen zugelassen, was ich sehr mutig finde. Denn egal wie fies sie zum teil waren, wie mutlos oder wüten, es gehört eben genau so dazu wie die Freude, der Mut und die Hoffnung. Aber wer Krank ist, ist nicht immer nobel. 

Nun sind 4 Jahre vergangen seit sie die Diagnose bekommen hat, zur Zeit ist alles gut und doch machte ich mir ein paar Gedanken über das Gelesene, sie als Person und wie es ihr im Moment wohl geht und in wie weit sie das alles beeinflusst hat und so bin ich an Frau End heran getreten und habe mit ihr ein Interview durchführen dürfen welches ich euch gerne vorlegen möchte


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ICH:
Frau End, wie geht es ihnen, Heute?

FRAU END:
Heute geht es mir gut. Dafür, dass ich damals nicht einmal sicher wusste, ob ich das Jahr überleben werde, sogar sehr gut. Trotzdem fordert mich die Krankheit mit all ihren Folgen auch heute noch fast jeden Tag heraus, sei es körperlich oder seelisch. Ich nehme noch einige Medikamente und manchmal schleicht sich auch die Angst vor einem Rückfall wieder ein. Aber eine Garantie auf morgen hat niemand und ich versuche das Beste aus dem Hier und Jetzt zu machen und bin froh über all die schönen Dinge in meinem Leben.


ICH:
Sie haben sich damals gefragt, ob es überhaupt jemand interessiert was in einer Krebskranken Frau vor sich geht, als sie angefragt wurden einen Artikel für eine Zeitschrift zu schreiben. Sind sie überrascht wie viele sich das Buch kaufen und lesen?

FRAU END:
Eigentlich nicht. Jeder 3. Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs, jede 8. Frau wird irgendwann mit der Diagnose Brustkrebs zu tun haben, der Krankheit, die die häufigste Todesursache bei jungen Frauen darstellt. Und nicht nur diejenigen sind betroffen, die selbst erkranken. Alle Angehörigen und Freunde zählen ebenfalls zum Kreise derer, die sich unweigerlich damit auseinandersetzen müssen, was diese oder eine andere Krankheit mit uns macht, wie sie das Leben verändert und eben nicht nur das der Kranken. Ich habe mich zwar tatsächlich gefragt, ob es jetzt genau meine Erfahrungen sein müssen, die veröffentlicht werden sollten, aber dann habe ich schnell gelernt, dass es die Erfahrungen vieler erkrankter Menschen sind. Im Kern sind es die gleichen Ängste, die gleichen Herausforderungen und der gleiche Kampf, den es zu bestehen gilt. Und es ist nicht nur ein Buch über eine Krankheit, es ist auch ein Buch über Beziehungen, Liebe, Alltagsbewältigung, Eitelkeit, das Sterben: ein Buch über das Leben eben.


ICH:
Haben sie es bereut so offen und ehrlich gewesen zu sein, uns allen so viel Einblick in ihre Emotionen und Gedankenwelt gewährt zu haben?

FRAU END:
Nein, überhaupt nicht. Wenn ich angefangen hätte, meine Gefühle und Erlebnisse zu zensieren und nur das aufzuschreiben, was mich in einem guten Licht darstehen lässt und niemanden Anstoß nehmen lässt, dann hätte ich es gleich bleiben lassen können. Ein solches Buch hilft niemandem. Den Lesern nicht und dem Autor auch nicht. Nur so ist es ein authentischer Bericht und das war mir sehr wichtig. Ich schäme mich für nichts und wusste spätestens, als sich die erste Leserin dafür bedankt hat, dass endlich mal jemand zugibt, dass man auch Neid und Wut und Selbstvorwürfe und Ärger spüren darf, dass manches einfach peinlich oder würdelos ist und dass es genauso die ganz feinen und leisen Momente gibt, die wunderschön sein können und von ganz großer Wichtigkeit, dass das der richtige Weg war, meine Geschichte zu erzählen. Und wenn nicht für jeden der richtige, dann zumindest mein Weg, und daher für mich der einzig richtige.


ICH:
In ihrem Buch kommt oft rüber das sie bedenken haben ihrer kleinen Tochter (damals 4) zu viel zugemutet zu haben. Sind sie noch immer der Meinung das es falsch war sie mit ein zu beziehen?

FRAU END:
Nein, überhaupt nicht. Und der Meinung war ich auch nie. Dass ich ihr so viel zumute, bezog sich einfach auf die Tatsache, dass sie nicht wie andere Kinder in einer stabilen Familie mit Mutter und Vater aufwachsen kann und dass das einzige Elternteil dann auch noch vom Tode bedroht ist. Für ein 4-jähriges Kind ein schweres Päckchen zu tragen, das ihr niemand abnehmen kann, weil es einfach ihre Geschichte ist. Dafür habe ich mir manchmal Vorwürfe gemacht, heute weiß ich, dass meine Aufgabe als Mutter nicht darin besteht, mein Kind in eine perfekte Welt zu setzen, das liegt gar nicht in meinem Einflussbereich. Meine Aufgabe ist vielmehr, mein Kind innerlich bestmöglichst auszustatten, damit sie lernt mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen.
Und dazu gehört es meiner Meinung nach auch, dem Kind die Möglichkeit zu geben, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen. Ich habe ihr immer die Wahrheit über meinen Zustand gesagt und wir haben viel darüber gesprochen. So durfte auch sie ihre Wut und Angst ausleben und mir jede Frage stellen, die sie belastete. Gefühle sollten nicht im Schweigen ersticken und Kinder merken so oder so was los ist. Man sollte sie damit nicht alleine lassen und in Kontakt bleiben. Das ist glaube ich das wichtigste.


ICH:
Ich, als ein Kind einer Krebskranken (die leider nicht überlebt hat), empfand das Schweigen, das Schönreden, das Ignorieren viel schlimmer. Ich fühlte mich sehr einsam und allein gelassen. Ich persönlich denke, dass dies mehr Schaden angerichtet hat, als wenn man mit mir offen umgegangen wäre. Wie hat Paula das alles verkraftet, was denken sie? Sprechen sie heute noch darüber was geschehen ist?

FRAU END:
Was Sie schildern, entsprach genau meinem Gefühl. Wenn man nicht mit den Kindern spricht, entstehen außerdem Fantasieräume, in denen sich das Kind alles mögliche ausmalt und die Schuld am Ende noch bei sich selbst sucht. Ich finde, Paula hat meine Krankheit ganz gut verarbeitet. Natürlich bleiben Ängste und sie hat für ihre 8 Jahre schon ein relativ schweres Päckchen zu tragen. Aber wir sind uns sehr nah und wenn Ängste oder Fragen aufkommen, sprechen wir selbstverständlich auch heute noch darüber.


ICH:
Das Buch, oder besser das Schreiben, war bestimmt noch mal eine weitere Verarbeitungsmöglichkeit, was haben sie währenddessen daraus gelernt oder was für ein Fazit haben sie zum Schluss gezogen?

FRAU END:
Schreiben hat etwas sehr befreiendes und therapeutisches. Es war sowohl ein Trost als auch ein Ventil für all die Ängste und negativen Gefühle, die ich hatte und mit denen ich irgendwo hin musste. Beim Schreiben ordnen sich die Gedanken und Gefühle ganz automatisch und es erlaubt auch einen distanzierteren Blick auf die Geschehnisse. Ich bin auch froh, dass Paula und ich später noch einmal die Möglichkeit haben werden, uns an das, was passiert ist, ganz unmittelbar zu erinnern, denn man wird es immer nachlesen können, sollten wir anfangen zu vergessen. Schreiben ist für mich die beste Therapie.


