Ich bin kein Serienkiller
Das Monster in mir

28 September 2012

Geschichte

Hallo ihr, ich bin John, John Wayne Cleaver, 15 Jahre und bin anders. Ich wusste das schon immer, aber spätestens als ich dann 8 wurde, war allen klar, denn ab da verschlang ich alles was mit dem Thema Serienmörder zu tun hat und dabei ist es geblieben, es ist ein richtiger Zwang. Genau so wie meine Faszination für den Tod. Vielleicht entstand das Interesse aus dem Versuch heraus meine dunkelsten Seiten im Griff zu haben. Denn in mir haust ein Monster! Ich bin ein Soziophat, mit einer typischen Serienkiller Laufbahn. Und doch, ich will das nicht aber mein Schicksal sieht das anders. Doch dank meinen eigenen Regeln hatte ich das Monster hinter einer dicken Mauer in Schach...

Bis eines Tages ein Serienkiller unser kleines Städtchen unsicher macht und das auf brutalste Weise. Langsam aber sicher erwacht das Monster in mir, wird stärker und ich brauch immer mehr Willenskraft es in Schach zu halten. Denn so Jemand will ich nicht sein. Ich hätte nie gedacht das ich freiwillig mal diese mühsam errichteten Mauern selber einreissen würde um mein Monster zu entfesseln...

Erster Satz:

Mrs. Anderson war tot.



Meine Meinung

Überraschender weise stimmt hier der deutschsprachige Titel mit dem englischen Original überrein und besser könnte er eben nicht sein. Das Cover ist schlicht gehalten und macht doch Eindruck. Mir gefällts.

Dan Wells hat einen lockeren, flüssigen Schreibstil, der mich nie hat stocken lassen und mich so, von Anfang an, mit gezogen hat, mit gezogen in die Untiefen der eigenen dunklen Seiten.

Johns Geschichte ist nicht nur ein Psychothriller, sondern es ist eine Mischung denn auch Fantasyaspekte gibt es darin. Was die Story aber so besonders macht, ist in meinen Augen nicht das Thema an sich, sondern das der Protagonist erst 15 und das Buch tiefsinnig und intelligent ist. Geschichten über Serienkiller, Mörder und so weiter, gibt es schon genügend, aber dieses Buch ist für mich neu. Denn es beschäftigt sich sehr mit den Gedanken des Jungen, der weiss das in ihm was Böses lauert, der aber eigentlich das gar nicht will und versucht einen Weg zu finden den Zwang möglichst zu unterdrücken, den Zwang jemanden zu töten und das schon mit 15 Jahren.

Dan Wells ist mit dem Buch, für mich, ein wirklich geniales Debüt gelungen. Nicht nur weils gut geschrieben ist, sondern weils irgendwie anders ist. Mir kam die Serie DEXTER in den Sinn, wobei da die Geschichte etwas anders gelagert ist, aber dennoch musste ich daran denken. Das Buch hat mit einfach mit gerissen, man will einfach mehr über diesen sehr sympathischen Jungen erfahren, will wissen wie es nun ausgeht, hat er ES im Griff? Gedanken wie... "Wie böse kann man sein um noch als gut zu gelten" ... kamen mir da in den Sinn. Wie schwierig muss es sein so ein Kind auf zu ziehen, zu wissen was los ist?

Ich werde mir die anderen beiden Teile ganz sicher auch zu legen, denn ich will wissen wies weiter geht!

Wie gesagt, der 15. jährige John ist mit sehr ans Herz gewachsen. Mit seiner zwar total verschlossenen Art wirkt er dennoch nicht abweisend, da er grosse Einblicke in seine Gedanken- und Seelenwelt gewährt. Dem Autor ist es wirklich gut gelungen die Personen förmlich zum leben zu erwecken, so das ich das Gefühl hatte, dabei zu sein.

