Touched #1
Der Preis der Unsterblichkeit

27 Februar 2012


Geschichte

Hi, mein Name ist Remy, ich bin knapp 18 Jahre alt und lebe mit meiner Mutter und ihrem Schlägerfreund unter einem Dach. Mein Leben besteht darin meine Mutter zu beschützen, das heisst, mich schützend zwischen ihn und sie zu stellen wenn es wieder mal darum geht das er meine Mutter verprügelt. Ja, das ich da was mit abbekomme ist nur logisch, mehr als man sich überhaupt vorstellen mag, aber ich bin stärker als meine Mutter, und ich habe einen grossen Vorteil, denn ich bin ein Freak. Vor ein paar Jahren keimte in mir eine Fähigkeit auf die ich nutzbar machen kann um meine Mutter und mich selber wieder zu heilen. Mit meiner eigenen Energie kann ich Menschen wieder gesund machen, ich kann Verletzungen wie auch Krankheiten heilen. Doch es ist mein grosses Geheimnis, keiner weiss es, ausser meiner Mutter, die es aber schlicht verleugnet. Klar haben solche "tollen" Fähigkeiten auch ihre dunklen Seiten, die bei mir die sind, das ich jegliche Verletzung, Schmerzen und Krankheiten erst auf mich übertragen muss. Heisst, ich spüre alles was der andere auch spürt. Und dann kann ich mich wieder selber heilen. Aber jetzt wieder zurück zu dem Arsch von einem Mann, ich hoffe jedes mal das sie diesen Scheisskerl anzeigt, sich gegen ihn und für mich, oder besser uns entscheidet. Doch das tut sie nicht, auch diese mal nicht, als sie schwere Kopfverletzungen ab bekam und ich einiges mit einstecken musste. Also lagen wir halt beide im Krankenhaus und als ich aufwachte sass mein richtiger Vater an meinem Bett. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie wütend ich auf ihn bin, er, der mich einfach so hat im Stich lassen taucht jetzt einfach so auf? Und doch.... ich bin dankbar, denn ich will einfach nur noch weg, weg von meiner Mutter, weg von diesem Schlägertyp. Doch wenn mein Vater denkt ich seh ihn als rettenden Ritter hat er sich geschnitten.

Tja, doch es kommt ja bekanntlich immer anders als man denkt, denn anstatt das sich die Familie meines Vaters mir gegenüber abweisend benimmt schliessen sie mich vom ersten Augenblick in ihre Herzen, jetzt hab ich nicht nur eine Stiefmutter und meinen richtigen Vater wieder sondern auch eine Schwester. Meinen Vater hab ich aber klar gemacht dass ich es einen Monat bei ihnen versuche, wenns nicht klappt, bin ich schneller wieder weg als er meinen Namen sagen kann. Aber was mich in den kommenden 2 Wochen dann alles beschäftigt hatte, damit hab ich nicht gerechnet, nicht nur das ich Freude fand, ich mich in meinem neuen zu Hause richtig wohl zu fühlen begann, nein, ich lernte einen Typen kennen! Und ich weiss, er ist wie ich, und doch nicht. Was ich damit sagen will ist, er ist genau so anders wie ich, einfach auf eine verwirrende Art und Weise. Aber leider nehmen schöne und friedliche Zeiten ein jähes Ende, denn nun wird nicht nur mein Leben aufs neue Bedroht...


Erster Satz:

Okay, es wir gleich höllisch weh tun 


Meine Meinung

Ein besserer Titel hätte es in meinen Augen gar nicht dafür gegeben. Das Cover ist zart, und doch voller Power mit dem Rotton. Doch wieder ist es ein Mädchengesicht und langsam verleidet es mir wirklich. Irgendwie scheinen die Ideen aus zu gehen.

Die Autorin schafft es von Anfang an die Spannung hoch zu halten. Auch wenn für mich die ein oder andere Wiederholung weg gelassen werden könnte weil man es nicht nur inzwischen weiss sondern es auch logisch scheint. Doch liest sich die Geschichte wirklich flüssig, leicht aber dennoch mit dem nötigen Tiefgang, denn das 2 Thema welches mit der Heilergeschichte einhergeht ist Gewalt und Misshandlung, und ich finde Corrine Jackson hat es geschafft das es einem so richtig unter die Haut geht, man mit Remy, der Protagonistin mit fühlen kann. Obwohl das Buch zum Fantasygenre gehört hat sie den Spagat geschafft das andere Thema nicht lächerlich zu machen.