ICH:
Im Buch beschreiben sie ihren Autonomiekampf ganz gut, sie wollen bestimmen, wann sie zum Beispiel die Perücke aufsetzen wollen. Sie wollen bestimmen wann sie sich das Mitleid der anderen anhören können. Haben sie etwas Autonomie rüber retten können aus dieser Zeit oder ist das alte Muster schon bald wieder ans Tageslicht getreten.


FRAU END:
Ich habe definitiv gelernt, besser auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören und mich für sie einzusetzen. Das sind manchmal nur Kleinigkeiten, aber das positioniert mich anders in der Welt als vorher. Ich war nicht gut im Nein-Sagen und im Ziehen von Grenzen. Viel zu oft habe ich mich überfordert oder meine eigenen Wünsche hinten angestellt, um zu gefallen, um nicht anzuecken, weil ich dachte, ich muss dies und das tun, weil es sich eben so gehört. Heute bin ich freier und selbstbestimmter in meinen Entscheidungen.


ICH:
Sie haben sich gegen einen Brustaufbau entschieden, damals. Haben sich inzwischen um entschieden oder brauchten sie sie doch um sich „Ganz“ oder weiblich zu fühlen?

FRAU END:
Ich habe nach wir vor keinen Aufbau machen lassen und lebe immernoch mit einer Brust.
Der Aufbau würde mir nicht das zurückgeben könnte, was ich verloren habe, sondern allenfalls eine optische Reparatur darstellen, zu der man auch erstmal bereit sein muss. Ich identifiziere mich nicht über meine Krankheit, aber sie gehört nunmal zu meinem Leben und bisher war es Teil des Verarbeitungsprozesses, meinen Körper und mein Leben mit den inneren und äußeren Narben anzunehmen und zu akzeptieren. Wenn die seelischen Narben irgendwann weitgehend verblasst sind, und ich bin auf einem guten Weg dahin, dann gönne ich mir vielleicht auch nochmal eine hübsche zweite Brust. Aber auch nur vielleicht.


ICH:
Persönlich bin ich wirklich sehr beeindruckt von ihrer Stärke, und oft ertappte ich mich wie ich mich gefragt habe, wie diese Frau trotz allem noch so viel Humor aufbringen kann. Hat der Humor ihnen Kraft gegeben nicht zu verzweifeln?


FRAU END:
Seinen Humor nicht zu verlieren, ist mit Sicherheit eine sehr große Hilfe. Viele Situationen, in die man gerät, stellen einen vor die Entscheidung, völlig frustriert aus ihnen herauszugehen oder ihnen das Komische abzugewinnen und einen gewissen Sarkasmus freizulegen, der befreiend sein kann. Ich habe aber auch viele andere Frauen getroffen, die sehr humorvoll mit ihrer Situation als Glatzköpfige oder Brustlose umgegangen sind. Das heißt nicht, dass man nicht genauso traurig darüber ist, man macht nur eben das Beste daraus.


ICH:Sie haben während der Zeit der Chemo mit ihrem Studium weiter gemacht, half ihnen dies als Anker für die Zukunft? Würden sie das heute noch mal so machen?

FRAU END: 
Auf jeden Fall würde ich das wieder genau so machen. Es war zwar unglaublich anstrengend aber so war ich nicht nur eine krebskranke, hilflose Person, sondern auch eine Studentin mit Möglichkeiten und einem Plan. Außerdem habe ich so die Bestätigung bekommen, dass ich zwar vieles verloren hatte, nicht mehr mit meinem langen blonden Pferdeschwanz wedeln oder mit den Wimpern klackern konnte, aber dass das Wichtigste noch da war: Meine Gedanken, meine Hirnzellen, meine Sprache.


ICH:
Wie hat sie der Krebs verändert?


FRAU END:
Ich bin selbstbewusster geworden und das meine ich im wortwörtlichen Sinne: Ich bin mir meiner Selbst bewusster. Ich kann meine Gefühle besser wahrnehmen und besser darauf reagieren. Ich kann mich besser abgrenzen und weiß heute schon sehr viel mehr darüber, was ich vom Leben will und was mir wichtig ist.

Man wird auf sehr brutale Weise auf sich selbst zurückgeworfen in einer solchen Situation und hat praktisch kaum eine andere Wahl, als sich mit seiner eigenen Person und seiner Seele zu beschäftigen. Wenn man das Glück hat, wieder gesund zu werden, hat man durchaus die Chance, gewachsen aus einer solchen Lage hervorzugehen.

Man wird bei Weitem nicht automatisch weise und gelassen, weil man dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Aber ich habe eine gewisse Demut und Dankbarkeit gelernt, die ich vorher nicht so bewusst empfunden habe und verstehe es heute besser, im Hier und Jetzt zu leben und mir nicht so viele Gedanken um die Zukunft zu machen. Die kommt oder kommt eben nicht, aber das Leben findet immernoch im jeweiligen Moment statt.


ICH:
Existiert die Angst noch immer das der Krebs noch mal zurück kommt?


FRAU END:
Ich fühle mich zwar nicht mehr krank, aber sehrwohl als Betroffene, als Bedrohte. Die akute Krankheit ist überstanden, aber damit ist nicht alles vorbei. Ich kann morgen wieder einen Befund bekommen und dann werde ich vielleicht nicht mehr gesund. Dieser Umstand ist mir sehr bewusst und somit begleitet mich die Erkrankung weiterhin jeden Tag. Ich muss ja nur nackt in den Spiegel gucken und meine Narben erinnern mich wie Mahnmale daran, wie fragil meine Gesundheit und mein Leben sind. Das macht mir natürlich Angst. Auch wenn ich die Last der Angst im Alltag nicht ständig spüre, ist sie irgendwo in mir und bricht auch von Zeit zu Zeit aus.


ICH: 
Und zum Schluss.... Sie erzählen das sie sich manchmal doch sehr einsam gefühlt haben. Was würden sie sich von der Gesellschaft wünschen? Was für Gedanken möchten sie an Verwandte, Bekannte und Freunde von Betroffenen weiter geben?



FRAU END:
Auch wenn es heute durchaus eine gewisse mediale Präsenz gibt und das Thema nicht mehr ganz so stark tabuisiert wird, isoliert Krebs jeden Betroffenen immernoch sehr stark. Aber wenn jemand darüber schreibt oder spricht, wird er immernoch gefragt, warum die Öffentlichkeit erfahren sollte, wie man sich als Erkrankter fühlt. Das verstehe ich nicht. Das zeigt doch, dass nach wie vor zu wenig darüber gesprochen wird.

Heilsam ist immer, sich nicht alleine und nicht ausgegrenzt zu fühlen. Als wir beispielsweise in Hamburg einen Raum für einen Fitnesskurs nach Brustkrebs suchten, bekamen wir von mehreren Fitnessstudios die Antwort, so etwas würde andere Besucher belästigen. Das ist symptomatisch für den Umgang, den unsere Gesellschaft mit Kranken pflegt: wegsehen, ignorieren, alleine lassen. Das muss sich ändern, denn die Frau, die sich heute vermeintlich belästigt fühlt, ist morgen vielleicht selbst krank. Nur, dass diese Tatsache in einer Welt, in der Jugend und Schönheit zu den wichtigsten Attributen eines Menschen geworden sind, erfolgreich verdrängt wird.


ICH:
Was wünschen sie sich für die Zukunft, ganz persönlich für sich, was für ihre Tochter?


FRAU END:
Gesundheit, viel Zeit miteinander, einen erfüllenden Job für mich und vielleicht in absehbarer Zeit auch wieder eine neue Liebe. Für Paula wünsche ich mir, dass sie weiterhin so ein herzensgutes, zauberhaftes und kluges Mädchen bleibt, dann werden ihr alle Türen offen stehen.



Ich bedanke mich hiermit noch mal herzlich bei Judith End für das offene  Interview und wünsche ihr  und ihrer Tochter alles Gute, Gesundheit und Glück.

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Weiberabend
Wo sind nun all die Tabus?