Lieblingsstelle:

"Andererseits will ich dich gar nicht aufschneiden, Rob. So jemand will ich nicht sein. Deshalb habe ich eine Regel aufgestellt: Immer wenn ich jemanden aufschneiden will, sag ich stattdessen etwas nettes zu ihm. Deshalb sage ich: Rob Anders aus der Carmation Streed 232, du bist ein toller Typ. 


Sollten wir doch vielleicht auch mal ausprobieren, was meint ihr?



Mord unter den Linden
Berlin 1890

24 September 2012

Geschichte

Mein Name ist Otto, Otto Sanftleben. Dr. Sanftleben. Ich hab mich auf das Gebiet der Psychologie und Morphologie spezialisiert. Eigentlich wurde ich nur an einen Vortrag eingeladen, den ich interessierten Menschen halten soll, doch jetzt wurde ich gebeten an einem Fall mit zu ermitteln. Hier in Berlin geht ein grausiger Mörder um, welcher eine junge Frau gekreuzigt hat. Dank meines Wissens werde ich versuchen den Fall zu lösen, doch es ist alles viel komplizierter als ich es erst gedacht habe... 

Erster Satz:

Sie hatten ihn ausgezogen, Eisenringe um die Hand- und Fussgelenke geschlagen und nackt an die Mauer gekettet.



Meine Meinung

Der Titel passt und das Cover ist sehr speziell. Auf den ersten Blick scheint es ein colleriertes Foto aus dem Jahre 1880 zu sein aber bei genauerem hinsehen ist es eine Zeichnung. Ich find es mal was anderes. 

Der Schreibstil von Tim Pieper ist gewohnt flüssig und locker wie schon beim Debüt-Roman. Die Sprache enthält zwar einige französische Sätze, welche aber am Schluss des Buches übersetzt werden. Da die Geschichte im Jahre 1890 spielt ist die Sprache auch etwas steif gehalten, aber nicht so sehr das es anstrengend wirkt.

Als erstes ist mir aufgefallen das Tim Pieper wirklich gut recherchiert hat. Bis in kleinste Detail, wie Haaröl oder das Eau de Cologne welches zu der Zeit existierte und die waren auch rege im Gebrauch. Das macht das Buch gleich viel interessanter. Auch die wirtschaftlichen Probleme sind gut aufgenommen worden.

Doch hat mir das Buch nur "ganz gut" gefallen. Da war ich vom Debüt, Der Minnesänger, schon sehr viel mehr begeistert. Doch die Geschichte um den Mord und die Gedanken von Dr. Sanftleben haben mich dennoch gut unterhalten. Wenn man bedenkt wie man vor noch nicht mal all zu langer Zeit über den Menschen dachte. Z.B. das man anhand der Gesichtszüge schliessen kann was für ein Mensch der andere ist. Gut haben wir heute dazu gelernt ;)

Ich weiss nicht genau woran es lag das ich dem Buch "nur" ein GUT vergeben kann, denn die Kritiken waren ja durchwegs super, doch richtig gepackt hat es mich nie, und das braucht ein Buch
einfach um 4 oder gar 5 Sterne zu bekommen. Es ist halt schon ganz was anderes, das Buch spielt dieses mal vor etwas mehr als 100 Jahren, der Minnesänger aber im Mittelalter. Ihr merkt schon, es fällt mir schwer denn wirklich was negatives kann ich über den Roman nicht sagen, denn die Geschichte ist schlüssig, auch nicht vorhersehbar, wie ich finde und das wichtigste, sie geht zum Schluss auf. Und doch fehlte mir etwas.

Den 4. Stern bekommt das Buch weils so gut recherchiert wurde.

Dr. Sanftleben, der Protagonist scheint erst mal eher ein unscheinbarer und zurückhaltender Mann zu sein, doch entwickelt er sich in der Geschichte zu einem selbstbewussten Mann der die Sache auch mal in die eigenen Hände nehmen kann und sich durchzusetzen weiss.

Frederike, sie ist mir besonders ans Herz gewachsen. Sie hatte es nie leicht und doch lernt sie irgendwann den Mut zusammen zu nehmen und sich gegen Obrigkeit zur Wehr zu setzen. Dazu verholfen hat ihr sicher die Liebe, die sie das wohl das erste mal so richtig empfunden hat.