In der Geschichte geht es um Remy, die Heilerin, die misshandelte und vernachlässigte, und doch konnte der Scheisskerl sie nicht brechen. Sie wurde hart aber sie hat sich ihren weichen, herzlichen Kern beibehalten, trotz allem was sie erleben musste. All den Verrat seitens der Mutter konnte sie nicht dazu bewegen sie im Stich zu lassen, sie ist die Starke der Dreierkonstelation. Als Remy dann von ihrem Vater zu sich genommen wird, muss sie lernen zu vertrauen, Liebe nicht nur anzunehmen sondern sie auch selber zu zu lassen, aber das fällt natürlich schwer wenn man Mauern um sich gebaut hat, nicht nur um sich selber zu schützen wenn es ums Heilen ging sondern eben auch, aus Verlustängste. Als sie das aber alles zulässt, merkt sie, das es ihr dabei besser geht, sie lässt Liebe sogar so stark zu dass sie alle bedenken fallen lässt obwohl ihr der neue Typ anscheinend ans Leder will. Aber dank des Vetrauens das sie neu gewonnen hat, bleibt sie Stark, selbst dann, als alles in Gefahr läuft aus dem Ruder zu laufen und der Albtraum passiert vor dem sie immer solche Angst hatte...

Remy, ich hab sie vom ersten Augenblick in mein Herz geschlossen, so stark wie sie, wollte ich immer schon sein. Sie erinnert mich etwas an mich, von sich wenig überzeugt, von ihrer Gabe und ihrer eigenen Stärke, fühlt sie sich manchmal verloren und alleine, doch sie gibt trotz allem nicht auf! Auch wenn es wieder mal Rückschläge zu verdauen gibt sie bleibt sich treu. Und wenn sie sich mal was in den Kopf gesetzt hat, dann zieht sie das auch durch. Ich kann Remy förmlich vor mir sehen, wild, manchmal stur, sehr hübsch und doch so zerbrechlich, da kommt doch gleich ein Beschützerinstinkt auf.

Was Ahser angeht, der unglaublich tollaussehende Typ, er ist voller Geheimnisse. Was er ist? Nun, das musste Remy auch erst raus finden. Ein so genannter Beschützer ist er, doch leider klingt das viel romantischer als das es in Wirklichkeit ist! Denn die Beziehung zwischen Heilerinnen und den Beschützern wurde vor mehr als 100 Jahren zerstöhrt. Daher kämpft Asher mit seinen eigenen Dämonen, vor allem wenn er in der Nähe von Remy ist, doch er ist aus einem ähnlichen Holz geschnitzt wie sie,  aber wenn er was will, schafft er es auch und bekommt es, koste es was es wolle!


Meine Lieblingstelle:

"Sie haben Unrecht. Unsterblichkeit ist ein Fluch. Als Mensch sollte man sterben. Die Todesangst ist es, die unserem Leben einen Sinn gibt - das Wissen, dass einem das, was einem am liebsten ist, jederzeit genommen werden könnte, gibt jeder Minuten, überhaupt allem, mehr Sinn. Wenn jeder Tag gleich ist, stumpfst du ab.


Fazit

 Ein wirklich gelungener Jugendroman, mit viel Herz und Gewalt, wenn auch zu kurz... ;)  Wer sich das auch zu Herzen nimmt sollte wirklich genug Taschentücher bereit halten.




Ich bedanke mich auf diesem Weg noch beim Thienemann-Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.


Meeresflüstern #1
Auftakt zur Meeres-Trilogie

21 Februar 2012

Geschichte

Elodie ist ein 17 jähriges Mädchen das einen herben Schicksalsschlag erlitten hat. Ihr Vater verstarb vor einer Woche bei einem Autounfall. Das alles nimmt Eldoie natürlich sehr stark mit und irgendwie kann sie sich zu Hause nicht wirklich erholen. Die Mutter kommt auf eine Idee, die auch bei Elodie Anklang findet und zwar soll Elodie für die nächsten 6 Monate zur Grosstante nach England gehen um sich eine Auszeit zu gönnen. Die Gosstante lebt auf einer Insel Namens Guernsey wo sie ein Bed and Breakfast betreibt. Elodie hoff das sie dort etwas mehr zur Ruhe kommen kann und durch die mithilfe und Ablenkung aus ihrem Tief kommt. Das die Ablenkung schon am Flughafen beginnt, damit hätte sie wohl nicht gerechnet denn sie lernt da eine Mann kennen der sie irgendwie fasziniert. Aber das ist noch nichts im Vergleich mit dem, was sie auf der Insel erwartet...