09 Dezember 2010

Geschichte

Acht Frauen verbringen einen Abend zusammen. Einen Weiberabend, denn sie lassen Kind und Kegel zu Hause um sich ohne Tabus auszutauschen. Eine ist für die Getränke zuständig, während die andere das Essen bringt, und wieder eine andere für den Alkohol zuständig ist. So trägt jeder seinen Teil zu dem Abend bei.

Frauen haben Geheimnisse, nicht nur vor ihren Kindern oder Ehemännern sondern eigentlich auch unter den Freundinnen. Schliesslich will man sich den Beste Freundin Bonus nicht versauen oder das ganze Ansehen verlieren. Und doch wird dieser Abend zu einem ganz besonderen Abend, dieses mal wird ohne Tabus über diverse Themen gesprochen, Abbgelästert, und unter die Lupe genommen.

Ob das aber die Freundschaften strapazieren wird, wird sich dann erst im Nachhinein zeigen...

Erster Satz:  

Im Juli 2003 arbeitete ich an einem Artikel über Andrea Yates, eine Amerikanerin, die ihre fünf Kinder in der Badewanne ertränkt hat. 



Meine Meinung

Tja... ich kann nur sagen; Schade. Aus dem Buch hätte so viel mehr gemacht werden können! Hat doch der Klappentext und vor allem das Vorwort so viel versprochen. Das Buch soll eigentlich ein Tatsachenbericht sein über einen real stattgefundenen Abend unter eben den acht Freundinnen. Die Autorin verspricht uns das sie schonungslos und ohne Tabus die Gespräche im Buch weiter gibt. Themen die Frauen, Ehefrauen und Mütter so bewegen doch.... weit gefehlt.

Trotz des flüssigen und zum teil frechen Schreibstiels ist das Buch nichts besonderes, nichts von Tabus, Geheminissen oder sonst was in der Richtung, Die Themen sind zwar wirklich gut und interessant, doch die Tiefe und Offenbarungen die ich erwartet habe findet man im Buch nicht. Oder bin ich vielleicht das Problem? Sind meine "schwärzestden" Gedanken noch schwärzer als die der acht Frauen? Keine Ahnung, aber ehrlich, dass was da steht ist nichts neues, ist kein Geheimnis noch stellen die ein Tabu dar. Ausser man lebt vielleicht in einer Gesellschaft die wirklich gar nichts an negativem zu lässt. Es sind einfach Gedanken die jeder hat, egal ob Frau oder Mann, ob Mutter oder nicht! Vielleicht liegt es auch daran das die Kapitel zu kurz sind um eine gewisse Tiefe zu bekommen, ist natürlich auch möglich wobei das nur am Rande eine Rolle spielt wie ich finde.

Und ehrlich, ich kann nicht verstehen wie dieses Buch damals auf die Bestsellerliste des Spiegels gekommen ist, noch die guten Rezensionen die das Buch trotz allem abbekommen hat. 



Fazit

 Das Buch ist von aussen hübsch und ansprechend aber der Klappentext verspricht mehr als der Inhalt her gibt. Wer es nicht lesen mag verpasst nichts, leider.


Sterben kommt nicht in Frage, Mama!
Wenn der Krebs das Ruder übernimmt!

30 November 2010


Thema

Judith End ist jung, hübsch und eine erfolgreiche Studentin aber auch eine alleinerziehende Mutter einer 4 Jahre alten Tochter. Im November 2006 bekam die damals 25 jährige eine schockierende Diagnose gestellt, Brustkrebs. Und in dem Moment ist das Leben vorbei, auf alle Fälle so, wie sie es bis jetzt kannte. Es beginnt eine lange Zeit voller Angst, Krankheit, Traurigkeit und Unsicherheit. Da der Krebs Hormon abhängig ist, muss sie nicht nur eine Chemo und Bestrahlung über sich ergehen lassen sondern auch eine Antihormontherapie. Was soviel bedeutet wie, mit 25 in die Wechseljahre zu kommt.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte, 2 Jahre ihres Lebens mit all den angstvollen Gedanken, der Traurigkeit und Wut, aber eben auch die unermessliche Führsorge die sie für ihr kleines Mädchen empfindet, denn wer weiss wie lange oder ob sie noch für sie da sein kann.

Erster Satz: 

In einem grossen Krankenzimmer, dessen zugezogegen Vorhänge die taktlose Helligkeit der Frühlinssonne mildern, tritt der Professor festen Schrittes an das metallene Bett der Patientin, die ein wenig blass in den strahlend weissen Kissen ruht.



Meine Meinung

Auf dem Cover sieht man eine wunderschöne Frau, mit einem tiefen, klaren Blick. Ihre Lippen umspiel ein sanftes, wissendes Lächeln, während ein kleines Mädchen ihr was zu flüstert. Die Frau auf dem Cover ist, Judith End. Und der Titel ist so treffend und so traurig zu gleich aber doch voller Kraft. Bestimmt.

Die Autorin schreibt über die Krebszeit mit all den Tiefen, die diese Diagnose eben bringt, aber ohne Verbitterung und mit doch viel Humor, das es mich manchmal echt neidisch werden lässt. Ich ertappe mich immer wieder mal, wie ich mich frage woher sie die Kraft nimmt nicht alles nur schwarz zu sehen. Sie lässt uns an ihren Ängst teilhaben, an ihrer Wut und auch an einigen Erlebnissen die sie zu dem gemacht haben was sie jetzt ist. Nichts wird schön geredet, nichts verharmlost. Sie schreibt was es bedeutet den Tod vor Augen zu haben aber auch wie einsam man sich fühlt obwohl viele da waren die sie unterstützten.

Ich bin selber eine Betroffene, nicht vom Krebs sondern ich was das Kind einer Krebskranken, die allerdings nicht überlebt hat. Ich konnte nie mit meiner Mutter drüber reden, was in ihr vor geht, was für Ängste sie hatte noch welche Träume und Wünsche sie bewegten. Auch alle anderen haben nicht drüber geredet, ich war ja zu klein. Und daher war ich neugierig wie sie mit ihrer Tochter und der ganzen Situation umgegangen ist und ich fand es wunderschön zu lesen wie sie ihre Kleine mit einbezog, sie nicht verschohnte aber auch versucht nicht zu überfordern, was natürlich sehr schwer war, denn man weiss das Kinder ein Gespür haben, auch wenn sie es nicht definieren können. Ich wär froh gewesen hätte man mich, zumal ich noch älter war, so mit einbezogen, mit mir darüber geredet und nichts tot geschwiegen oder angelogen hätte. Denn ich fühlte mich alleine! Wirklich alleine. Und dass ist wirklich schlimm. Ich weiss das Kinder es spüren wenn etwas total schief läuft.

Es mag komisch klingen, in dem Zusammenhang von einem schönen Buch zu reden, aber das ist es. Mit all seiner Emotionalität. Es ist ergreifend und auch Mut machend. Ich kann das Buch wirklich jedem nur ans Herzlegen, auch wenn man einige Taschentücher verbrauchen wird und einiges zum nachdenken bekommt.


Fazit

Ein Buch das ich nicht nur selbst Erkrankten ans Herz legen kann sondern auch jenend die als Angehörige oder Freunden betroffen sind.



Alles bleibt anders
Was wenn Alternativwelten existieren?

29 November 2010

Geschichte

Er steht plötzlich auf einem Bahngeleis in einem Bahnhof, wie er da hin gekommen ist weiss er nicht. Er weiss nicht mal woher er gekommen ist geschweige was gestern war oder ... wer er ist! Nichts, einfach gähnende leere im Kopf. Als ihn ein Schaffner am Ärmel packt und ihn fragt was das soll und die Personalien entgegennehmen will schiesst nur ein Name durch seine Erinnerung, Frank! Weiter? Nichts... immer noch keinerlei Erinnerungen.

