Die Frau in Rot
Anuk und die geheimnisvolle Frau

25 August 2012

Geschichte

Ich bin Anuk, komme aus Zürich und bin ein Model. Aber was ich zur Zeit viel mehr bin ist, verzweifelt. Denn auf meiner Schulter lastet eine schwere Schuld. Meine beste Freundin ist meinetwegen Tod, kam bei einem Autounfall ums Leben, doch hätte ich an ihrer Stelle sein sollen. Leider kann ich es nicht mehr ändern, und so fall ich in ein tiefes Loch. Meine Eltern meinen mich zu meiner Tante abschieben zu können, auch wenn sie es so nicht sagen, ich soll auf sie aufpassen bis sie in ein Pflegeheim kann, denn sie ist verrückt. Und eigentlich ist das vielleicht gar nicht mal so ne blöde Idee, einfach weg von all dem hier, denn ich kann eh nicht mehr in der WG bleiben, da erinnert mich viel zu viel an Julia.

Tja, doch leider kommt alles anders, sagt ja schon ein bekannt Spruch, denn ich scheine wie meine Tante langsam verrückt zu werden oder leide ich vielleicht doch unter einer posttraumatischen Belastungsstörung? Wie ich drauf komme? Nun, ich sehe und höre Dinge, Dinge die gar nicht da sein können! Und doch, sie ziehen mich mehr und mehr in ihren Bann und ich muss diese Erscheinungen auf den Grund gehen und was ich da raus finde, wenn auch mit erheblichem Aufwand, das hätte ich mir nie träumen lassen...


Der erste Satz:

Er sprach leise und eindringlich auf die Krähe ein.


Meine Meinung

Da es ein deutschsprachiges Buch ist passt der Titel hervorragend, auch das Cover ist stimmig, auch wenn ein kleines Detail doch etwas anders ist als erwartet. Aber findet es selber heraus ;) 

Die Autorin kommt aus der Schweiz und daher findet man den ein oder anderen Ausdruck den Deutsche vielleicht nicht kennen aber das macht es eben so sympathisch. Es ist erfrischend auch mal solche Worte zu lesen wo man weiss, das kennen die anderen nicht *gg* Margot S. Baumann schreibt flüssig und hat sich auch etwas an die damalige Sprache des 18 Jahrhunderts angepasst, immer dann wenn es nötig war aber so das man noch versteht was gemeint ist. Man kommt leicht in die Geschichte hinein und kann flüssig von Seite zu Seite lesen.

In der Geschichte geht es um 2 Frauen, um 2 Schicksale zu 2 verschiedenen Zeiten. Einmal spielt es in der Gegenwart, genauer 2010 und einmal zwischen 1743-1749. Nebst den historischen Komponenten ist es dennoch eher ein Mysterieroman mit paaranormalem Einschlag. Was ich ja sehr liebe und was mich an dem Buch auch noch sehr gereizt hat ist, das es in der Schweiz spielt, genauer im Kanton Aargau, meinem Nachbarkanton. Was das historische angeht, da hat die Autorin die eine Protagonistin entlehnt, wobei die etwas länger lebte als im Roman und auch ihren Ehemann. Wens interessiert kann hier die Familien- Burggeschichte nachlesen. 

Die Autorin hat es geschafft mich zu fesseln und die beiden Geschichten der Frauen zusammen zu führe. Doch ist mir der Schluss dann etwas zu konstruiert rüber gekommen und fast etwas zu schnell. Und dennoch hat mir das Buch super gefallen und hat seine Sterne voll verdient!

Zur Protagonistin Bernhardiene, sie ist ein junges Fräulein von 17 Jahren und wird mit dem Schlossherrn von Hallwyl, der so alt ist wie ihr Vater, verheiratet. Trotz allem schickt sie sich in ihr Schicksal auch wenn sie weder Liebe empfindet noch den Mann wirklich interessant noch anziehend. Aber schliesslich ist sie jetzt die Frau eines Schlossherrn, möchte die Eltern nicht enttäuschen und ihrem Ehemann Erben schenken. Selbstbewusst macht sie sich ans Werk.

Johannes, der leicht dicklich, überhebliche Ehemann, der seiner Kindfrau wohl alles andere als gerecht wird, ist halt ein typischer Mann, mit einer typischen Einstellung zur Frau zu dieser Zeit. Sympathisch macht es ihn nicht.

Anuk ist eine sehr attraktive junge Frau, die selbstbewusst und leicht "verrückt" ist, was aber durch die Geschichte mit dem Unfall etwas verzerrt wird. Die Autorin hat es geschafft die zwiespältigen Gefühle ein zufangen und rüber zu bringen, so das man immer wieder mit empfindet aber dennoch manchmal denkt; gehts noch Mädel, das kannst nicht machen, da geb ich dir gleich mal was auf den Hinterkopf!

Und Tante Valerie ist die sympathische alte Dame, herzlich und leider schon etwas vertrüdelät. Und dann wär da noch der Arzt der ein Auge auf Anuk geworfen hat und sich dem Charm der Hübschen nicht entziehen kann.



Ich bedanke mich an dieser Stelle noch recht herzlich dem Knaur-Verlag für dieses Rezensionsexemlpar.


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