Erster Satz:

Zärtlich ruhte Kyans Blick auf dem nackten Körper des Mädchens, der sich im Licht des schmalen Mondes gespenstisch vom dunklen Boden abhob.


Meine Meinung

Der Titel find ich zwar passend, aber doch irgendwie lahm. Er sagt zwar was über das Element aus um welches hier geht aber wirklich einen Bezug seh ich nicht, "Geheimnis des Meeres" oder so was in der Richtung wäre passender gewesen, aber das Cover ist wirklich sehr gelungen, zwar haben sie sich da nicht so viel einfallen lassen mit dem Motiv, den die Gesichter werden langsam langweilig aber mit den Salzkristallen und dem glitzernden Schriftzug hebt es sich dennoch von der Masse ab.

Die Autorin schreibt einfach, und ganz im Sinne für jugendliche. Dinge werden zwar angedeutet aber auch beim Namen genannt. Manchmal ist es mir aber dennoch viel zu kitschig. Gut, das Buch ist für Jugendliche geschrieben und ich bin einfach keine 14 oder 16 mehr. Doch das muss man nun mal beachten und dann ist das Ganze auch wieder stimmig.

Hier geht es um Elodie welche in einer Krise steckt, sie trauert und kommt grade nicht mehr damit klar. Logisch, ist der Tod des Vaters auch erst ne Woche her. Da kann man ja kaum erwarten das alles wieder gut ist. Doch scheint auch sie es gut zu finden mal eine Auszeit zu nehmen, in der Hoffnung das sie in den nächsten 6 Monaten einen neuen Weg findet ihr Leben zu meistern. Das Leben ist eh schon nicht einfach mit 17, da ist man so oder so noch auf der Suche nach sich selber, und wenn dann so etwas passiert wirft es einen tüchtig aus der Bahn. Und mit Hilfe der Entfernung, der anderen Umgebung und neuen Menschen um sich rum fällt das vielleicht etwas einfacher. Elodie kommt aber da gar nicht erst dazu wirklich zu trauern, und dass find ich irgendwie komisch. Sie wird gleich in eine neue "Tragödie" geschmissen und sie verliebt sich Knall auf Fall. Dazu kommt noch das Geheimnis um die mysteriösen Jungs, welche allen Mädchen den Kopf, verdrehen.

Eldoie ist eine typische 17 jährige, sie weiss noch nicht wirklich was sie will, ist auf der Suche nach sich selber und handelt immer noch mehr aus dem Bauch heraus. Heisst, der Verstand ist nicht so wichtig, auch Regeln sind eher hinderlich. Doch sie ist eine offene, herzliche und hilfbereite Person, die sich schnell mit anderen anfreundet. Aber eben dieses Bauchgefühl bringt sie ab und an in Schwierigkeiten, welche sie aber gerne in kauf nimmt.

Eldie war mir zwar sehr sympathisch auch wenn sie mir manchmal auf die Nerven ging. Sie war mir zu teenihaft, logisch, schliesslich ist sie auch einer!! Aber hier kommt das ganz stark zum tragen. Denn manchmal will sie einfach nicht einsehen das gewisse Dinge halt sind wie sie sind, und sie sie nicht ändern kann nur weil sie das will. 


Fazit


  Eine guter Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie für Kiddis zwischen 14-17, aber für mich als Erwachsene zu lau und zu kitschig.




Ich bedanke mich bei Blog dein Buch, und ebenso beim Coppenrath Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


Die Geschichte und die Idee dahinter hat mir ja gut gefallen, aber dann doch nicht so sehr das ich die kommenden 2 Bände nicht lesen werde. Wer aber dennoch interesse an den beiden Teilen hat, dem verlinke ich sie gerne.

Teil 2: Meerestosen
Teil 3: Meeresrauschen

Der keim der Furcht
Steffen Bärtl's Diplomatenreihe geht weiter

12 Februar 2012

Geschichte

André Hartmanns letzter Einsatz ist schon eine Weile her doch die eigene Tragödie, seine Frau sitzt seit kurzem im Rollstuhl, läuft noch immer auf Hochtouren. Tägliche Physiotherapien, bei denen er dabei ist sind alles andere als Einfach, die Ehe steckt in einer Krise, doch die Welt, die Gewalt interessiert das nicht. Das bekommt Hartmann schon bald zu spüren denn ein Anruf, mitten in der Therapiestunde, erreicht ihn, mit der Bitte sich doch eine DVD anzusehen die sein Kollege ihm nach Hause schickt.

