Sieben verdammt lange Tage
Ein Trauerritual, eine verkorkste Familie, gleich Probleme!

18 Juli 2010

Geschichte

Das Familienoberhaupt, Ehemann und Vater, der jüdischen Familie Foxmans, ist verstorben. Eigentlich war dieser nicht grade ein sehr gläubiger Mensch. Doch unerwarteter Weise ist sein letzter Wunsch der, das die ganze Familie Schiwa sitzt. Heisst, 7 Tage im Kreis der engsten Familie auf kleinen Stühlchen sitzen und trauern und dem Vater und Ehemann gedenken. Eigentlich sollte man meinen das sollte keine Probleme geben aber es ist ein kleines Kunststück alle zusammen zu bringen, denn seit die Kinder erwachsen sind, geht eigentlich jeder seiner Wege und wenn sie dich mal  länger zusammen sind, gibt es Streit und alle sind nur Gennervt. Denn diese Familie ist alles andere als eine perfekte. Emotional total verstockt, jeder der Beteiligten mit seinen eigenen Problemen beschäftigt muss sich in den kommenden 7 Tage wohl dem letzten Willen des Vaters beugen um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Aber wie vermutet läuft die Zeit des Schiwa-Sitzens nicht ohne das ein oder andere Problem ab.

Erster Satz: 
"Dad ist tod", bemerkte Wandy leichthin, als käme das öfters vor, oder täglich.


Meine Meinung

Ja, wir wissen das der Tod eine Familie entweder wieder zusammen bringen oder sie entzweien kann. Und auch hier scheint der Tod des Familienoberhaupts nicht grade zur Vereinigung beizutragen. Judd, eins der 4 Kinder des jüdischen Ehepaares ist der Erzähler der Geschichte. Durch ihn lernen wir was Schiwa sitzen ist, was es bedeutet und vor allem warum sich die Geschwister seit 2 Jahren aus dem Weg gehen und es vermeiden länger aufeinander zu sitzen.

Mit viel Sarkasmus, Ironie und schwarzem Humor werden wir durch die 7 Tage Trauerzeit geführt, bekommen Einblicke in ganz private Erlebnisse und Erinnerungen der ganzen Familie. Jeder der einzelnen Charakter kann man Mitgefühl entgegen bringen denn keiner von ihnen hat es leicht.

Manchmal etwas überspitzt und doch mitten aus dem Leben gegriffen, könnte es so, oder ähnlich, irgendwo in einer Familie ablaufen. Dies verleiht der Geschichte zwar die Traurigkeit aber dennoch ist sie  witzig, voller Zärtlichkeit und lässt einen Hoffnungschimmer zurück. Vorausgesetzt man liest zwischen den Zeilen und kann die leisen Töne hören die man leicht überlesen kann.

Was mir auch sehr gefallen hat war einfach die Sprache, sie ist nicht verschnörkelt, gar undverblümt. Es wird frei nach Schnauze geredet und das macht die ganze Geschichte eben noch etwas glaubhafter.  


Fazit

Eine wunderbare Geschichte die mit dem Tod und deren Folgen auf eine sehr humoristische, sarkastische und ironischen Weise aber doch mit viel Gefühl umgegangen wird.



An dieser Stelle möchte ich mich noch beim Knaur Verlag für diese Möglichkeit bedanken als Testleserin für dieses Buch ausgesucht worden zu sein. Es hat wirklich Spass gemacht!


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