Die Ketzerbraut
Einblick in das Leben der Frau im Mittelalter

24 April 2011


Geschichte

Anfangs des 16. Jahrhundert befinden wir uns nicht nur im ausgehenden Mittelalter sondern auch in einer sehr unrihigen Zeit. 31 Kriege in den verschiedenen Grafschaften und Fürstentümer zeichnen die Zeit und in diese nimmt uns Iny Lorentz mit und erzählt uns die Geschichte der schönen Münchner Bürgerstochter Genoveva, genannt Veva und deren Leben. Sie lebt in einer Zeit in der Frauen an sich nicht viel gelten, ausser sie sind aus der besseren Schicht. Aber auch da hat Frau weder eine Meinung zu haben noch sehr viel Rechte, und vor der Kirche ist sie einfach nur das notwendige Übel und so ist auch ihr Leben nicht leicht, denn ihr Vater, der schon eine ganze Weile alleinerziehend ist, findet das es an der Zeit sie zu verheiraten und schickt sie mit ihrem Bruder und ein paar Begleiter über die Alpen nach Innsbruck zu ihrem Zukünftigen. Doch auf dem Weg werden sie von einer Gruppe gewaltbereiter Räuber überfallen. Während dieses Angriffs werden nicht nur die Begleiter ermordet sondern auch ihr Bruder findet den Tod. Sie selbst wird gefangen genommen und sie weiss nicht ob sie aus dieser Sache heil wieder heraus kommt. Man hört so viel von solchen Schurken, es heisst sie schänden die Frauen so lange bis sie sterben oder so "kaputt" sind dass sie sie einfach zurück lassen.

Was wird jetzt mir ihr passieren? Was wird ihr bevor stehen? Wird es noch ein Leben nach all dem geben?

Erster Satz:

Veva hörte ihren Bruder lachen und schob den Vorhang der Reisesänfte beiseite, um den Grund seiner Heiterkeit zu erfahren.


Meine Meinung


Was den Titel angeht da bin ich noch immer etwas zwiespältig, ich find, der passt nicht so wirklich, denn es suggeriert doch etwas anderes als das gemeint ist. Aber das Cover find ich schön, und passend zur Zeit und Story.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig. Man kommt gut voran und Iny Lorentz versucht sich der Sprache dieser Zeit anzunähern. Ich find es dieses mal ist ihr das besser gelungen als bei "Aprilgewitter" wo sie unpassend moderne Wörter verwendet hat.

Die Geschichte... Hm... was soll ich sagen? Ehrlich? Ich bin positiv überrascht worden. Denn nach dem Buch "Aprilgewitter" hatte ich ja so einen bammel dieses Buch in die Hand zu nehmen. Denn ich dachte mir, wenn das wieder so dermassen langweilig wird wie das andere, schaff ich die 700 Seiten nie. Doch, schaffte es die Autorin dieses mal mich bei der Stange zu halten. Auch wenn das Buch dieses mal auch wieder etwas langatmig und für mich doch sehr vorhersehbar war, nach 70 Seiten war für mich klar wer der Täter ist. Egal, das Buch schafft es zwar nicht den Spannungsbogen von Anfang bis zum Schluss durchzuhalten aber mit den vielen Nebengeschichten, die auch ineinander greifen geht das gut. Obwohl das Buch auch gut 200 Seiten weniger hätte haben können. Aber ich fand das Buch gut, denn die Zeit und Geschehnisse sind sehr gut Recherchiert und man lernt auch noch ein klein wenig über diese Zeit. Es war wirklich eine aufregende Zeit den Martin Luther erscheint auf den Plan und bringt die Kath. Kirche ziemlich ins schwitzen.

Wer also sehr an der Geschichte der Kirche interessiert ist und auch interesse an dieser Zeit hat, dem könnte der Roman wirklich noch gefallen.

In dem Roman gibt es so einige Personen die eine wichtige Rolle spielen. Nicht zuletzt halt die beiden Protagonisten Genoveva Leibert und Ernst Rickinger. Diese beiden machen auch die grösste Wandlung durch und wachsen einem schnell ans Herz, auch wenn mich Veva manchmal nervt und ich mich frag was das gezicke grade wieder soll, aber schliesslich sind wir alle nicht nur toll, lieb und nett *gg* Die absoluten Antitypen sind natürlich die Pfaffen zu dieser Zeit, die waren echt dermassen daneben, ja es gab auch andere, aber leider nicht viele und die, die es wagten mussten dafür bezahlen.

In diesem Buch ist es der Autorin wirklich gelungen viele interessante Charaktere aufleben zu lassen. Die einen sehr oberflächlich wie die 2. Frau des Rickingers wie aber eben auch den Pfaffen der eben nicht so oberflächlich war und sein Leben für die Liebe, so wie er es kannte, aufgegeben hat.



Fazit

 Eine interessante Lebensgeschichte in der Zeit des ausgehenden Mittelalters und der bedeutenden Zeit der Kirche.


An dieser Stelle bedanke ich mich noch herzlich beim Knaur - Verlag für dieses Rezi-Exemplar.


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