Sterben kommt nicht in Frage, Mama!
Wenn der Krebs das Ruder übernimmt!

30 November 2010


Thema

Judith End ist jung, hübsch und eine erfolgreiche Studentin aber auch eine alleinerziehende Mutter einer 4 Jahre alten Tochter. Im November 2006 bekam die damals 25 jährige eine schockierende Diagnose gestellt, Brustkrebs. Und in dem Moment ist das Leben vorbei, auf alle Fälle so, wie sie es bis jetzt kannte. Es beginnt eine lange Zeit voller Angst, Krankheit, Traurigkeit und Unsicherheit. Da der Krebs Hormon abhängig ist, muss sie nicht nur eine Chemo und Bestrahlung über sich ergehen lassen sondern auch eine Antihormontherapie. Was soviel bedeutet wie, mit 25 in die Wechseljahre zu kommt.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte, 2 Jahre ihres Lebens mit all den angstvollen Gedanken, der Traurigkeit und Wut, aber eben auch die unermessliche Führsorge die sie für ihr kleines Mädchen empfindet, denn wer weiss wie lange oder ob sie noch für sie da sein kann.

Erster Satz: 

In einem grossen Krankenzimmer, dessen zugezogegen Vorhänge die taktlose Helligkeit der Frühlinssonne mildern, tritt der Professor festen Schrittes an das metallene Bett der Patientin, die ein wenig blass in den strahlend weissen Kissen ruht.



Meine Meinung

Auf dem Cover sieht man eine wunderschöne Frau, mit einem tiefen, klaren Blick. Ihre Lippen umspiel ein sanftes, wissendes Lächeln, während ein kleines Mädchen ihr was zu flüstert. Die Frau auf dem Cover ist, Judith End. Und der Titel ist so treffend und so traurig zu gleich aber doch voller Kraft. Bestimmt.

Die Autorin schreibt über die Krebszeit mit all den Tiefen, die diese Diagnose eben bringt, aber ohne Verbitterung und mit doch viel Humor, das es mich manchmal echt neidisch werden lässt. Ich ertappe mich immer wieder mal, wie ich mich frage woher sie die Kraft nimmt nicht alles nur schwarz zu sehen. Sie lässt uns an ihren Ängst teilhaben, an ihrer Wut und auch an einigen Erlebnissen die sie zu dem gemacht haben was sie jetzt ist. Nichts wird schön geredet, nichts verharmlost. Sie schreibt was es bedeutet den Tod vor Augen zu haben aber auch wie einsam man sich fühlt obwohl viele da waren die sie unterstützten.

Ich bin selber eine Betroffene, nicht vom Krebs sondern ich was das Kind einer Krebskranken, die allerdings nicht überlebt hat. Ich konnte nie mit meiner Mutter drüber reden, was in ihr vor geht, was für Ängste sie hatte noch welche Träume und Wünsche sie bewegten. Auch alle anderen haben nicht drüber geredet, ich war ja zu klein. Und daher war ich neugierig wie sie mit ihrer Tochter und der ganzen Situation umgegangen ist und ich fand es wunderschön zu lesen wie sie ihre Kleine mit einbezog, sie nicht verschohnte aber auch versucht nicht zu überfordern, was natürlich sehr schwer war, denn man weiss das Kinder ein Gespür haben, auch wenn sie es nicht definieren können. Ich wär froh gewesen hätte man mich, zumal ich noch älter war, so mit einbezogen, mit mir darüber geredet und nichts tot geschwiegen oder angelogen hätte. Denn ich fühlte mich alleine! Wirklich alleine. Und dass ist wirklich schlimm. Ich weiss das Kinder es spüren wenn etwas total schief läuft.

Es mag komisch klingen, in dem Zusammenhang von einem schönen Buch zu reden, aber das ist es. Mit all seiner Emotionalität. Es ist ergreifend und auch Mut machend. Ich kann das Buch wirklich jedem nur ans Herzlegen, auch wenn man einige Taschentücher verbrauchen wird und einiges zum nachdenken bekommt.


Fazit

Ein Buch das ich nicht nur selbst Erkrankten ans Herz legen kann sondern auch jenend die als Angehörige oder Freunden betroffen sind.



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