Wir schreiben das Jahr 2008, das findet er raus als er sich eine Zeitung schnappt, er rennt die Strassen entlang, zwischen den Droschken und einer Strassenbahn, die von einem Pferd gezogen wird, durch die Hoffnung getrieben Gebäude oder Strassenzüge zu erkennen oder vielleicht Menschen zu treffen die ihn kennen. 

Auf der Suche nach seiner Identität, seiner Vergangenheit und so auch seiner Zukunft. Nach und nach erkennt er die unglaubliche Realität, denn das Dritte Reich hat überlebt und die NSDAP ist mächtiger denn je! Ganz Europa steht unter der Flagge des Hakenkreuzes.

Erster Satz

Für einen Augenblick nahm er seine Umgebung als Park wahr. 



Meine Meinung

Ich muss zugeben, die Rezi fällt mir nicht leicht... Warum? Gute Frage, die Geschichte ist wie der Titel ein Paradoxon. Alles bleibt anders... Na was jetzt? Bleibt es oder ist es anders? Das fragt man sich die ganze Zeit.

Der Schreibstil ist einfach und lässt sich daher fliessend lesen. Leider sind die Protagonisten etwas einfach gestrickt haben nicht viel Tiefe, daher viel es mir schwer mich mit einer Person zu identifizieren. Also das Mitleben fand nicht wirklich statt, es war mehr einfach ein "dabei" sein. Ehrlicherweise muss man sich vor Augen halten das es sich bei dem Buch um ein Erstlingswerk des Autors handelt.

Die Geschichte ansich ist interessant, obwohl sie ihre Schwächen hat. Das ganze spielt im Jahre 2008 doch ist vieles stehengeblieben anderes gar nicht. So gibt es noch Kutschen und die Strassenbahnen die von Pferden gezogen werden, andererseits gibts Handys und Computer? Öhm... ja. Da kam ich manchmal echt nicht mehr mit und hat mich mehr irritiert als was anderes. Ich kam da etwas aus dem Tritt da ich dann zu lange daran rum zu beissen hatte. Die Gedanken sind zwar sicher spannend und interessant, regen auch an mal drüber nach zu denken was man ändern würde oder könnte, wenn...

Aber wer ein Zeitreise-Roman lesen möchte wird enttäuscht sein, auch ist es kein typischer Paralellwelten-Roman, er erinnert mich an die Serie, die Mitte der 90-er lief, vielleicht kennt die noch einer Sliders - Das Tor in eine fremde Dimension. Es handelt sich eben um eine Alternativwelt und nicht direkt um eine Paralellwelt. Und man muss wirklich dabei bleiben, denn sonst verliert man sehr schnell den Faden,w as mir oft genug passiert ist.

Trotz einigen Schwächen und Widersprüchlichkeiten ist der Debüt-Roman doch lesenswert, den das Thema ist spannend. Wo würden wir heute stehen wenn das Dritte Reich überdauert hätte? 


An dieser Stelle bedanke ich mich beim Autor und dem Atlantis Verlag für das Rezensions-Exemplar.


Drei Wünsche hast du frei
Aber pass auf was du dir wünschst!

12 November 2010

Geschichte

Viola, 17, unglücklich, alleine.... unsichtbar. So fühlt sie sich jedenfalls, denn seit ihr Freund mit ihr Schluss gemacht hat, ist die Welt und sie nicht mehr so, wie sie mal waren. Und so wünscht sie sich nichts sehnlicheres als wieder wahrgenommen zu werden und Ganz zu sein, und als dieser Wunsch übermächtig wurde beschwor sie einen Dschinn herauf. Plötzlich steht da nun ein Wesen aus einer anderen Welt und gewährt ihr drei Wünsche. So einfach ist das also, doch Viola nimmt es plötzlich gar nicht mehr leicht mit dem Wünschen, denn nach dem anfänglichen Schock über das Erscheinen des Dschinns, macht sie sich Gedanken wie man denn die Wünsche richtig einsetzt. Doch dass findet Dschinn gar nicht so lustig, denn er will so schnell wie Möglich wieder in seine Heimat zurück. Er fühlt sich gar nicht so wohl unter den Menschen, die sind komisch, altern, haben viele Probleme und Gefühle. Aber egal zu was er sie da bewegen will, Viola lässt sich nicht beirren... bis zu dem Abend wo sie mit ihrem Ex auf eine Party geht. Da entgleitet ihr einen Wunsch der natürlich sofort erfüllt wird. Aber anstatt das alles gut geht, wird alles nur noch schlimmer...

Erster Satz:

Alles, was ich in der Shakespeare-Stunde heute gelernt habe, ist: Manchmal muss man sich in den falschen Menschen verlieben, um den richtigen Menschen zu finden.


Meine Meinung

Was einem natürlich als erstes ins Auge fällt ist das wunderschöne Cover! Das muss ich dem Pan-Verlag echt lassen, sie geben sich unheimlich mühe damit. Die floralen Muster sind leicht erhaben und setzen sich so wunderschön vom Rest des Covers ab. Und die Blautöne, einfach traumhaft! Auch der Titel weicht nicht zu seht vom Original ab so das er hervorragend zur Geschichte passt.

Geschrieben ist das Buch locker und Altersgerecht aber dennoch nicht zu kindisch, es macht Spass sich durch die Geschichte zu lesen denn es ist wirklich eine schöne Geschichte über das Leben, die Träume und Wünsche, sich finden, die Liebe und den Schmerz. Themen die nicht auf die Jugendjahre beschränkt sind, sicher, als Erwachsener sind die Wünsche und Träume vielleicht andere, aber die Liebe und das Gefühl zu jemanden zu gehören hört ja nicht auf wenn man 20 ist. Oder seinen Weg finden... ich bin fast 40 und suche manchmal immer noch ;) oder sagen wir wieder, jedes mal wenn sich was verändert, suchen wie nach einem neuen Weg weil der Alte nicht mehr in die Richtung verläuft die vorher gepasst hat. 

Die Potagonisten diesergeschichte sind wirklich liebevoll beschrieben, jeder mit seinem ureigenen Charakter. Ich sehe Viola, Dschinn, Olli und Lawrence deutlich vor mir, mit ihren Augen die strahlen, traurig gucken, mit hängenden Schultern vor mir stehen. Obwohl ich erwachsen bin kommen sie mir gar nicht mehr kindlich rüber sondern sind schon junge erwachsene und daher frage ich mich ob das Buch wirklich schon für 12 jährige geeignet ist. Nicht weil es zu kompliziert geschrieben ist oder weil es brutal wäre, das ist es nicht, aber die Gedanken, die Wünsche die man in dem Alter hat sind wahrscheinlich noch etwas zu weit von denen der Personen in diesem Roman entfernt. Mit 12 denkt man meist so was noch nicht. Ich hab ja selber Kinder, und mein jüngster ist 14... ich glaube nicht dass er das wirklich verstehen würde. Da aber die Kinder nicht immer gleich weit sind, denke ist 14 das bessere Alter als 12.


Fazit

  Eine fantastische Geschichte rund um die Liebe, das Loslassen und sich findendens.


Und ein Dankeschön geht noch an den Pan Verlag für die Bereitstellung des Rezi-Exemplars. Leider gibts den verlag nicht mehr daher bekommt man das Buch jetzt über Knaur ;)



Töchter der Isis
Die Frau im alten Ägypten, ihre Rechte und Möglichkeiten

10 November 2010

Thema

Als erstes bekommt der Leser eine Einführung in die geographische Lage des Landes und der Orte. Aber auch der historischen Hintergrund kommt nicht zu kurz. Hier werden zum Beispiel antike Geschichtsschreiber wie Herodot zitiert wie auch alt ägyptische Papyrie zu rate gezogen.

