Die Töchter des Schweigens
Geheimnisse und ihere langen Schatten

19 September 2011


Geschichte

Spanien 1974/2007, eine Mädchenclique tritt ihr Abireise an. Diese eingeschworene Mädchenclique, es sind 7, haben ihre Träume, schliesslich ist man mit 18 schon erwachsen. Sie wissen was sie werden wollen, planen zusammen die Zukunft, aber wird älteren wissen.... Es kommt immer anders als man denkt! Und auch die 7 Mädels müssen das auf ganz brutale Weise lernen, denn nach der Abireise sind sie nicht mehr die, die sie davor waren, und ihnen wird bewusst dass sie auch nie die sein werden, die sie eigentlich vor ein paar Tagen noch dachten zu werden.

33 Jahre sind vergangen als sich die 7 Mädels wieder begegnen, denn nach der Reise war nichts mehr so wies war und jeder der jungen Frauen ging damals ihren Weg. Und jetzt, nach so lange Zeit terffen sie sich wieder, vor allem Rita hat angst vor dem treffen. Und nach dem etwas tragisches passiert, werden alle von der Vergangenheit eingeholt...

Erster Satz: 

Stell dir deine Geburt folgendermassen vor: Du wirst nicht geboren, wenn man dich dem Mutterleib entreisst.




Meine Meinung

Der Titel ist etwas irreführend, denn es geht hier nicht um Geschwister oder um Familien im direktem Sinne, sondern um eine Mädchenclique. Ums schweigen geht es auch um Geheimnisse. Der Originaltitel triffte es dann doch etwas besser... "Der lange Schatten". Denn Geheimnisse sind lange Schatten die sich bis in die Gegenwart erstrecken.

Das Cover find ich wirklich schön, es spiel auf das Geheimniss an und es hat eine düstere und doch melancholische Atmosphäre.

Die Geschichte ist so aufgebaut das die Autorin zwischen 1974, dem Jahr in dem etwas furchtbares passiert ist und die Mädchen den Abschluss machten, und dem Jahr 2007, als sie sich das erste mal nach 33 Jahren wieder sahen, hin und her. Die Frauen erinnern sich gemeinsam an das verhängnisvolle Jahr welches sie alle sehr verändert hat, und trotzdem kommt die Gegenwart aber auch die Zukunft nicht zu kurz. Die Geschichte liest sich flüssig und man erkennt sich ganz bestimmt wieder in der Geschichte, nicht zuletzt wegen den gut heraus gearbeiteten Charaktere der verschiedenen Frauen.

Elia Barcelo hat eine Geschichte geschaffen die uns alle irgendwie betrifft, im weitesten Sinne. Wir waren alle schon mal 18 und hatten riesen Plane für unser Leben. Und auch wenn das Leben nicht so gelaufen ist wie man sich es damals vorgestellt hatte, haben wir auch heute noch unsere Wünsche, Träume und Pläne für die Zukunft, auch wenn sie vielleicht etwas bescheidener sind, oder total in eine andere Richtung gehen. Vielleicht waren wir auch schon mal Hüterinnen eines Geheimnisses, vielleicht sogar schon von einem das uns bis heute verfolgt?! Und auch unsere besten Freundinnen wissen nicht alles von uns, denn jeder hat sicher auch ein Familiengeheimnis, das man nicht grad jedem auf die Nase bindet. Weil man Angst hat das der andere es nicht verstehet, weil man sich schämt oder Angst vor den Konsequenzen hat wenn man es jemanden erzählt. Und wenn auch nicht... wir erinnern uns sicher immer mal wieder an die magische Zeit als wir 18 waren, und endlich zu den Erwachsenen gehörten. Ein wirklich gutes Buch, warum also nur 4 Sterne und keine 5? Nun, zu beginn hat die Geschichte einige Längen, wenn man aber die übersteht, beginnt die Geschichte einen förmlich hinein zu siehen und man versinkt manchmal in die eigene Vergangenheit. Dazu wird man mit einem überraschenden Schluss belohnt, wie ich finde ;)

Die 7 Mädels sind so unterschiedlich und genau das macht ihre Freundchaft aus. Wie haben Marga-Rita, die als einzige karriere gemacht hat, die kühle, distanzierte und selbstbewusste. Magda-Lena, die schon immer eher die schüchterne war, sensible und später Labile. Oder da wär auch Marisol - Sole, die Noble aber doch unglückliche, Ana, die glückliche und zufriedene... und und und... Auf alle Fälle finden wir Frauen uns sicher wieder in einer der 7 Mädchen und Frauen. Und daher berührt mich der Roman tief. Ein Verständnis ist da, das wahrscheinlich nur Frauen so verstehen können.

Lieblingstelle: 
Stell dir deine Geburt folgendermassen vor: 
Du wirst nicht geboren, wenn man dich dem Mutterleib entreisst. Was da geboren wird, ist ein Potential, ein winziges Wesen, das zu nichts weiter im stande ist, als nach Nahrung, Wäre und Zuneigung zu verlangen. Von den Erwachsenen um dich herum lernst du nach und nach wer du bist, wo du lebst, wie deine Welt ist.


Fazit

 Eine Geschichte um die besondere Frauenfreundschaft, um Zusammenhalt, Geheimnisse und deren Auswirkun auf unser Leben.  



Ich bedanke mich beim Verlag PenDo für dieses Rezi-Exemplar.


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