Aber im Allgemeinen sind die Personen wirklich gut gezeichnet, man kann sich schnell ein Bild von ihnen machen und vor allem, sie sind glaubhaft.

Meine Lieblingsstelle:

Ich bin diesem Vehikel verfallen. Es sind" ....er erinnerte sich an die Formulierung des Kriminaldirigenten im Club von Berlin," ... Ungetüme aus Stahl und Blech, die die Sittlichkeit untergraben. Erst jetzt begreife ich wie gefährlich sie sind. Die Haft ist mir eine Lehre. Sie hat mir die Augengeöffnet."


Göttlich verloren
Wenn der Hades ruft

15 September 2012

Geschichte

Alles lief nicht so wie es sollte und jetzt wird es noch schlimmer! Pandora ist Tod, Hector steht unter dem Fluch der Blutrache und meine Mutter ist wieder verschwunden, sie hat mich wieder alleine gelassen!! Und nun muss ich in die Hölle. Oder besser gesagt, die Unterwelt, ich muss versuchen das Problem mit den Furien zu lösen, doch so einfach ist es nicht. Und es ist wirklich die Hölle da unten, das sag ich euch. Jede Nacht, sobald ich eingeschlafen bin, finde ich mich im Reich des Hades wieder. Echt nicht schön. Da will wirklich keiner mit mir tauschen, geschweige denn das es überhaupt keine Frage ist, denn ich bin die einzige die lebend in die Unterwelt kann und da auch lebend wieder raus kommt. Nur weiss ich leider nicht wie ich diese fiesen und bösartigen 3 Schwestern finden soll, geschweige denn was ich dann machen muss um den Fluch der Blutrache zu lösen. Aber als wär das nicht schon gefährlich und schwierig genug träume ich nicht mehr und das raubt mit die letzte Kraft... Ob ich das alles überlebe weiss ich nicht, denn Cassandra, das Orakel, kann meine Zukunft nicht sehen... Sollte ich nicht endlich wieder zu träumen beginnen wird es mein Tod sein. Zu all dem darf ich nicht mal mehr mit Lucas zusammen sein, was mich fast umbringt, aber seit wir wissen das wir Verwandt sind, tja... das einzige was ich noch tun kann ist den Fluch zu brechen, egal ob ich dabei drauf geh!

Erster Satz:

Am Montag fiel die Schule aus


Meine Meinung


Auch dieses mal passen Titel und Cover sehr gut. Wer sich etwas um die Trilogie erkundigt hat, hat sicher auch erfahren das es 2 Versionen für das Cover gab und man abstimmen konnte welches Cover einem besser gefällt. Ich stimmte für dieses hier, denn es passt besser, denn das Mädchen schaut einen direkt an wie beim ersten Cover auch. Und nach dem ich die Geschichte jetzt kenne passt es auch von daher besser. Das Cover setzt sich farblich etwas vom ersten Teil ab. Der Originaltitel "Traumlos" passt natürlich, aber überraschenderweise passt hier der deutsche eben auch super.

Frau Angelini schreibt in ihrem gewohnten lockeren und flüssigen Stil weiter, was mir auch hier wieder super gefällt, nicht übertrieben aber man merkt schon das es eben um junge Erwachsene geht und nicht um junge Teenis. Auch dieses mal verzichtet sie nicht auf Situationskomik, obwohl es im 2. Teil etwas härter und dramatischer zu und her geht als noch beim ersten Band, aber manchmal brauchts einfach ne Auflockerung.

Und ich bin immer noch begeistert! Die Geschichte geht nahtlos da weiter wo sie aufgehört hat. Nur das Helen jetzt praktisch auf sich alleine gestellt ist, denn nur sie kann den Fluch der auf allen Familien lastet auflösen, so auf alle Fälle die Prophezeiung. Während Helen inzwischen zur Familie der Delos gehört und auch ihre Unterstützung hat, wurde Hector verbannt. Er kann erst wieder nach Hause wenn sie es schafft die 3 Furien zu finden und den Fluch zu brechen, ansonsten würden die übrigen Familienmitglieder Hector auseinander reissen vor rasender Wut.