Danach beschreibt Joyce Tyldesley das Frauenbild im alten Ägypten und zwar an Hand von Texten, Geschichten und Erklärungen. Weiter geht es mit dem Thema Eheglück und die Rechte der Frauen innerhalb dieser, denn es gibt historische Belege dafür. Wer ist der Herr, oder doch eher die Herrin des Hauses? Was war die Aufgabe dieser und wo hatte sie Mitspracherecht und wo nicht?! 

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Lebensbereichen Arbeit und Spiel. Frauen arbeiteten damals auch schon um den Lebensunterhalt zu sichern aber die Freizeit und der Spass wurde dabei nicht vergessen, schliesslich arbeitete man auch sehr hart also sollte man sich ja auch mal was gönnen. Das Harem, (welches nicht zu vergleichen ist mit dem arabischen Harem) wird auch da besprochen, die Frauen hatten mehr Freiheiten, Möglichkeiten und vor allem Rechte. Das ägyptische Harem wurde nicht von Männern bewacht sondern von der Königin geleitet. 

Und natürlich kommt die Frau als Regentin auch noch zum Zug, auch wenn es selten vor kam dass eine Frau auf dem Pharaonenthron sass. Aber wenn es ihnen gelang hatten sie sehr viel mehr Macht und Einfluss als das manch einer denken wüder.

Im letzten Kapitel wird das religiöse Leben einer Frau betrachtet. Heute sind Frauen als Priesterinnen ja leider noch immer in vielen Religionen absolut kein Thema. Nicht nur bei den Moslems und den Juden, nein auch im Katholizismus geht das gar nicht. Da hatten die Frauen im alten Ägypten sher viel mehr Möglichkeiten.



Meine Meinung

Das Buch ist sehr informativ, und die Autorin geht wirklich auf alle Bereich ein und vermittelt uns dies auf eine sehr leicht zu lesende Art, da das Buch eher im Erzählstiel gehalten ist. Es ist daher weder langatmig noch trocken wie manch anderes Sachbuch. 

Ich kann das Buch wirklich empfehlen. Interessant ist es sicher für alle die sich nicht nur das Thema Frau interessieren sondern auch für das Ägypten der Pharaonenzeit.


Mein halbes Jahr offline

02 November 2010

Thema

Alex Rühle hat eine Idee, er möchte ein Experiment startet. Ist es heute möglich ein halbes Jahr offline zu leben? Ohne Internetzugang, ohne E-Mail, ohne die schicken Smartphons? Ist es möglich privat wie auch im Job nur noch analog zu leben? Das sollte doch gehen, schliesslich hat man ja noch Telefon, Fax, Briefpost, Bibliotheken... Vor 20 Jahren musste man das ja auch alles so bewältigen also kann er das doch auch!!

So gibt also Alex Rühle seine Internetpräsenz auf. Das Blackburry wird eingetauscht gegen ein lahmes Handy mit dem man grade mal telefonieren und simmsen kann. Auf der Arbeit wird das Mailprogramm mit Abwesenheitsmails gefüttert, Firefox und sonstiges was mit dem Internet zu tun hat wird runter geschmissen, verbannt für 6 lange Monate. Auch zu Hause wird das Lapi prepariert, man will ja allen Versuchungen aus dem Weg gehen. Und doch beschleicht schon während dessen ein Angstgefühl auf. Wird es Entzugserscheinungen geben? Langeweile? Oder wird alles noch viel Stressiger?!?

Fragen über Fragen die der Autor in einem Tagebuch niederschreibt. Gefühle, Gedanken, nerviges, kurioses... Alles wird protokolliert, für die Nachwelt, für die, die genau so verrückt sind wie er und es mal versuchen wollen, oder es zumindest in betracht ziehen. So zu sagen als psychische Vorbereitung auf dass was kommen könnte.

Erster Satz:

Der Proband bereitet sich vor Zeugen auf sein Experiment vor, verabschiedet sich von all seinen Freunden und hat im Aufzug Angst, so zu enden wie ein sibirischer Einsiedler.




Meine Meinung

Alex Rühle hat mit seinem locker, lässigen Humor das ganze echt toll geschrieben!! Das ein oder andere mal ertappt man sich selber wie man seine eigenen Verhaltensweisen, was das Internet anbelangt, entschuldigt, wie man sich selber einredet das es ja bei einem selber gar nicht sooooo schlimm ist wie bei dem armen Hund hier. Gut, ich bin nicht berufstätig, ich schreibe ja nur Hobbymässig an meinem Blog, Facebook hab ich auch erst vor kurzem gemacht, aber auch da nur in Zusammenhang mit meinem Blog, schliesslich finde ich für mein Autorenprojekt..... Ah... und schon wieder am rechtfertig und schönreden.

Vieles was Alex Rühle schreibt kennen wir, also wenn wir ehrlich sind, selber nur zu genüge. Vielleicht nicht immer ganz so ausgeprägt wie andere aber so suchtfrei sind wir ja doch nicht. Aber sind wir doch mal ehrlich, wollen wir überhaupt ohne? Also ich nicht. Handy könnte ich jetzt gleich weg geben. Ich brauch das eh nur seltenst, aber Internet? Ne, all die Kontakte, all die Möglichkeiten zu kommunizieren, nach Infos zu suchen und finden, auf das möchte ich eigentlich nicht verzichten wollen. Auch wenn ich ab und an noch Briefe schreibe, ist das mailen doch sehr viel praktischer, meist geht das schneller weil die Antwort nicht erst 2 oder 3 Wochen später kommt und man dann schon nicht mehr weiss was man eigentlich geschrieben hat.

Nein, das Internet ist für mich nicht mehr weg zu denken und ich finde das hat auch der Autor gut erkannt und rüber gebracht. Doch sollte man vielleicht öftersmal einfach abschalten und sich nicht den Druck machen unter dem man steht, denn ich als Bloggerin weiss das man sich den eben macht, auch wenn viele behauptend das es nicht so ist.

Das Buch regt an nachzudenken und sein eigener Konsum zu hinterfragen, man fühlt sich nicht mehr ganz so alleine. Ich kann jedem das Buch nur wärmstens ans Herz legen.

Fazit

Ein erfrischendes, humorvolles Tagebuch über die Internetabstinenz und seine Tücken.


Damian
Die Stadt der Engel

30 Oktober 2010

Geschichte

Lara wurde soeben von ihrem Ben unschön ins Singeldasein zurück befördert. Per SMS macht er mit ihr Schluss und sie ist am Boden zerstört. Um ihm aus dem Weg zu gehen hat sie sich dazu entschlossen ihre Ferien bei ihren Grosseltern zu verbringen. Einfach Abstand zu bekommen war sicherlich nicht schlecht. Auf dem Weg nach Berlin malt sie sich aus was sie in den 2 Wochen alles unter nehmen könnte, Berlin ist schliesslich nicht so ein Kaff aus dem sie kommt, da muss doch einiges los sein.

Doch als sie bei ihren Grosseltern ankommt beginnt eine Zeit der Veränderung. Irgendetwas stimmt nicht mit Lara doch sie schiebt es auf den Liebeskummer, was sie aber nicht weiss, hinter der Fassade der Grossstadt verbringt sich eine andere Welt, eine sehr dunkle, grausame Welt. Eine Welt, in der grade einen Krieg ausficht in dem Dämonen, dunkle Engel und die Engel des Lichts anteil haben. Und Lara gerät mitten hinein ohne dass sie es weiss, der junge Mann, der ihr kurz nach der Ankunft bei ihren Grosseltern zu Hilfe eilt, ist nicht der, für den ihn Lara hält. Doch nichts ist eigentlich so wie Lara meint zu wissen!! Sie ist nicht nur Teil dieses unerbittlichen Kampfes der grade im Gange ist sondern ist auch ein Teil eines alten Familiengeheimnisses.