Als er die Bilder, die grausamer und und blutiger fast nicht sein können, sah, wusste er was als nächstes passiert, er wird einberufen. Und zwar nicht von der Botschaft, nein, zur UNO soll er gehen, schliesslich wurde er befördert. Was er da erfährt überrascht ihn doch sehr, dachte er noch er bekäme einfach den Auftrag am Schreibtisch zu sitzen und die Leute zu unterstützen die Vorort in Somalia und Äthiopien ihrer Recherche nachgehen. Aber nein, er wird alleine nach Afrika geschickt. Er soll sich ein Bild von der Lage machen und Bericht erstatten. Aber der Flug dahin ist schon eine Sache die unter Lebensgefahr von statten geht, was allerdings noch nichts gegenüber dem ist, was noch vor ihm steht.

Wird André Hartmann rausfinden wer das deutsche Ärzteteam so brutal niedergemetztelt hat und vor allem warum? Was treibt die Somalier an als Piraten Schiffe zu entern und die Besatzung nicht nur auszunehmen sondern auch eiskalt hin zu richten? 

Diese Reise wird wohl zur blutigsten und brutalsten von Hartmann.

Der erste Satz:

Der Geruch des Todes begegnet den Bauern dieser Gegend, die ihre Ochsen von den Karren spannen, ihre Ziegen auf Pfade zu neuen Weideplätzen trieben und noch einfache Handsämereien ausstreuten



Meine Meinung

Wenn man das Cover betrachtet weiss man eigentlich schon worum es geht. Um Krieg, Gewalt und unschuldige Menschen. Der Titel ist für mich noch zu harmlos für dieses Buch. Denn es ist keine Geschichte die einem das Fürchten lernt sondern sie ist erschreckend, beklemmend und lässt einen hilflos zurück.

Steffen Bärtel schreibt sehr gut, warum also doch nur 4 Punkte. Weil es für mich persönlich zu komplex ist, auch in diesem Roman, wie schon im vorhergehenden, gibt es mehrere Handlungstränge. Sie passen super ineinander aber ich verliere doch immer wieder den Überblick, mir persönlich ist es einfach zu viel. Und die schnellen Wechsel helfen mir nicht grade. Dazu kommt das in diesem Buch viele Abkürzungen stehen, die man zwar schon mal gehört hat aber vielleicht nicht wirklich weiss, was sie schlussendlich bedeuten, dazu wär ein Anhang sicher eine tolle Sache gewesen aber der fehlt hier leider. Dann mag ich es auch nicht wenn alles bis ins kleinste Detail beschrieben ist, mir reicht es wenn man weiss das der Gute in einem Gang steht und brauche nicht zu wissen wie lang und breit der dann auch ist. Oder genau Markennennungen sind für mich persönlich nicht wichtig, mir würde es ebenfalls genügen wenn steht das die Person ein Scharfschützengewehr in der Hand hat.

Was ich aber am Schreibstil von Steffen Bärtl schon immer mochte ist, er ist direkt und Schonunglos. Es wird nichts schön gezeichnet sondern es steht halt wie es ist. was natürlich grade dieses Buch der Reihe schon zu einer schweren Lektüre macht. Ich persönlich schau mir keine Kriegsfilme an, auch in der Tageschau muss ich nicht jede Leiche sehen oder Bilder von Menschen die einfach auf andere einprügeln, niederschiessen oder sonst was. Ich weiss das es passiert, und dass macht mich schon traurig und hilflos genug. Doch im Buch geht es nicht lange und man liest wie ein Kind mit 15 Jahren niedergeprügelt wird.

Was die Geschichte angeht, sie kann aktueller nicht sein, somalische Piraten die die Meere vor Afrika unsicher machen, die Gewalt in Äthiopien, die Gemetzel und das Thema Kindersoldaten, all dass ist hier das Thema. Und wenn dann etwas so Realitätnahes liest und mit einem solchen Schreibstil zusammen trifft, ist es als würde man die Nachrichten nicht sehen sondern einfach lesen, doch die Bilder die da im Kopf rum schwirren verfolgen einen, oder besser gesagt mich, und das noch lange. Klar ist es ein Thema wo man nicht weg schauen sollte, man merkt dann nämlich wie gut wir es hier in Europa trotz all den politisch und wirtschaftlichen Probleme haben und das unser Fokus vielleicht etwas verrückt werden sollte. 