Helen wird in diesem 2. Teil erwachsen, sie lernt viel über sich in der Unterwelt. Sie muss sich ihren Schatten stellen, ihren dunkelsten Seiten von denen sie immer dachte das sie sie gar nicht besitzt. Sie muss lernen Entscheidungen zu treffen, vor allem solche, die sie auch wirklich will, da kann sie sich eigentlich keine Zickereinen mehr leisten und versucht es auch wirklich. Und Vertrauen, dies ist auch ein sehr wichtiges Thema, und zwar nicht nur anderen gegenüber sondern auch sich selber.

Helen muss gleich 2 mal durch die Hölle gehen, einmal wegen der Geschichte des Fluches und dann noch das mit der unerfüllten Liebe. Nicht das Lucas sie nicht mehr wollen würde, doch sie dürfen nicht. Das ganze ist einfach und ich denke Frau Angelini hat das gut hinbekommen wie sie diesen Konflikt verarbeitet hat.

Helen hat sich am meisten entwickelt bis zum Ende dieses Buches, sie ist es auch auf der die meiste Last und Verantwortung liegt, denn nur sie kann das Problem lösen. 

Neben den bekannten Gesichtern tauchen jetzt noch mehr Götter und Halbgötter auf, auch mit Dämonen bekommt es Helen nun zu tun.

Die Autorin hat es wieder Geschäft mich zu fesseln, mich zu unterhalten und vor allem mich neugierig auf den 3. und letzten Teil zu machen, leider muss ich jetzt 8 Monate auf den warten was mich echt nervt *gg* Am liebsten hätte ich gleich weiter gelesen. Aber irgendwie macht es mich auch traurig, denn dann ist die tolle Geschichte vorbei. Und was kommt dann? 

Also wieder rundum ein sehr spannendes Buch mit wirklich tollen Figuren.

Neu im Buch ist der Glosar hinten. Dort findet man jetzt nicht nur die Protagonisten wo man nachlesen kann zu welchen Haus sie gehören sondern auch mit wem sie verwandt sind und welche Kräfte sie haben. Auch die Götter sind kurz aber verständlich erklärt. Sicher gut die sich sonst mit der Götterwelt nicht so auskennen.


Also, ich freu mich nun ganz fest auf den letzten Teil und wünsche allen viel Spass mit der Trilogie ;)

Wer die geschichte noch nicht kennt, jetzt aber neugierig geworden ist, hier meine Rezeniosn zum...





Mundstuhl
Ein bisschen krass muss sein

08 September 2012

Inhalt

Wer kennt sie nicht? Mundstuhl, das wohl krasseste Comedy-Paar Deutschlands. Mit Dragon und Alder wurden sie zu Kultfiguren die den Nerv der Zeit voll erwischt haben. Doch wie entstanden Mundstuhl? Was haben die beiden vorher gemacht? Hier erzählen sie es Schonunglos offen und nehmen auch in ihrem Buch kein Blatt vor den Mund.


Erster Satz: 

Lieber Leser!



Meine Meinung

Titel und Cover sind Programm, mehr muss man da nicht sagen ;)

Die beiden, Lars und Ande, schreiben mit viel Humor, ehrlich und offen. Nehmen kein Blatt vor den Mund und das macht sie einfach so sympathisch.

Nach dem die beiden mit ihren Bands ziemlich erfolglos waren kamen sie eines Abends auf die Glorreiche Idee das sie es doch als Comedians versuchen sollten, schliesslich sind die doch sehr erfolgreich, wenn man so Michael Mittermeier, Badesalz, Rüdiger Hoffmann oder Elton anschaut, also warum nicht sie auch? Und so entstand eigentlich aus der Not Mundstuhl. Warum Mundstuhl? Tja, dieser Frage könnt ihr im Buch nachgehen und selbstverständlich auch Antworten drauf finden. Auch erfährt der werte Leser und Fan wie schwer die ersten Schritte waren, was sie alles dafür getan oder auch nicht getan haben um den Durchbruch zu schaffen... und sogar den ECHO abholen zu können.