Erster Satz:

Er war nicht mehr als ein Statten in der Dunkelheit

Meine Meinung

Als erstes springt einem natürlich das besondere Cover in die Augen. Nicht nur schönen Blautönen zieren das Cover sondern auch eine grossr, blaumetallenen Schrift und 2 Engelsflügel die das Bild abrunden. Es ist zwar düster, aber nicht zu sehr.

Der Schreibstiel ist locker und jung, also für die jungen Leser unter uns ist das Buch sicher ein sehr schöner, und leicht zu lesender Zeitvertreib, schliesslich ist es eigentlich ein Jugendbuch! Aber für uns erwachsenen ist es nicht zu langweilig, was ja schon mal passieren kann bei Jugendbücher. Aber Rainer Wekwerth hat es geschafft ein spannendes Jugendbuch zu schreiben das auch uns ein paar spannende Lesestunden beschert, denn er hat es geschafft die Charaktere gut zu beschreiben, den Zwiespalt der in all den Personen und einzelnen Wesen herrscht. Man wird gepackt von der Geschichte, man wird eingenommen von den beiden Protagonisten und fiebert mit.

Lara die zu tief enttäuschte, bald 18 jährige junge Frau, die eigentlich noch auf der Suche nach sich selber ist, nach ihrem Weg. Damian der gar nicht der harte Hund ist der er eigentlich sein sollte und daher ebenso auf der Suche ist, wenn nicht ganz nach dem gleichen wie Lara. Und doch können beide voneinander ein Teil davon bekommen was er grade braucht. 

Aber abgesehen davon ist die Geschichte eine schöne, denn die Botschaft, das Liebe stärker ist alls alles andere, find ich einfach schön. Auch das nichts nur Gut oder Böse ist, kommt in der Geschichte gut rüber, wo Licht ist ist auch Schatten, und wo Schatten existieren scheint auch Licht. Ohne das eine gibts das andere nicht. Der uralte Kampf zwischen den beiden Seiten / Emotionen wird auch weiterhin genug Stoff für Geschichten liefern. 


Fazit

  Ein Jugendroman voller Dramatik die ein paar spannende Lesestunden versprechen.




Ich bedanke mich auf diesem Weg noch mal beim Arena Verlag für die Bereitstellung dieses Rezi-Exemplars.


Der Sturm des Orients #2
Europa wird ins Chaos gestürzt

23 Oktober 2010

Geschichte

Der Sturm des Orients ist der 2. Teil der Hartmann-Reihe. Auch dieses mal ist der deutsche Botschafter die Hauptfigur in dieser Geschichte und trägt natürlich wesentlich zur Auflösung des Falles bei. Ging es im ersten Teil um ein Kreuzfahrtschiff so ist der Ort des Geschehens dieses mal ganz Europa, denn der Kontinent wird von diversen Terroranschlägen ins Chaos gestürzt. So werden Städte wie Leipzig, Paris, Madrid... vor eine äusserts schwere Aufgabe gestellt, wer soll sie unterstützen, wer kann schnell eingreifen, und so kommt dann André Harmann ins Spiel, denn er hat die nötigen Kontakte im Ausland die jetzt gebraucht werden.

Hartmann willigt natürlich ein und begibt sich in seinen vermeintlichen Ferien mit seiner Frau nach Paris um die Behörden da zu unterstützen denn alles läuft da zusammen. Paris fungiert als Knotensammelpunkt für alle Informationen der Anschläge. Man erhofft sich so das man die Zusammenhänge und die Täter schneller ausfindig machen kann und so weitern Terror vermeiden kann.

Hätte Hartmann aber gewusst, dass dieser Aufrag sein Leben verändern wird, auf nicht grade undrastische Weise, hätte er den Auftrag wohl nicht angenommen und hätte die Ferien mit seiner Frau einfach nur genossen, aber so gerät er tiefer in diese Angelegenheiten als ihm lieb ist.

Erster Satz:

Aussenminister Clemenssass ruhig in seiner Limousine.



Meine Meinung

Titel und Cover passen, aber auch nicht mehr.

Während der erste Teil (Das Geheimnis der Osiris) dieses Reihe eher als Drehbuch konzipiert wurde, ist der 2. Teil mit viel mehr Text dazwischen gefüllt. Heisst, es wird viel mehr beschrieben, erzählt und erklärt. Daher ist das Buch auch dicker. Was ich eigentlich mag. Doch der Schreibstiel war zum Teil echt gewöhnungsbedürftig. Ich hatte so viel mühe das Buch zu lesen. Mehr als 50 Seiten pro Tag hab ich wirklich nicht geschafft, denn manche Satzstellungen liessen kein flüssiges lesen zu, waren irritierend oder einfach nur komisch.

Was die Personen angeht... Hm..? Es waren zu viele. Irgendwann hab ich schon teilweise den Überblick verloren wer nun wer ist und wohin er gehört. Die Charaktere sind zwar gut beschrieben aber mir hat das leider nicht geholfen mir das alles zu merken. Was mich dieses mal auch gestört hat war, das Hartmann diesesmal praktisch zum Einzelkämpfer wurde. Mir war das ganze etwas zu Hollywood like. Während im ersten Buch Hartmann zwar auch sehr zur Lösung war es dennoch mehr Teamarbeit.

Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein hoch aktuelles und vor allem brisantes Thema. Terror. Vor allem der Gedanke, was passiert wenn Europa in dem Ausmass zum Ziel wird!! Aber auch hier, für mein empfinden waren es einfach zu viele Nebenschauplätze. Was dem einen sicher gut gefällt war für mich einfach nur mühsam. Das liegt aber nicht an der Geschichte sondern an mir. Dennoch war die Geschichte interessant und spannend

Fazit

 Ein spannende und aktueller Polit-Thriller mit kleinen Schwächen.


An dieser Stelle bedanke ich mich beim Projekte-Verlag für das bereitstellen dieses Rezi-Exemplars.


Der Nebelkönig
Ein kleines Mädchen mit einer grossen Aufgabe

14 Oktober 2010


Geschichte

Salli ist ein 14 jähriges Küchenmädchen welches in einem herrschaftlichen Haus dient. Zusammen mit den anderen Bediensteten und einem geheimnisvollen Hausherren. Salli ist soweit ganz zu Frieden, sie ist zwar eine Weise aber sie hat Freunde, ein Dach über dem Kopf und zu Essen. Zu ihren Freunden gehören aber nicht nur die Angestellten in der Küche, nein, da wären Kaltrina und Luan das Katzenpärchen, der Bibliothekar mit dem sie auch gerne Zeit verbringt wenn sie mal keinen Dienst hatte. Obwohl dies ein Geheimnis ist, denn Bedienstete haben doch normalerweise keinen Zugang zur Bibliothek. Sie liebt es auch Erkundungsturen durch das riesige Haus zu unternehmen. Immer auf der Suche nach neuen Zimmern, oder Winkel, dies war eigentlich verboten aber solange sie sich nicht entwischen lässt ist alles gut.

Doch eines Tages änderte sich alles, eins der Servirmädchen wurde krank und die Wirtschafterin ersetzte sie durch Salli, was sie zu dem Zeitpunkt nicht wusste war, was das sie nur wenige Stunden später erleben würde. Die Abendgesellschaft endete brutal und blutig... und Salli wollte nie mehr als Servicemädchen eingesetzt werden, aber sie hatte keine Wahl, denn sie steckte schon lange, lange Zeit mitten in einem Kampf, einem Kampf gegen den Nebelkönig! Obwohl sie sich so sehr dagegen sträubt gibt es keine andere Lösung, sie ist die einzige die sich ihm stellen kann, doch erst muss sie herausfinden was wirklich Wirklich ist, denn plötzlich scheint nichts mehr so zu sein wie es scheint. Wem kann sie vertrauen? Wer will sie in die Irre führen? Das gilt es als erstes raus zu finden...

