Mit der Geburt beginnt das sterben...

21 Juni 2012

... bei machen viel zu früh, bei anderen dauert es viel länger und haben nicht nur ein halbes, sondern ein ganzes Leben hier verbracht.

Vorletztes Jahr habe ich ein ergreifendes Buch lesen können, und zwar das Buch von Judith End, sie Erkrankte mit 25 an Brustkrebs und schrieb all ihre Gefühle, ihre Gedanken und den Alltag auf. Den Alltag als alleinerziehende Mutter einer 4 jährigen Tochter, als Studentin die trotz allem ihr Studium beenden will, als Schwester und Tochter. Das Buch nimmt uns mit durch all die Höhen und Tiefen. Das Buch: Sterben kommt nicht in frage, Mama!, hat mich zu tiefst berührt, nicht nur weil ich das ganze aus nächster Nähe mit bekommen habe, da meine Mutter auch schon sehr jung an Krebs erkrankte und 7 Jahre später dann mit 33 verstarb, sondern weil Judith End in ihrem Bericht einfach authentisch war. Nichts wurde schön geredet, keine Tabus ausgelassen, ein Leben mit Krebs ist nicht schön, nicht leicht und keine einfach Sache die man eben schnell übersteht. Man ist nicht immer stark, auch wenn man es eigentlich will, auch wenn es nur für das eigene Kind ist, für die Eltern die man schonen möchte oder weil man keinen Bock auf Mitleid hat, nein, man ist schwach, wütend, fies, verzweifeld und traurig. Und es ist toll, wenn man am Ende über den Krebs siegt. 

Hier noch mein Interview mit Judith End.

Es ging auch eine ganze Weile gut, doch der Krebs kam letzten November zurück, in Form von einem Gebärmutterhalskrebs. Ein neuer Kampf hat begonnen. Inzwischen ist sie 30 und die Tochter 8. Neue Ängste kamen auf sie zu, Gedanken und Fragen überkommen sie, was bringt die Zukunft, mit oder sogar ohne Mich, was wird sein mit meiner Tochter, werde ich sie aufwachsen sehen? Und vieles mehr was ich mich nicht immer wieder fragen mag. Denn genau diese Fragen und Gedanken quälten meine Mutter, doch mitteilen konnte sie sie nicht. 

Judith End hat leider diesesen Kampf am 20. Juni mit 31 Jahren verloren.

Sie hinterlässt eine 9 jährige Tochter, ihren kurz vor dem Tod geehlichten Freund Felix, ihre 2 Schwestern und ihre Eltern, aber auch Freunde.

Ich wünsche Judith End alles Gute wo immer sie jetzt ist, viel Kraft für die betroffenden und ihrer Tochter ganz im speziellen, viele liebe Menschen die ihr durch diese schwere Zeit helfen.

Mein herzliches Beileid




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