Situationskomik fehlt auch nicht, egal ob urkimosch, chaotisch oder gar zum Kopf schütteln, es gibt viel zu schmunzeln und lachen. Manchmal dachte ich aber dennoch... Ein wunder haben sie es dennoch geschafft ;) 

Lars Niedereichholz genau so wie Ande Werner sind sehr sympathisch, auch wenn sie kaum gegensätzlicher nicht sein können, aber ich denke, das macht es eben grade aus!

Lieblingstellen 

Holger war definitiv nicht der schönste Mann den ich jemals gesehen hatte. Wenn George Clooney ein Kirschbaum in voller Blüte ist, war Holger eher ein Korkenzieherhaselnussbusch. Ande 

Zehn Tage Cluburlaub vom Allerfeinsten. Um 13 Uhr bezog ich mit meiner Tochter unser kleines, weiss getünktes Strandhäusschen mit Blick aufs Meer.
Um 14 Uhr genehmigte ich mir an der gemütlichen Strandbar zwei eiskalte Weizenbiere und schaute meiner Tochter beim Sandburgenbauen zu.
"Beachvollyball! Beachvollyball" hörte ich einer der Animateure rufen.
Jetzt 'ne Runde Beachvollyball! Wie cool. Das ist ja ewig her!, dachte ich und stand kurz darauf vor dem Netz.
Um 14 Uhr 25, bei meinem ersten Ballkontakt, hörte ich ein peitschenartigen Knall, wurde nach vorne katapultiert und blieb mit schmerzverzehrtem Gesicht stöhnend im Sand liegen.
"Totaldurchriss!", attestierte der herbeigerufene Hotelarzt.
"Wie bitte?", frage ich.
"Ruptur! Ihre Achillessehne ist durchgerissen. Sie müssen so schnell wie möglich nach Deutschland!"
Um 17 Uhr sass ich wieder im Flugzeug.
Um 21 Uhr 15 landeten wir in Bremen, denn leider gab es an diesem Tag keinen Flug mehr nach Frankfurt. Auf dem Rollfeld wartete bereits ein Rettungsagen, der mich nach Frankfurt fahren sollte. Als wir um 3 Uhr morgens im St. Marienkrankenhaus in Frankfurt ankamen, sagte meine Tochter vollkommen ernst:"Das war ein schöner Urlaub, Papa." Dann schlief sie wieder ein.

Ein schöner Urlaub? Das fand ich weniger. Nicht mal ein Abendessen hatte ich auf Fuertaventura. Lars

Herzlichen Dank an das Wunerlich Verlags-Team für dieses Rezensionsexemlpar!

Federleicht
Wenn Anorexie das Leben bedoht

04 September 2012

Inhalt

Leonie erzählt in diesem beeindruckenden Buch ihr Leben mit Anorexie nervosa,  das so schleichend begann das erst keiner es merkte, nicht mal wirklich  sie selber. Als sie dann aber mitten drin war und es auch für andere offensichtlich wurde, war ihr Selbstbild schon dermassen verzerrt das sie es nicht erkannte und noch immer dachte sie sei viel zu dick. Sie erkannte ihre Situation noch nicht mal in dem Moment, als sie wirklich kurz vor dem sterben war und Notfallmassig in den Spital kam um Zwangsernährt zu werden. Selbst da noch schaute sie ihren bis auf die Knochen abgemagerten Körper angewidert an und meinte dass sie viel zu dicke Schenkel habe.