Erster Satz:

Vor Zeiten und Zeiten, als die Berge noch über die Erde wanderten und die letzten Drachen weise über das Geschick der Welt wachten, geschah es, dass ein Knabe geboren wurde, dem höchste Gaben in die Wiege gelegt waren.


Meine Meinung


Der Titel des Buch passt wirklich gut und ergänzt sich mit dem Cover das geheimnisvoll gestalltet ist. Die Autorin hat es geschafft die ganze Stimmung des kalten, ungemütlichen Wetters so zu beschreiben das man es fast schon fühlen kann, die feuchte Luft des Nebels. Ich kann das Haus mit seinen verwinkelten Gängen förmlich vor mir sehen und Salli ist mir äusserst sympatisch, sie ist fröhlich und ein neugieriges Mädchen obwohl man meinen könnte das sie nicht viel zu lachen hat. Und man traut es ihr auch zu das sie die Aufgaben schafft die vor ihr liegen und von ihr abverlangt werden, denn mit ihrer trotzigen Art nimmt sie Dinge in Angriff obwohl sie vielleicht gar nicht so mutig ist wie andere das vielleicht von ihr denken.

Die Geschichte ist wirklich keine 08/15 Geschichte! Mir gefällt das Zusammenspiel von Gestaltwandlern, Drachen, Wölfe und Magie, alles gibt ein in sich stimmiges Ganzes und Susanne Gerdom ist es gelungen den Spannungsbogen wirklich aufrech zu erhalten. Vor allem weil sich die Geschichte irgendwann in eine ganz andere Richtung entwickelt als das man es vermuten mag. 

Ich habe mich auf alle Fäller hervorragend amüsiert.


Fazit

Ein wirklich magisches Lesevergnügen und nicht nur für die jungen unter uns.


Auf diesem Weg möchte ich mich nochmals bei Susanne Gerdom bedanken die mir nämlich das Buch einfach zugeschickt hat 


Operation Titanensturz
Leben und Tod in der Zukunft

09 Oktober 2010

Geschichte

Sol Cryjack, alias Solomon Cryjack, ist ein Ermittler der Bio-Sicherheit auf Kadath 13. Diese Abteilung ist für den Grenzschutz und den Zoll, und seit die Quarantäne eingetreten ist, auch für den Schutz des künstlichen Lebensraumes auf Neu Henoch zuständig.

Wie man nur unschwer erkennen kann ist diese Weltraumkolonie, die seit 35 Jahren unter Quarantäne (keiner weiss eigentlich warum) steht ein inzwischen trister Lebensraum geworden. Hier werden die Menschen nach ihrem Humankapitalwert eingestuft. Je mehr man davon vorzuweisen hat, je angesehener ist man und je höher oben lebt man. Auf der Oberfläche leben also nur die, die für die Gemeinschaft am meisten von nutzen sind. Alle anderen leben in Sub-Levels, unter der Erde und je weiter unten man lebt, desto weniger wert ist Mensch.

Sol wird eines Morgens zu einem vermeintlichen Suizied gerufen. Vermeintlich deshalb, weil sein Bauchgefühl sagt, das es eben keiner war. Denn wer bringt sich schon in einer Verbrennungsanlage selbst ums Leben? Doch davon will weder ein Kollege, der einfach nur ein Arschloch zu sein scheint, noch sein Chef, der auch nicht grade ein Freund des Ermittlers ist, was wissen. Sie Stufen das Ganze als eben dies ein, als Suizid. Sol will also daher beweisen das es Mord war. Er hat 48 Stunden Zeit dem Täter auf die Spur zu kommen. Aber wohin ihn seine Ermittlungen führen und mit welchen Schwierigkeiten er rechnen muss damit hätte er wohl nie gerechnet, seine Suche treibt ihn immer weiter hinunter in die Sub-Levels und wird vom Jäger zum gejagten.

Erster Satz:

Der Engel mit den flehenden Augen hatte ihn gewarnt, aber da sich Sol Cryjack aus düsteren Vorzeichen nichts mehr machte, hatte er es ignoriert.


Meine Meinung

Das Cover des Buches ist schlicht, aber es passt wirklich gut, es unterstützt irgendwie die Sehnsucht nach der alten Heimat Erde, denn die Atmosphäre im Buch, also auf Kadath 13, ist echt düster. Schon auf den ersten Seiten kommt das ganze voll zum tragen.

Sol, der Protagonist, ein herrlich zynischer und einsamer Mann wirkt dennoch sympatisch. Er tut einem schon etwas leid auch wenne er immer mal wieder durchblicken lässt das er es gar nicht anders haben will. Doch er ist ein sehr sensiebler Mensch, er wird von Albträumen geplagt, von Visonen oder sind es doch Halluzinationen? Aber egal, er weiss das er sich auf seinen Instinkt verlassen kann und ist so der einsame Kämpfer.

Die Geschichte ist wirklich gut, warum geb ich aber nur 3 Punkte? Nun, ich kann es euch nicht sagen aber ich hatte von Anfang an mühe in die Geschichte rein zu kommen, auch jedes mal wenn ich am nächsten Tag weiter gelesen habe, war der neue Einstieg wieder sehr zäh. Vielleicht liegt es daran das es doch sehr technisch rüber kommt das ganze. Manchmal schon recht kalt und steril. Der Plot in einem anderen Hintergrund oder Genre wär mir vielleicht besser gelaufen. Ich finde Sci-Fi lesen und sehen sind 2 verschiedene paar Schuhe. Beim sehen wird mir gleich mit Bild das ganze erklärt was es ist, und beim lesen stört mich das ganze, denn wenn ich immer erst im Glossar lesen muss was das bedeutet dann hemmt das den Lesefluss doch mächtig. Oder auch die Zungenbrecher  sind nicht grade förderlich. Ich sehe gerne Filme aus diesem Genre, aber lesen....? Ich denke das werde ich nicht mehr.

Wer aber gerne Bücher liest die diesem Genre zugeordnet werden kommen sicher auf ihre kosten!! Also müsste ich 4 Sterne = sehr gut, für die Handlung an sich geben.


Auf diesem Weg bedanke ich mich noch herzlich für dieses Rezi-Exemplar und zwar beim Sieben-Verlag. Danke.



Sehen wir uns morgen?
Das Leben auf dem Post-it

04 Oktober 2010

Geschichte

Caire ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. 15, geht zur Schule und lebt zu Hause mit ihrer Mutter. Die Eltern sind geschieden aber haben noch guten Kontakt. Da die Mutter aber Ärztin ist, sehen sie sich sehr wenig,  meistens leben sie andeinander vorbei und kommunizieren über Zettel am  Kühlschrank. So halten sie sich auf dem laufenden. Alles scheint gut zu sein, bis eines Tages die Zettel der Mutter etwas dringlicher werden, doch Claire nimmt das zu wenig ernst, wie kann man auch wenn es nur auf  einem Zettel am Kühlschrank hängt?

Erster Zettel: 

Wir brauchen:
Milch
Äpfel
Bananen
Avocado
Zwiebeln
Kartoffeln
Tomaten
Pilze
Karotten und Kaninchenfutter für Peter
Hackfleisch  
Brot
Saft - deine Wahl!

Falls du noch mehr schleppen kannst, bring mir bitte noch ein  Hähnchen und zwei Dosen Bohnen mit. Wenn du's nicht schaffst, kein  Problem, dann versuch ich morgen Zeit dafür zu finden.

Lieben Gruss
Mama

Geld leigt auf dem Schränkchen.
Vergiss den Schlüssel nicht!


