Die Farbe der Grausamkeit
Der Reiz einer Affäre

08 August 2011

Geschichte

Richard ist eigentlich ein glücklich verheirateter Mann und Vater von 2 wunderbaren Söhnen. Doch er führt ein jahrelanges Doppelleben, denn er hat eine Affäre mit Ursula. Eines Tages verlässt ihn seine Geliebte, doch die Obsession, die Liebe zu ihr bleibt hartnäckig an ihm haften. Irgendwann kommt er an den Punkt wo er dieses Leben aufgeben möchte, er möchte nur noch für seine geliebte Frau da sein, für seine Söhne und um dies zu schaffen kauft er ein runter gekommenes Berghaus das er zusammen mit seiner Familie renovieren möchte um endlich frei zu sein. Doch es wirklich so einfach? Kann man so eine Vergangenheit einfach abstreifen? Reicht da so eine Ablenkung, die Einsamkeit eines Bergdorfes? Und wie das Schicksal manchmal so spielt steht er plötzlich vor einer Entscheidung, einer sehr wichtigen Entscheidung...

Erster Satz: 

Ohne sich an die Stirn zu schlagen, wollte er es irgendjemandem erzählen, einem Menschen oder einer Ratte oder einem Hund, was er jetzt noch nicht genau wusste, aber ein blattloser Feigenbaum soll darin vorkommen, vielleicht auch ein zugefrorenes Schwimmbecken, bestimmt jedenfalls sonnenbeschienener Schnee, der unter jedem Schritt knirschte, darüber ein hellleuchtender, blauer Himmel.



Meine Meinung

Der Titel ist so Poetisch wie das Buch geschrieben ist. Das Cover ist sicher auch nicht schlecht aber ich selbst hätt jetzt etwas düsteres gewählt. Oder dann etwas Farben froheres...

Doch schon beim Schreibstil fangen meine Probleme an, denn dieser war echt sehr schwer für mich. Da ich an Legasthenie leide und für mich lesen eh schon anstrengender ist als für solche die nicht damit zu kämpfen haben, ist der vorliegende Schreibstil echt Kräfte zehrend. Es schwankt zwischen normalem und poetischem Schreibstil. Dann kommt noch dazu das der Autor zwischen Erinnerungen, der Gegenwart und Zukunftsdenken schwankt und dies ohne klare Abgrenzung. Heisst, das wechselt von einem Satz zum anderen, und manchmal hab ich das erst nach einigen Sätzen bemerkt. Auch innerhalb der Kapitel, heisst das 2. Kapitel zum Beispiel Ursula, kann man nicht davon ausgehen das er sich nur um diese Person und die Zeit befasst, sondern auch da switscht er hin und her. Für mich einfach zu unruhig, zu unstrukturiert, zu chaotisch. Und oft viel zulange Sätze, siehe oben beim Ersten Satz...

Die Geschichte, das Thema, wäre an sich ein super interessantes. Denn Bücher über Dreiecksbeziehungen, von betrogenen Partner, gibt es ja doch einige, doch ein Buch aus der Sicht des Betrügers hab ich bis jetzt noch keins gesehen oder gelesen. Die Thematik, kann ein Mensch 2 Menschen gleichzeitig lieben, find ich spannend und hab dazu auch meine eigene Meinung und mich daher auch sehr auf das Buch gefreut, doch trotz des guten Stoffes war für mich die Umsetzung grausam. Daher hab ich dem Buch dennoch 3 Sterne gegeben, denn nur weil mir der Schreibstil so nicht entgegen kam, heisst es ja nicht das die Geschichte schlecht wäre.  

Richard, der liebende Mann und Vater und der Betrüger. Für mich ein Person die man trotz allem verstehen kann. Auch wenn ich es nicht ok finde wie er das ganze macht. Wenige haben das Glück wirklich ihre Grosse liebe zu finden, noch weniger haben das Glück sie 2 mal anzutreffen, doch diese haben meist das Pech das diese 2. Liebe da steht wenn sie schon oder noch immer vergeben sind. Was machen? Tja, da gibts nur die ein oder andere Lösung, man geht eine weitere Beziehung ein oder nimmt Abstand von der Person. Doch Richard geht das Wagnis ein und verbringt eine wunderbare Zeit, zwischen heimlicher Affäre und einer tollen Ehe. Richhard ist für mich aber dennoch ein Mann ohne Rückgrad, er ist einfach nur egoistisch und er bemitleidet sich für meine Begriffe doch viel zu oft selbst.

Ursula, seine um ein paar Jahre jüngere Geliebte, eine Frohnatur, bildhübsch und aktiv, geniesst die Zeit, die heimliche, mit Richard. Sie scheint kein schlechtes Gewissen zu haben das zu Hause bei ihrem Geliebten noch eine Familie wartet. Ist es vielleicht das Vorrecht der Jugend sich so zu verhalten? Ich weiss es nicht. Ursula ist reduziert auf die Erinnerungen von Richard und daher für mich etwas zu 2 Dimensional im Gegensatz zu Richard von dem wir alle Höhen und Tiefen wie Kanten und Rundungen kennen. 

Dann noch seine Frau Selma, die liebende Ehefrau, die lange nichts zu wissen scheint, die aber dann um ihrerseits um ihre grosse Liebe kämpft. Man bekommt für sie auch erst ab dem Punkt vielleicht ein Gefühl.

Fazit

 Ein interessantes Thema aber schon fast "grausam" umgestezt. Schade...


Ich möchte mich noch für die Bereitstellung dieses Rezensions-Exemplar beim Haymon-Verlag bedanken.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Liebe Blogfreunde, ich freu mich über jeden Themenbezogenen Kommentar und hoffe auf interessanten Austausch :D