Meine Meinung

Das Foto zeigt eine fast Elfenhafte junge Frau, hübsch, sehr zierlich aber dennoch mit neugierigem, wenn auch mit etwas melancholischen Blick, es ist Leonie selbst. Ich finde es ein wirklich gelungenes Foto und der Titel, so verzaubert, so leicht er auch klingen mag, so schockierend ist er eben auch... Denn. welche Qualen dahinter stecken wissen nur die Betroffenen.

Leonie schreibt flüssig und leicht. Das Buch ist angenehm zu lesen. Es finden sich keine Fremdwörter im Buch, so wie in vielen Fachbüchern. Sie schreibt einfach ihre Gedanken und Erfahrungen auf, so wie sie denkt.

Das Buch ist dünn mit seinen unter 200 Seiten und doch voller Emotionen, so das man manchmal das Buch etwas auf die Seite legen muss um Luft zu holen, um nachzudenken um zu verdauen. Es ist keine leichte Kost, denn nur schon zu lesen was Leonie sich Tag für Tag angetan hat ist unfassbar. Und das über Jahre und doch, das Buch hat einen Sog dem man sich hingibt.

Das Buch ist sicher für Betroffene sehr zu empfehlen, egal ob für Anorexieerkrankte oder deren Angehörige, denn Leonie schreibt hier offen wie sie das ganze erlebt hat, was ihr geholfen oder eben auch nicht geholfen hat. Welche Zwänge sie beherrschst haben, welche Ängste sie Tag für Tag, Stunde für Stunde begleitet haben und was sie sich alles für Trick ausgedacht hat, um noch mehr Kalorien los zu werden. Sie erzählt ehrlich wie schwer der Kampf gegen diese Krankheit, Selbstmord auf Raten, war und auch heute noch ist. Auch lässt sie ihre Zwillingsschwester zu Wort kommen genau so wie ihre Mutter und den Vater. Und manche Eltern werden sich bestimmt darin wieder erkennen oder eben ihr eigenes Kind. Auch welche Gedanken sie sich gemacht haben bezüglich Schuld. Die ist wohl eine der wichtigsten, drängendsten Fragen die sich Eltern wohl stellen, was ist meine Schuld an dem Ganzen? Man merkt schnell das man nicht alleine ist, das auch andere Eltern auf Tricks rein gefallen sind, auf die selben Ausreden...

Leonie schreibt klar das es kein Selbsthilfebuch ist, noch das sie eine Lösung hat oder weiss wie man das alles am besten therapiert, denn die Krankheit, auch wenn viele Grundstrukturen bei allen Patientinnen und Patienten gleich sein mögen, stecken dennoch immer individuelle Geschichten dahinter, die man eigentlich so nicht pauschal behandeln kann, was ihr geholfen hat, kann bei einem anderen vielleicht genau das Gegenteil bewirken. 

Das Buch, nein Leonie hat mich zu tiefst berührt und gerührt. Mit ihren jungen Jahren hat sie schon so viel durch gemacht und hat es geschafft mit Hilfe der Liebe, die sie von ihren Eltern, der Schwestern und Verwandten bekommen hat, den Kampf gehen die Anorexie auf zu nehmen und in ein einigermassen "normales" Leben zu starten.


Zitat:  Seite 41

Für einen gesunden Menschen ist das Hungergefühl nichts Angenehmes. Doch wenn sich mein Magen vor Leere zusammenzog, bewirkte das ein Gefühl von Triumph, Freude und Glück. Ich konnte mich erst leicht und frei fühlen, wenn mein Bauch leer und klein war.

Zitat: Tagebucheintrag vom 23. Februar 2011

Vor einem Jahr noch betrachtete ich die Magersucht als eine kleine Fee. Eine süsse Fee, die links über meiner Schulter schwebte. Sie war ein Teil von mir, den ich nicht mehr hergeben wollte. Nun wanderte sie auf die rechte Seite meiner Schulter und entwickelte sich zu einem Giftzwerg. Dieser Zwerg beisst andauernd in den Hals, zwickt mich und möchte mich einfach nicht in Ruhe lassen. Er belässtigt meine Familie, mein Leben und mich. Deshalb kämpfe ich, wann immer er kommt, tapfer gegen ihn an.