Meine Meinung

Ein sehr spezielles Buch, denn das  Buch ist so gehalten das es nur aus diesen Zettel-Nachrichten besteht. Pro Seite, eine Nachricht. Sie sind unterschiedlich lang. Der  Originaltitel ist etwas aussagekräftiger als der Deutsche, wie ich finde.  Denn der lautet, "Leben an der Kühlschranktür". Und genau darum geht es. Die Komunikation zwischen Tochter und Mutter passiert  hauptsächlich über diese Zettel, da sie sich meistens verpassen. Egal ob es um Schule geht, um die Liebe oder Krankheit, es wird erzählt,  gefragt und geantwortet. Und das möglichst kurz. Man hat ja keine Zeit.

Und doch schaffte es die Autorin  eine Spannung aufzubauen, die Emotionen rüber zu bringen die da  vorherrschen. Manchmal frag ich mich, ob ich sowas könnte, einfach so über Nachrichten zu leben, mich macht es schon wahnsinnig wenn meine Tochter meint ihr Leben über Handy mitteilen zu müssen, nur weil sie keine Zeit findet zu Hause zu sein. Schafft man es wirklich nicht mal eine Zeit zu finden um zusammen zu reden? Ich weiss ja wie schwierig es ist Teenis dazu zu bringen zu Hause zu sein und ich bin immer da, ich bin Hausfrau und habe keinen Job. Würde ich mich genau so verhalten? Schliesslich hat man ja noch viel Zeit... Und was ist wenn alles anderes  kommt als man es denkt?

Das Buch ist an einem Abend gelesen, so kurz die Nachrichten sind, so nachdenklich machen sie einen manchmal udn vor allem zeitg es aber auch di diringlichkeit auf, das man nicht vergessen sollte auch mal zusammen zu sitzen und zu reden.


Fazit

  Tiefgründige Geschichte in Zettelnachrichten verpackt. 


Engelsbrut #1
Der Auftakt zu einer Engel gegen Vampir - Trilogie

02 Oktober 2010

Geschichte

Eve lebt ihr normales Leben, hat einen Job der ihr gefällt und ist soweit ganz zu frieden. Ihr Job als Reporterin ist nicht grade sehr aufregend, aber sie lebt gut damit und hoff einmal den Durchbruch mit einer Story zu schaffen um bei einem renomierten Blatt schreiben zu dürfen. Und dies geschiet viel schneller als sie das gedacht hatte, nur, hätte sie sich wohl nicht so weit aus dem Fenster gewagt wenn sie gewusst hätte was sie da ins Rollen bringen würde? Wenn sie gewusst hätte das sie sich in Lebensgefahr begeben würde? Egal, als sie es bemerkt ist es schon zu spät!

Eine Mordserie in den Strassen von LA. fordert jede Nacht 2 Obdachlose. Der Killer geht auf besonders brutalste Weise vor und wecken so Eve's interesse. Als sie den Tatort besucht um an Informationen zu kommen damit sie eine Story schreiben kann, bekommen sie jedoch einen Maulkorb von ihrem Ex verpasst, denn das LAPD möchte eine mögliche Panik in der Bevölkerung vermeiden. Doch die Fügung: "Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein", ist viel zu verlockend um dies den Wind zu schlagen und so geht Eve dem ganzen auf eigene Faust nach...

Auch als sie selber zum Opfer wird schlägt sie alle Warnung in den Wind und recherchiert weiter. Und so kreuzt sie bei ihren Recherchen den Weg zweier Männer die beide nicht menschlich zu sein scheinen... Alan, der Maler, schön, fast Engelsgleich verdreht ihr den Kopf und Kain, der Killer, noch schöner aber umso skruopelloser! Und viel zu schnell wird sie zwischen zwei Fronten gezogen die auf einen Kampf auf Leben und Tot aus sind.

Erster Satz:

Und als die Engel, die Söhne des Himmels, [die Menschentöchter] erblickten, entbrannten sie in Liebe zu ihnen [] und wohnten [ihnen] bei. 



Meine Meinung

Die Geschichte ist eine Mischung aus rassantem Thriller, einer Liebesgeschichte, Kampf um Gut und Böse, aus Engeln und Vampiren. Keines der Elemente kommt zu kurz, alles wird eingebaut und verwoben, so das es ein gutes Gesammtbild bekommt. Die drei Protagonisten vetreten je einer der Charakterzüge ins besondere und fügen sich hervorragend in die Geschichte ein. Und doch hat jeder noch den anderen Teil in sich.

Wofür lohnt es sich zu Kämpfen? Für Rache? Für Liebe? Ist es im Grunde nicht egal, solange man sich Treu bleibt? Kann Liebe alles überwinden? Wie viel ist Freiheit wert? Oberflächlich geht es hier um eine Geschichte die man zu tausenden kennt, Killer jagt Opfer, Polizei jagt Killer, Frau verliebt sich in... Ja in wen eigentlich? Es ist wirklich nicht einfach, denn die Moral der Geschichte ist nicht so einfach zu erkennen, denn nichts ist einfach im Leben, es spielen so viele Elemente eine Rolle das man sich nicht einfach auf eine Seite schlagen kann, die Autorin schafft es die Leser selbst in einen zwiespallt zu bringen. Was nicht jedem gelingt. Man erwirbt sich beim lesen sympatie auch für den vermeintlich bösen. Kann aber auch verstehen das der "Nette" in eine Situation gerät wo er sich für etwas nicht so nettes entscheiden muss.

Das Buch ist wirklich super und ich freu mich auf den zweiten Teil den ich mir sicher besorgen werde. Jeder der Fantasy mag, auf Engel und oder Vampiere steht, der gerne Thriller mag und es auch nicht schlimm findet wenn etwas mehr Blut fliesst, dem kann ich das Buch wärmstens ans Herz legen!



Fazit

 Ein rassanter Thriller mit fantastischen, mystischen und romantischen Elementen.



Ein liebes Danke geht auch dieses mal wieder an den Sieben-Verlag der mir dieses Rezi-Exemplar zur Verfügung gestellt hat.


Die Dorfhexe
Frauenfreundchaft, ein besonderes Gut

21 September 2010

Geschichte

Astrid, eine alte Dame, die Dorfhexe wie sie viele nennen, bewohnt fast schon ihr ganzes Leben lang in einem Häuschen gegenüber von dem Hause in dem Veronika eingezogen ist. Astrid ist eine verschlossene und einsame Frau und hätte wohl nicht gedacht das ihr Leben noch mal eine solche Wendung nehmen würde. Denn eines Tages schaute sie aus dem Küchenfenster und sah die neue Bewohnerin nicht mehr und machte sich sorgen. Und so machte sie sich auf den Weg, rüber zum Haus, ging in die Küche und machte für Veronika etwas zu essen.

Und so kommen sich die beiden Frauen langsam Schritt für Schritt näher. Sie erzählen sich aus ihrem Leben, auch die dunkelsten und traurigsten Ereignisse aber auch schöne Erinnerungen teilen sie und so entsteht eine wunderschöne Frauenfreundschaft.

Erster Satz: 

Während der Fahrt war es windig gewesen und hatte geschneit, doch als es dunkel wurde, legte sich Wind und Schnee.



Meine Meinung

Ein wunderschönes Buch, nicht nur weil es wunderschön geschrieben ist, sondern weil es sehr einfühlsam, leise, sanft und manchmal auch schwer und dunkel ist. Die Autorin hat mit diesem Buch eine wunderschöne Frauenfreundschaft gezeichnet. Man bekommt Sehnsucht nach der Weite und der Natur die sie mit so vielen schönen und zärtlichen Worten beschreibt. Aus der Sicht der beiden Frauen bekommen wir den Eindruck was Glück sein könnte, das die Liebe in uns steckt und nicht im Aussen zu suchen ist...

Ich kann das Buch wirklich nur jedem ans Herz legen. Aber aufgepasst, ein paar Taschentücher müssen bereit liegen. 


Fazit

Eine wunderschöne Freundschaft mit leisen, schon fast zärtlichen Tönen.