Der Protagonist ist natürlich wieder André Hartmann, er hat dieses mal noch seine eigene Krise zu meistern, was ihn etwas menschlicher, persönlicher macht. Dennoch ist er gewohnt smart, selbstsicher, analytisch  und mit einem guten Schuss Durchsetzungsvermögen versucht er auch dieses mal seine Aufgabe zu meistern.


Fazit

 Ein politischer Roman, der mehr als nur eine Geschichte ist. Nichts für sensible Menschen.



Ich bedanke mich beim Projekt-Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 



Interview mit Bodo Lampe zu seinem Roman "Trojaner"

06 Februar 2012

© Bodo Lampe
 Bodo Lampe über sich selber...
Ich schreibe eigentlich schon immer, ich schätze seit ich ungefähr 10 bin. Zuerst Tagebücher, kleine Geschichten, Beobachtungen, auch philosophische Sachen. Aber richtig professionell mache ich es erst seit ungefähr 15 Jahren, seit ich aus der Wissenschaft ausgeschieden bin. Bis ich 40 war, habe ich als Physiker in der Forschung gearbeitet, und bin dann in die Informatikindustrie gewechselt.

Alexandra Künzler
Oh, das ist ja ne ganz andere Richtung. Erst etwas kopflastiges und jetzt etwas fürs Gemüht. Vermisst du deine Arbeit als Wissenschaftler nicht?

Bodo Lampe
Ja, ich bin da etwas gespalten. Meine jetzige Arbeit ist ein reiner Brotberuf; dafür kann ich meine Freizeit zum Schreiben verwenden, während man die Wissenschaft mit Haut und Haar betreiben muss, so dass mir zum Romane schreiben damals keine Zeit blieb.

Alexandra Künzler
Was war denn der ausschlaggebende Impuls für den Roman Trojaner?

Bodo Lampe
Das hat sich alles so entwickelt. Eigentlich geht mein ganzes Schreiben auf diesen Roman hin ein einziger großer Roman. Ich habe mit Kurzgeschichten angefangen, das waren - im Nachhinein betrachtet - aber nur Fingerübungen, nicht alle gelungen und bin dann zu längeren Texten gekommen, und irgendwann hatte ich das Gefühl, ich will etwas Längeres schreiben, etwas wirklich Bedeutsames schreiben, etwas, das irgendwie alles enthält, die Gegenwart und alle Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe, und daraus ist dann dieser Roman entstandengeworden. 
Ich möchte noch hinzufügen: ein wichtiger Impuls für mein Schreiben ist Angst. Die Angst, nach dem Tod vergessen zu werden, dass all mein Schaffen vergeblich gewesen ist, und gegen diese Angst schreibe ich an.

Alexandra Künzler
Du sagst selber das dein Roman als experimental betrachen muss, was muss mann denn unter Experimentalroman verstehen? Ist der Roman nur für eine bestimmte Zielgruppe geeignet?

Bodo Lampe
Er wird niemals eine sehr große Leserschaft haben, so viel ist sicher, weil einige Abschnitte schwer zu lesen und zu verstehen sind, allein von der Sprache her; aber eine bestimmte Zielgruppe lässt sich auf der anderen Seite auch nicht benennen.

Alexandra Künzler
Wenn du sagst es sind all deine Erfahrungen darin erhalten, ist er ja sicher auch bis zu einem Teil biographisch, also auch sehr wissenschaftlich? Meinst du das mit schwer zu verstehen?

Bodo Lampe
Nein, um Wissenschaft geht es eigentlich kaum. Biografische Elemente sind sicherlich enthalten. Um etwas konkreter zu werden: der ganze Roman spielt an einem einzigen Tag, aber dieser Tag ist eine Allegorie auf ein ganzes Leben. Das heißt der Roman fängt morgens an mit einer Art Geburt, und die Protagonisten in der ersten Hälfte sind vorrangig junge Leute, ein paar Schüler, die einen Vormittag an der Schule erleben, mit Schulstunden und Konflikten, die sprachlich experimentell verarbeitet sind, während nachmittags und abends geht es hauptsächlich um Leute im mittleren Alter.

Alexandra Künzler
Hast du den Roman bewusst in 2 Teilen heraus gebracht? Oder war das mehr Zufall?

Bodo Lampe
Ich habe ihn inzwischen so umgebaut, dass die beiden Teile ineinander greifen, und man nicht wirklich von 2 Teilen reden kann. Zum Beispiel gibt es im zweiten Teil ein Kapitel, in dem die Schüler abends eine Party feiern, und im ersten Teil läuft einer der Mittvierziger durch die Stadt und überdenkt sein Leben.