Ich bedanke mich herzlich beim Wörterseh Verlag für dieses Rezensionsexemplar und das mir entgegengebrachte Vertrauen.


Intimzone
Das Frauenköper-Nutzerhandbuch, nicht nur was für Männer ;)

03 September 2012


Thema

Dieses Buch ist nicht nur für Frauen, wobei es sich schon an uns wendet, denn die Autorin, ihres Zeichens Frauenärztin, zeigt hier Dinge auf die wir Frauen vielleicht nicht mal gewusst haben, oder hast du gewusst das der Vaginalschleim gut gegen Akne hilft? Eben! Oder weisst du alles über den weiblichen Orgasmus? Ja? Bist du sicher? Na dann...; Maria Fangerau erklärt uns das nicht nur für jeden Verständlich, nein, auch total ungeschönt und direkt mit viel Witz und manchmal triefend vor Sarkasmus.

Zitat:

"Erkenne dich selbst!"


Meine Meinung


Das Cover ist schlicht, aber nicht zu übersehen und das dank dem knalligen Cover. Schwarz und Pink! Kommt gut in einem Buchregal *lach* Gar nicht auffällig. Und der Titel treffend.

So auffällig wie das Cover, so auffällig der Inhalt. Nicht nur wegen des Schreibstils, der wirklich überaus direkt, witzig und manchmal wirklich mega sarkastisch ist, sondern weil die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt und die Dinge beim Namen nennt! Sie redet nicht um den heissen Brei, was ich wirklich super finde und für alle Alterklassen ist was dabei! Auch für uns Frauen die sich schon in die premenopausalen Zeit eintreten oder sich schon mitten drin befinden, schliesslich ist das eine weitere wichtige Zeit im Leben einer Frau, die bei vielen ja sehr viele verschiedene Eigenarten hervorrufen ;) Aber Themen wie Sex, Stellungen, Verhütung, der Orgasmus, die Hormone und alles drum herum kommt nicht zu kurz, es wird aber auch nicht überstrapatiös breit getreten. In der Kürze liegt wohl die Würze und alle schnallen es um was es geht. Wir bekommen Tipps, oder auch Dinge gesagt von der kaum eine Mutter weiss oder sie aus lauter Scham nicht weiter gibt.

Ich muss aber auch anmerken, dass vielleicht nicht jede Frau mit dem Buch warm wird, eben einfach weil es auf eine sehr direkte und sarkastische Weise geschrieben ist. Viele mögen sich daran vielleicht Stossen, mir selber gefällt eben genau diese Art und ich würde gerne mal in ihrer Praxis sitzen und zuhören ob sie auch mit den Frauen die zu ihr kommen so spricht, ich hoff schon.

Ich hab das Buch an 2 Abenden durch gelesen, und ich find es so gut, das ich shon jemand weiss dem ich es schenken werde ;)

Zwei meiner sehr vielen Lieblingsstellen:

"Der Hang zur Selbstkritik scheint eine genetische vererbte Veranlagung auf dem X-Chromosom zu sein. Am häufigsten trifft es Bauch, Beine, Po, die dem ständigen Vergleich mit halb nackten retuschierten Werbemodels standhalten müssen!"

"Lassen sie sich daher nicht unterkriegen von lächerlichen Stimmungsschwankungen. Wenn sie hindurchgewatet sind durch dieses hormonelle Gefühlsmorast, werden Sie aufsteigen wie der Phönix aus der Asche und ein gänzlich neues Role Model präsentieren: Die postmenopausale Powerfrau."


Fazit

Ein Buch welches in fast alle Frauenbuchregale gehört!


Das Lotos Kind
Kindliche Entwicklung anhand einer Chakralehre

02 September 2012

Thema

In dem Buch von Margaret Stephenson Meere soll Wissenschaft und Spiritualität, genauer die Chakra-Lehre, vereint werden. Sie erklären wie die Chakren auf die Entwicklung Einfluss nimmt und zwar ab dem Tag der Geburt und wie wir das Baby unterstützen können, sowohl spirituell wie auch auf körperlicher Ebene, also Ganzheitlich wie man so schön sagt.



