Startschuss: Simone Keils Blogtour - Corvidae

23 März 2013


Heute habe ich die Ehre die Blogtour zu Simone Keils Buch Corvidae zu eröffnen. Blogtouren sind bei uns zwar inzwischen schon etwas bekannter als noch letztes Jahr aber sie greifen immer mehr um sich was ich nicht nur toll für uns Blogger finde sondern nicht nur uns sondern auch den Autoren neue Möglichkeiten eröffnet. Man kommt so näher zusammen. Man erfährt als Leser sicher mehr oder anderes vom Autor und dessen Buch als wenn man die üblichen Infos von Verlagen bekommt, auch ist der Austausch näher und auch der Autor bekommt besseren Einblick ins Leserherz.

Nun darf ich euch aber erst mal die Autorin vorstellen die diese Blogtour ins Leben gerufen hat, um uns ihr Buch näher zu bringen.

Was gibt es über die Autorin zu sagen..?

Ihr Name ist Simone Keil, sie schreibt und ist 42. Was sie sonst noch neben dem schreiben tut fragt ihr euch?
Meist sitze am Schreibtisch und tippe, oder ich sitze am Schreibtisch und recherchiere, oder ich sitze am Schreibtisch und facebooke oder maile. Ansonsten gehe ich meinem Brotjob nach, lese natürlich gerne, soweit es meine Zeit zulässt, sehe mir Filme an, und gehe gerne mit meinem Hund spazieren, was unheimlich gut ist, um den Kopf frei zu bekommen oder Ideen zu sortieren. 
Und so langweilig wie Simone denkt ist das doch gar nicht, auch wenn alles doch sehr normal scheint, aber das macht es ja nicht langweilig, im Gegenteil, ist doch der Prozess des Schreibens und der damit verbundenen Handlungen sehr abwechslungsreich.Von daher gehen wir doch gleich mal zum Thema schreiben über und fragen mal nach wie die Autorin dazu denkt, schliesslich geht es ja hier um sie.
Von LeserInnen wird man als Autorin oft gefragt, woher man seine Ideen bekommt. Tja, ich weiß es nicht. Ich suche nicht danach, sie finden mich. Genauer gesagt, sind es die Figuren, die mich finden und so lange nerven, bis ich mich geschlagen gebe und aufschreibe, was sie zu erzählen haben. Im Falle von Corvidæ war das Cat, die solange in meinem Kopf herum gebspukt ist, bis ihre Geschichte immer klarer vor mir stand.
Aha... das klingt ja ganz interessant, sie lässt sich finden. Also nichts mit Plot und strukturierte Notizen oder so, sondern Frau wartet ab und schaut was die Figur dann von ihr will, was sie ihr erzählt, also sieht sie sich wohl eher als Vermittlern zwischen ihren Figuren und uns Lesern. 
Es gibt SchreiberInnen, die an einen Roman sehr rational heran gehen, die plotten und planen. Das trifft auf mich nicht zu, ich bin eher das personifizierte Chaos, ich vergesse die Namen meiner ProtagonistInnen und verliere Dateien auf meinem PC (die Dinger suchen sich wirklich selbstständig immer mal wieder neue Speicherplätze oder benennen sich einfach um ^^), nichts desto trotz, fügen sich die Geschichten am Ende immer zusammen. Was natürlich mit absoluter Sicherheit daran liegt, dass es die Figuren selbst sind, die ihre Geschichte erzählen. Ich steuere nur die Tippfinger bei. 
Wie das dann aussieht kann die Simone Keil uns hier ganz toll erzählen...
Im Laufe des Schreibens von Corvidæ kam eine Figur hinzu, die irgendwann mehr wurde, als ein Protagonist. Vorak Tyr Hjálmarr der Dritte, den ich liebevoll Waldi nenne, was er allerdings gar nicht gerne hört. Vorak ist ein Baumgeist. Klein, wie Baumgeister nun einmal sind, mit einem Bäuchlein, das er seiner Vorliebe für Mon Cherie zu verdanken hat. Er ist wahnsinnig anstrengend, frech und nervig, aber wenn man sein Gemecker ignoriert und immer einen Mon Cherie Vorrat im Haus hat, dann ist er der beste Freund, den man sich wünschen kann. Er hat mich, nach seinem Auftauchen in der Geschichte, durch den restlichen Roman begleitet. Auch wenn seine Rolle im Buch relativ klein ist, war er beim Schreiben immer an meiner Seite und wir haben uns den ein oder anderen verbalen Schlagabtausch geliefert. Beim Tippen saß er auf meiner Schulter, unter dem Tisch oder auf der Tastatur. Manchmal saß er schon früh morgens in meinem Bett und hat mich Gennervt, noch bevor ich überhaupt die Augen aufgemacht hatte. Das waren dann so Momente, wo ich ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte, aber er hat mir geholfen (neben anderen realen Menschen, die nicht ansatzweise so Nerving, dafür aber wahnsinnig lieb und geduldig waren), die Geschichte zu Papier zu bringen. 
Das klingt alles so lockig flockig! Aber da denkt der wehrte Leser total falsch, auch wenn die Geschichte mit dem Baumgeist so rüber kommt... Es ist alles andere als einfach.