Ursprünglich gab es übrigenseigentlich nur die Idee für den 2. Teil, wo etwas gesetztere Leute sich abends an einem Stammtisch treffen, und ihre Probleme besprechen. Aber das hat sich dann immer weiter ausgeweitet. Diese älteren Leute sind zum Teil die Eltern und Lehrer der Schüler, so dass es viele Verbindungspunkte gibt. Ich kann auch nicht sagen, dass der Roman schon endgültig fertig ist. Es wird sicher noch etwas dazukommen.

Alexandra Künzler
Also ein Roman, der mit dir mit lebt, so zu sagen!?

Bodo Lampe
Eine never-ending story, ja.

Alexandra Künzler
Was liegt dir denn ganz besonders am Herzen was dieses Buch angeht?

Bodo Lampe
Ich habe mehrere andere Projekte dafür zurückgestellt, weil ich mir gedacht habe, Trojaner - das muss es jetzt sein. Andere Ideen habe ich eingearbeitet, zum Beispiel Rückblenden über eine Liebesbeziehung oder Zukunftsvisionen oder surreale Rauschgifterfahrungen. Wichtig ist mir dabei immer, dass der sprachliche Stil nicht konventionell ist, sondern dass ich etwas ausprobiere, und zwar in jedem Kapitel auf andere Art, so dass jedes einen besonderen, charakteristischen ‚Sound‘ bekommen hat. Ich denke, konventionelle Romane gibt es genug, und zwar auch sehr gute, mit denen ich vom Stil gar nicht konkurrieren könnte. Bei mir gibt es schon auch Abschnitte, die im gewöhnlichen Sinn als gelungen, witzig oder unterhaltsam bezeichnet werden können, aber das Gewicht liegt eindeutig auf Elementen, die beim ersten und vielleicht auch beim zweiten Lesen völlig unverständlich erscheinensind, weil sie gar nicht in einer bekannten Sprache verfasst sind. - Nur das lateinische Alphabet, das benutze ich meistens.

Vom Inhalt her gibt es durchaus Insgesamt gibt es aber schon einen roten Faden, den man verstehen kann, wenn man sich mit dem Text länger beschäftigt: (Doppelpunkt, und kein Absatz hier) Im Kern geht es um eine Familie: Vater, Mutter, Sohn und Tochter, was die in der Moderne oder Postmoderne erleben oder wichtig finden, wie die sich an der Wirklichkeit reiben oder sich mit ihr arrangieren.

Das ist es dann vielleicht auch, was mir am Herzen liegt: dass ich diese Sichtweise der Welt, die ich habe, anderen zugänglich machen will. Denn auch wenn das die Textealles schwierig zu lesen ist, geht es mir natürlich schon auch darum, gehört zu werden.

Alexandra Künzler
So wie du das Buch beschreibst ist für jeden etwas dabei, also jeder ist entweder Sohn oder Mutter, Vater oder Tochter, doch es scheint mir nicht einfach zu sein sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Im Allgemeinen scheint mir das Buch keins zu sein das man einfach mal so durch liest sondern eben zum denken anregt. Was ja nicht schlecht ist. Besteht aber nicht die Gefahr das die meisten Leser dann das Buch zu früh aus den Händen legen weil es einfach zu schwer zu lesen ist? Könntest du es verstehen wenn das passieren würde...?

Bodo Lampe
Ja, das ist natürlich eine mögliche Reaktion. Es ist halt keine Unterhaltungslektüre, und man muss sich, glaube ich, schon viel Zeit nehmen.

Alexandra Künzler
Beschreibe dein Buch in einem Satz.

Bodo Lampe
E Lite hohley.
So war eigentlich der Titel des zweiten Teils, der ja zuerst ein eigenständiger Roman werden sollte. Dieses Wortgebilde hat etwas mit Licht und Leere zu tun.

Alexandra Künzler
Interessante Entwicklung.
Bist du an einem neuen Buch dran?

Bodo Lampe
Ich möchte mich korrigieren. Für den Gesamttext vielleicht doch keine gute Beschreibung, sondern: es geht in dem Roman um Stadtbewohner (Trojaner), die ihr Leben leben.

Ich bin dabei, die Trojaner um weitere Abschnitte zu ergänzen möchte den Roman um weitere Abschnitte ergänzen: um die Zukunftsaussichten einer Beziehung zwischen zwei der Hauptfiguren (geschrieben als Futur-Konditionalform), um Gedanken, Empfindungen und pubertäre Konkurrenzkämpfe angesichts eines Sternenhimmels auf einer Dachterasse, und vielleicht um ein Ende, in dem der Tod einer Figur eine Rolle spielt.