Meine Meinung

Wie es bei Sachbücher nun mal ist, sie sind immer Themenbezogen, man kann sich nur entscheiden ob einem das Cover gefällt oder nicht und hier ist es wirklich süss! Schlafende Babys sind einfach niedlich und man könnte sie Stunden lang ansehen. Der Titel spricht eigentlich auch für sich, wer schon etwas über die Chakra-Lehre Bescheid weiss, ansonsten wird es einem schnell erklärt.

Der Schreibstil der Autorin ist einfach, so das jeder versteht um was es geht aber leider gibt es für meinem Geschmack arg viele Wiederholungen, was auf Dauer langweilig ist.

Als ich den Beschreib des Buches gelesen habe dachte ich; Wow... das muss ja ein super Buch sein! Denn wenn mir solche Sätze wie ...

[...]das eine völlig neue Sicht auf die erste und entscheidende Lebensphase ermöglicht. Anschaulich und überzeugend zeigt die Autorin, dass die Entwicklung vom Säugling zum Kleinkind mit der Entfaltung der Chakras, der sieben Energiezentren des feinstofflichen Körpers, einhergeht. [...]

Völlig neue Sicht? Ähm... für Menschen die sich schon etwas mit der Chakara-Lehre auseinandergesetzt haben oder sogar mit ihnen arbeiten, gibts gar nichts neues. Vielleicht die Ansicht der Autorin die, die Phasen in 7 mal 100 Tage einteilt, ok, die war auch mir neu. Nur ich werd noch immer nicht ganz schlau daraus warum grade 100 Tage?! Aber egal, das ist ja nur ein kleines Detail. Aber ansich gibts weder auf der spirituellen Seite noch auf der körperlichen Seite neues für werdende oder junge Eltern, denn vieles weiss man einfach aus reinem Instinkt, oder weil man es schon 1000 mal gehört oder gesagt bekommen hat oder weil man es schon mal gesehen hat. Und ehrlich, wir wird es auch hier viel zu statisch, zu stur zu dogmatisch. Denn vielmal klingt es so als wäre nur das der richtige Weg um ein gesundes, seelisch starkes Kind zu erziehen. Oder es kommt so rüber als wären alle Babys gleich, sture 100 Tage sind die Zyklen lang, jedes Baby kommt auch hier wie ein weisses Blatt Papier auf die Welt, völlig unbeschrieben, unbelastet, aber wer sich mit der Philosophie der Chakren befasst weiss auch das die Chakren durchaus karmisch "belastet" sein können. Das ein Mensch nicht unbeschrieben auf die Welt kommt, sondern eben schon eine Aufgabe hat. 

Nach etwas mehr als einem Drittel hab ich das Buch abgebrochen weil ich mich nur noch gelangweilt und Gennervt habe. Für alle die noch nie was von Chakras und deren Einfluss auf uns gehört haben, für den mag dieses Buch sicher neue Sichtweisen parat haben. Sei das jetzt auf das Thema Baby und Entwicklung bezogen oder Allgemein. Doch wer sich schon etwas damit beschäftig hat oder wirklich einen fundierten Einblick in das Thema haben möchte, der sollte sich ein anderes Buch zu Herzen nehmen. Und zwar Das Chakra-Praxisbuch von Kalashatra Govinda. Dieses Buch hab ich vor paar Jahren gekauft und hab auch viel damit gearbeitet, und in dem Buch hat es unter anderem auch das Thema Baby und Chakras und zwar vom Zeitpunkt der Zeugung an. Ich werde das Buch sicher noch vorstellen denn es ist das Beste welches ich über das Thema gelesen habe.


Gut hab ich das Buch bei skoobe nur ausgeliehen, hätte mich jetzt echt gewurmt wenn ich dafür was bezahlt hätte.