Der keim der Furcht
Steffen Bärtl's Diplomatenreihe geht weiter

12 Februar 2012

Geschichte

André Hartmanns letzter Einsatz ist schon eine Weile her doch die eigene Tragödie, seine Frau sitzt seit kurzem im Rollstuhl, läuft noch immer auf Hochtouren. Tägliche Physiotherapien, bei denen er dabei ist sind alles andere als Einfach, die Ehe steckt in einer Krise, doch die Welt, die Gewalt interessiert das nicht. Das bekommt Hartmann schon bald zu spüren denn ein Anruf, mitten in der Therapiestunde, erreicht ihn, mit der Bitte sich doch eine DVD anzusehen die sein Kollege ihm nach Hause schickt.

Als er die Bilder, die grausamer und und blutiger fast nicht sein können, sah, wusste er was als nächstes passiert, er wird einberufen. Und zwar nicht von der Botschaft, nein, zur UNO soll er gehen, schliesslich wurde er befördert. Was er da erfährt überrascht ihn doch sehr, dachte er noch er bekäme einfach den Auftrag am Schreibtisch zu sitzen und die Leute zu unterstützen die Vorort in Somalia und Äthiopien ihrer Recherche nachgehen. Aber nein, er wird alleine nach Afrika geschickt. Er soll sich ein Bild von der Lage machen und Bericht erstatten. Aber der Flug dahin ist schon eine Sache die unter Lebensgefahr von statten geht, was allerdings noch nichts gegenüber dem ist, was noch vor ihm steht.

Wird André Hartmann rausfinden wer das deutsche Ärzteteam so brutal niedergemetztelt hat und vor allem warum? Was treibt die Somalier an als Piraten Schiffe zu entern und die Besatzung nicht nur auszunehmen sondern auch eiskalt hin zu richten? 

Diese Reise wird wohl zur blutigsten und brutalsten von Hartmann.

Der erste Satz:

Der Geruch des Todes begegnet den Bauern dieser Gegend, die ihre Ochsen von den Karren spannen, ihre Ziegen auf Pfade zu neuen Weideplätzen trieben und noch einfache Handsämereien ausstreuten



Meine Meinung

Wenn man das Cover betrachtet weiss man eigentlich schon worum es geht. Um Krieg, Gewalt und unschuldige Menschen. Der Titel ist für mich noch zu harmlos für dieses Buch. Denn es ist keine Geschichte die einem das Fürchten lernt sondern sie ist erschreckend, beklemmend und lässt einen hilflos zurück.

Steffen Bärtel schreibt sehr gut, warum also doch nur 4 Punkte. Weil es für mich persönlich zu komplex ist, auch in diesem Roman, wie schon im vorhergehenden, gibt es mehrere Handlungstränge. Sie passen super ineinander aber ich verliere doch immer wieder den Überblick, mir persönlich ist es einfach zu viel. Und die schnellen Wechsel helfen mir nicht grade. Dazu kommt das in diesem Buch viele Abkürzungen stehen, die man zwar schon mal gehört hat aber vielleicht nicht wirklich weiss, was sie schlussendlich bedeuten, dazu wär ein Anhang sicher eine tolle Sache gewesen aber der fehlt hier leider. Dann mag ich es auch nicht wenn alles bis ins kleinste Detail beschrieben ist, mir reicht es wenn man weiss das der Gute in einem Gang steht und brauche nicht zu wissen wie lang und breit der dann auch ist. Oder genau Markennennungen sind für mich persönlich nicht wichtig, mir würde es ebenfalls genügen wenn steht das die Person ein Scharfschützengewehr in der Hand hat.

Was ich aber am Schreibstil von Steffen Bärtl schon immer mochte ist, er ist direkt und Schonunglos. Es wird nichts schön gezeichnet sondern es steht halt wie es ist. was natürlich grade dieses Buch der Reihe schon zu einer schweren Lektüre macht. Ich persönlich schau mir keine Kriegsfilme an, auch in der Tageschau muss ich nicht jede Leiche sehen oder Bilder von Menschen die einfach auf andere einprügeln, niederschiessen oder sonst was. Ich weiss das es passiert, und dass macht mich schon traurig und hilflos genug. Doch im Buch geht es nicht lange und man liest wie ein Kind mit 15 Jahren niedergeprügelt wird.

Was die Geschichte angeht, sie kann aktueller nicht sein, somalische Piraten die die Meere vor Afrika unsicher machen, die Gewalt in Äthiopien, die Gemetzel und das Thema Kindersoldaten, all dass ist hier das Thema. Und wenn dann etwas so Realitätnahes liest und mit einem solchen Schreibstil zusammen trifft, ist es als würde man die Nachrichten nicht sehen sondern einfach lesen, doch die Bilder die da im Kopf rum schwirren verfolgen einen, oder besser gesagt mich, und das noch lange. Klar ist es ein Thema wo man nicht weg schauen sollte, man merkt dann nämlich wie gut wir es hier in Europa trotz all den politisch und wirtschaftlichen Probleme haben und das unser Fokus vielleicht etwas verrückt werden sollte. 

Der Protagonist ist natürlich wieder André Hartmann, er hat dieses mal noch seine eigene Krise zu meistern, was ihn etwas menschlicher, persönlicher macht. Dennoch ist er gewohnt smart, selbstsicher, analytisch  und mit einem guten Schuss Durchsetzungsvermögen versucht er auch dieses mal seine Aufgabe zu meistern.


Fazit

 Ein politischer Roman, der mehr als nur eine Geschichte ist. Nichts für sensible Menschen.



Ich bedanke mich beim Projekt-Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 



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