Alexandra Künzler
Klingt so als hättest du das schon einiges im Kopf wie es weiter gehen soll, also nicht nur so eine Ahnung wie es sein könnte.

Bodo Lampe
Das stimmt. Andererseits ist der Roman, so wie er jetzt existiert, für sich bereits abgeschlosseneine abgeschlossene Sache, das heißt er ist zu Ende geführt und man kann ihn verstehen, ohne diese Zusatzkapitel. Daher habe ich ihn veröffentlicht.

Alexandra Künzler
Also würde es auf einen Mehrteiler oder zumindest einen 2teiler heraus laufen.

Bodo Lampe
Ich weiß nicht, ob du den Mann ohne Eigenschaften kennst, von Musil. Da gibt es vom Verlag einen autorisierten Hauptband, und dazu noch einen zweiten Band mit Kapiteln, die Musil nicht in seinem Haupthandlungsstrang untergebracht hat. So ähnlich ist es auch bei mir, nur dass ich versuche, so viel wie möglich in die Gesamterzählung einzubauen, so dass es letztlich doch bei einem Einteiler bleibt.

Alexandra Künzler
Nein, ich muss gestehen ich kenn weder den Autor noch eben das besagte Buch. Aber ich verstehe was du meinst.

Bodo Lampe
Der Roman hat jetzt etwas über 1000 Seiten. Ein Problem ist natürlich, dass man in Buchform nicht beliebig dicke Bücher drucken kann. Bei den Dateien auf eBook's, die man in Zukunft haben wird, gibt es so eine Beschränkung ja nicht mehr.

Alexandra Künzler
Stimmt, da haben eBook's ihre Vorteile. Heisst dass, das du dir überlegst das nächste mal ein eBook raus zu geben?

Bodo Lampe
Ja, genau. Man kann auch jetzt schon meinen Roman als pdf-Datei im Internet herunterladen, von meiner Homepage bodolampe.de

Alexandra Künzler
Also bist du offen für das neue Medium.

Ich persönlich war ja bis vor kurzem auf Kriegsfuss mit dem eBook, aber das hat sich inzwischen geändert.

Bodo Lampe
Vom Lesen her ist das natürlich auch nicht so schön wie ein richtiges Buch in der Hand zu halten. Aber ich glaube, das ändert sich, wenn sich die Technik weiterentwickelt. Ich sehe das dann als große Chance, gerade für Stoffe, die nicht so viele Leser haben und wo sich die Verlage zweimal überlegen, bevor sie es drucken.

Alexandra Künzler
Das kommt dazu ja. Ich drück dir auf alle Fälle die Daumen für dein weiteres Schaffen und viel Erfolg für dein Buch Trojaner!

Bodo Lampe
Danke, Alexandra.

Alexandra Künzler
Hast du noch ein Anliegen oder eine Frage an die Leser meines Blogs?

Bodo Lampe
Auf jeden Fall finde ich deinen Blog sehr gut gemacht, mit all den Infos über die Bücher, die du empfiehlst.

Alexandra Künzler
Danke für dein Kompliment, das freut mich natürlich sehr. Ich bedanke mich für die Zeit die du dir genommen hast um mit mir dieses Interview zu machen und es hat mich gefreut.




Info zum Buch
Verlag: Bod
Format: Paperback
ISBN: 978-3-8391-8031-0
Seiten:
700
Preis: 59 €
KLAPPENTEXT:
Der Roman TROJANER spielt an einem schwülwarmen Sommertag in Hamburg. Er stellt das Alltagsleben verschiedener Stadtbewohner dar, mit seinen täglichen Spannungen, den Konflikten an einer Schule, in einem Wirtshaus und zwischen den Geschlechtern. Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Sprache, auf sprachlichen Figuren und sprachlichen Experimenten. 


Die Druidin #1
Talia, das Mädchen mit der besonderen Gabe

04 Februar 2012

Geschichte

Manching - Alte - Stadt, Süddeutschland, 120 Jahre vor unserer Zeit.

