Das haus der Schwestern
Eine weitreichende Vergangeneheit

02 August 2011

Geschichte

Barbara und Ralph haben Probleme, Eheprobleme, und daher dachte sich Barbara das sie ihrem Mann auf den 40. Geburtstag etwas spezielles schenken möchte, also eigentlich ihnen beiden, in der Hoffnung die Eher so retten zu können. Und so mietet Barbara ein Haus in Westhill, England. Ein altes Farmhaus im Hochmoor von Yorkshier. Durch die Abgeschiedenheit erhofft sie sich so mehr Zeit für ihren Mann zu haben, ihre Ehe, ohne die ständigen Ablenkungen des Alltags. Manchmal kann so was ja wirklich gut tun, doch wie sagt man immer so schön; "Es kommt immer alles anders als mans denkt"! Womit sie beide gar nicht gerechnet haben trifft ein, ein fürchterlicher Schneesturm schneidet sie total von der Umwelt ab. Im Haus gibts kein Strom mehr, keine Heizung noch haben sie genug essen... Doch wird Barbara abgelenkt von einem Manuskript über dass sie zufällt gestolpert ist. Neugierig was in dem sorgfälltig versteckten Buch steht, widmet sie sich die nächsten Stunden dem lesen und taucht in eine andere Zeit ein...In die Zeit von...

1907. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die in diesem Haus aufgewachsen ist. Es ist eine Zeit von erwachsen werden, sich finden und Liebe, Selbstständigkeit und Krieg. Die Geschichte erzählt das Leben der Familie Gray, aber vor allem die Geschichte von Frances Gray, mit all ihren Gedanken, Gefühlen und Geheimnissen. Über ihre Erfahrung in der Frauenrechtsorganisation, den Bruch mit ihrer Familie, dem Leben in London und ihre Erfahrung im Gefängnis, und dann die Erlebnisse im Krieg und schlussendlich wie sie alles aufs Spiel gesetzt hat um sich zu finden. Und auch die Rückkehr nach Westhill. Ein Leben voller Ereignisse, Erfahrungen und Leid. Ein Leben das immer ein Kampf war und sein wird aber wenn man sich nicht um die anderen schert fällt einem vieles leichter.

Wenn Barbara jedoch gewusst hätte was passieren würde wenn sie diese Geschichte liest, sie hätte es von Anfang an gelassen, denn wer hätte gedacht das alles noch bis in die heutige Zeit hinein wirkt und sie alle in Gefahr bring.

Erster Satz: 

Von meinem Schreibtisch, der am Fester steht, sehe ich hinaus auf die weiten, kahlen Felder des Hochmoors, über das der eisige Dezemberwind weht.



Meine Meinung

Das Buch hat einen sehr passender Titel und auch das Cover find ich sehr schön. Man erahnt die Einsamkeit in der diese Farm liegt. Und es hat auch etwas Geheimnisvolles und doch einfaches an sich.

Wie nicht anders gewohnt ist der Schreibstil von Charlotte Link locker und flüssig, so das man einfach von einer Seite zur anderen flutscht. Die Sprache ist bildlich, man kann förmlich die Gegend sehen, riechen und das Haus auch fühlen.

Ich liebe Geschichten über mehrere Jahre oder auch Generationen. Hier geht es um eine junge Frau die schon immer etwas anders war als alle anderen. Das pure Gegenteil von ihrer Schwester mit dem Engelsgesicht und sehr gehorsam. Frances Gray, ein sehr selbstbewusste junge Frau, die ihr Weg geht, auch wenn sie weiss das sie unter Umständen viel dafür zahlen muss aber dennoch ihren Kopf durchsetzt und ein Leben voller Ereignisse antrifft von denen sie nicht unbeschadet aber nicht zerstört heraus tritt. Sie hat eine Willenskraft die einer Frau zu dieser Zeit nicht zugestanden wurde, eine Zeit, wo die Frau am Herd zu stehen hatte, Kinder zur Welt bringen musste und ihrem Mann Untertan sein sollte, entscheidet sie sich dagegen und für ein Leben voller Selbstbestimmtheit. Ich finde Charlotte Link hat es hervorragend geschafft eine Geschichte zu schreiben die einen von der ersten Seite an packt und bis zum Schluss spannend bleibt.

Barbara und Ralph, erfolgreich in ihrem Job aber die Ehe hat gelitten: Barbara ist eine Karrierefrau und ihr Mann ist eher der Softi. Und irgendwie ging da manches unter und sind daher jetzt in Schwierigkeiten die sie versuchen zu lösen. Hätte er sich doch mal eher ein- oder durchgesetzt, vielleicht wär es ja anders gekommen.

Frances Gray und ihre Schwester Victoria. Schwestern wie Tag und Nacht und beide haben eigentlich nur Verachtung für einander übrig. Jede kämpft auf ihre Weise. Auch wenn Victoria mit ihrer Art nichts erreicht. Sie jammert nur ständig aber ändern tut sie nichts, Frances ist da ganz anders, sie jammert nicht sondern handelt. Dies lässt sie vielleicht etwas hart, kalt und unnachgibig erscheinen doch ist sie mir selber sehr viel sympathischer als ihre Schwester. Da ist auch noch ihr Bruder George, ein charmanter junger Mann der aber nach dem Krieg nicht mehr der Mensch ist der er war und John, die erste Grosse Liebe von Frances, der sich wohl sein Leben auch ganz anders vorgestellt hatte, ein Leben mit Frances doch alles kam ja anders...  

Fazit

 Ein wirklich gelungenes, spannendes, erschütterndes und ergreifendes Familiendrama.Wer Charlotte Link oder Familiengeschichten mit dunklen Geheimnisse mag sollte sich das Buch nicht entgehen lassen!


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