Talia, ein Mädchen ohne Eltern, wächst in der Obhut ihrer Ziehmutter und unter Druiden auf. Doch als diese rausfinden das Sie eine ganz spezielle Gabe besitzt, sie kann die Seelen der Menschen sehen, will einer der Druiden ihr ganz besonders habhaft werden. Sollte sich Talia nicht freiwillig dazu bringen lassen sich in den Dienst der Heiligen zu stellen, würde er auch zu extremeren Mitteln greifen. Als dann die Ziehmutter stirbt und Talie ein geheimes Gespräch zweier Druiden belauscht, die aushecken wie sie Sie dazu zwingen würden bei ihnen zu bleiben und ihre Gabe zu ihrer Machtvermehrung an zueignen, entschliesst sich die inzwischen 19 jährige zu flüchten, und sich in Alte-Stadt auf die Suche nach ihrem Vater zu machen. Den Vater, der sie damals nicht haben wollte, und den Befehl gab, sie um zu bringen.

Talia weiss zwar nicht was sie sich davon verspricht, sie hasst ihn nämlich bis aufs Blut aber sie weiss auch, dass sie nicht da bleiben kann, wo sie bis jetzt behütet aufgewachsen ist.

Wird sie ihren Vater finden? Kann sie untertauchen und den Händen der Druiden entkommen? Auf was lässt sie sich ein? Das Abenteuer beginnt und es hält sehr viel mehr Überraschungen bereit als dass sie sich gewünscht hätte. Denn nichts kommt so wie sie es sich eigentlich vorgestellt hat...

Erster Satz:

Der Abendwind wehte einen Hauch von verbranntem Fleisch über den zertrampelten Platz vor der Herberge.



Meine Meinung

Der Titel spielt auf Talia an, auch wenn es nicht ganz so stimmig ist, denn sie ist keine Druidin, nicht nur das Druiden eben ausschliesslich männlich waren, sondern sie wurde auch nie zu einer Geweiht. Das Cover ist schlicht, in Grün gehalten mit einer Triskele drauf, was ich wiederum schön finde. Manchmal ist weniger halt doch mehr.

Die Autorin schreibt einfach, schlicht und ohne grosse Schnörkel oder Wortspielereinen. Manchmal sehr direkt und brutal. Aber das passt wesentlich besser in diese Zeit als ein gesäusel. Es liest sich flüssig aber leider hat der Roman einige Längen, dennoch ist er so spannend das man wissen will wies weiter geht. 

Wie schon erwähnt spielt die Geschichte 120 Jahre vor unserer Zeit. Es ist die Zeit der Kelten und anderen Stämmen. Es ist eine Zeit der Unruhen wo die Verschiedenen Stämme wie Vindeliker, Noriker, Boier und andere ihre Macht ausweiten wollen. Es herrschen kriegerische Zeiten und auch ein grosser Herrscher und Stammesführer ist nie Sicher vor Verrat. Und in diese Zeit wurde Talia hineingeboren und muss sich nicht nur ihrer eigenen Vergangenheit stellen, sondern es steht auch ihre ganze Zukunft auf dem Spiel! In diesem ersten Teil geht es um die paar Jahre wo Talia flieht und in Alte-Stadt Zuflucht sucht, ihrem Vater begegnet, Entscheidungen treffen muss die nicht nur für ihr Leben wichtig sind sondern auch für andere. Es ist eine Geschichte von Hass, Vergebung, Liebe, aber eben auch von Mut und Dramen.

Talia, sie stammt selbst von den Rincaten ab. Ihre Sippe herrscht über Alte Stadt und dem  Oppidum von Manching. Sie ist was ganz besonderes, sie besitzt eine Gabe die nicht mal die Druiden beherrschen, sie kann nämlich Seelen sehen, und diese auch beeinflussen. Dies macht sie zu einem sehr begehrlichen Objekt für die Druiden, die ihre Gabe für ihre Zwecke missbrauchen wollen. Doch sie ist eine starke junge Frau, die sich diesem Zwang nicht beugen will, sie sieht nicht ein das sie gefährlich ist. Sie ist zwar etwas verunsichert aber sie denkt sich auch das sie nur wissen muss wie man damit um zu gehen hat, dann könnte sie wohl vielen Menschen helfen. Talia ist in keine leichte Zeit geboren, wer sich nicht lernt durch zu setzen, nicht Loyal zu seinem Herrscher ist, wird nicht alt. Die Zeit wird regiert von Verrat, Machtgier und Krieg und somit auch durch den Tod. Doch ist sie eine sehr starke Frau und wird mit jedem Jahr stärker und selbstsicherer. Auch wenn ihre Erfahrungen sie zum Teil auch Hart werden liessen, ist sie noch immer eine Frau die sogar ihr Leben gibt, für Menschen die es verdient haben es zu Leben und geliebt zu werden, aber.... genau das Gegenteil kann eben auch passieren!