Das Schwierige am Schreiben von Romanen ist nicht, Ideen zu finden oder Figuren, das Schwierige daran ist durchzuhalten, sich nicht ablenken zu lassen (hallo Facebook :D) und weiter zu machen, auch wenn man keine Lust hat, Kopfschmerzen, oder gerade lieber in klebrigem Weltschmerz baden möchte. Dazu braucht man ziemlich große Portionen Ehrgeiz und Disziplin. Leider bin ich mit beidem nicht gerade en Masse gesegnet, aber ich habe etwas, das das Defizit ausgleicht: Gute Freunde, die mich aushalten und wenn nötig aufbauen oder in den Hintern treten. Dafür ein dickes, fettes Dankeschön! Ihr wisst schon, wen ich meine.

Wenn es aber doch so schwierig ist, was treibt die Autorin denn an weiter zu machen?
Das Zweite, was mich weiter machen lässt, sind die Rückmeldungen von LeserInnen. Die müssen nicht einmal positiv sein, ich freue mich über jede Form von Kritik, denn wenn jemand Kritik anbringt (sei es positive oder negative), dann hat er/sie sich mit dem Buch beschäftigen und die Geschichte ist nicht spurlos an ihm/ihr vorüber gegangen. Und das ist das tollste Kompliment, das man sich als Schreinerin wünschen kann: Dass die LeserInnen sich unterhalten gefühlt haben und vielleicht auch noch nach der Lektüre an die Geschichte zurück denken. Wer sich für verbales Schlammcatchen interessiert, der kann die gesammelten Dialoge von Waldi und mir hier nachlesen. Viel Spaß damit! 

Nach dem wir nun etwas mehr über die Autorin Simone Keil erfahren haben möchte ich zum Start dieser Blogtour nun auch noch kurz das Buch vorstellen um das es schliesslich geht... Ich hab es vor kurzem gelesen und war begeistert! 

Klick aufs Bild um zu meiner Rezi zu gelangen
Corvidae ist eine Fantasygeschichte der etwas anderen Art. Während die Geschichte die typischen Fantastelemente bedient, liegt sie jenseits des Mainstreams.

Die Geschichte ist so fantastisch und spielt auf verschiedenen Ebenden (emotionalen, psychischen, philosophischen und spirituellen). Und wie man sich denken kann ist es eine sehr anspruchsvolle. Mich hat das Buch wirklich sehr tief in die verschiedenen ebenen entführt, sie hat mich begeistert, verwirrt, verunsichert und doch ist sie so stimmig. 

Die Geschichte dreht sich um 2 Schwestern, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Sie müssen eine Entscheidung treffen die sie früher schon entzweit hat aber nun müssen sie sich entscheiden, länger aufschieben geht nicht. Doch bevor sie sich dieser stellen wollen sie sich noch mal auf Erinnerungtour begeben und planen einen Spaziergang zu der Stelle wo sie als Kind immer gespielt haben, doch geraten sie in einen Sturm und verlaufen sich und können sich grade noch in einem kleinen Dorf retten. Doch alles scheint da ganz anderes zu laufen wie es normalerweise tut, die Zeit scheint da stehen geblieben zu sein. Auch die Menschen sind irgendwie eigenartig und was komisch ist, sie vergessen. Sie vergessen woher sie kamen, wann sie hier eingetroffen sind, das sie überhaupt mal wo anders lebten! Doch die eine Schwester, Cat, spürt das etwas nicht stimmt und macht sich auf die Suche. Die Suche nach der Wahrheit, nach der Zeit der Realität und vor allem, auf die Suche nach sich selber. Und während der Suche trifft sie auf Menschen, Wesen und Situationen, in denen sie sich immer wieder von neuem fragen muss wie sie sich nun entscheiden soll. 

Es ist eine Geschichte die einen packt, ausspuckt und wieder neu zusammen setzt. Man verfällt in Gedanken die einen nicht mehr los lassen, mich lassen sie bis heute noch nicht los, ich muss immer wieder daran denken was mich da im Buch angeschrieben hat. es war zwar nichts neues, aber so gut verpackt das es einen irgendwo ganz tief drin berührt und eine Saite anklingen lässt die laaaaange nachschwingt.

Es ist sicher ein Buch das nicht für jederman/frau gedacht ist. Und vor allem denke ich, liest es nicht jeder gleich oder kommt auf den selben Schluss. Aber es ist mehr als nur empfehlenswert es ist jetzt schon eins der Highlight für mich dieses Buchjahres. 

Und nun wünsche ich euch auf der Weiteren Blogtour viel Spass und viele interessante Infos zum Buch. 


Daten und Link zu den nachfolgenden Beiträgen:
24.03.2013 Marny, Fantastische Bücherwelt
26.03.2013 Julia, Julis Leseecke
28.03.2013 Andrea, Fantastische Lesetipps
30.03.2013 Hanne, Book Lounge-Lesegenuss
31.03.2013 Biggi, Bibliothek der vergessenen Bücher

 

Kommentare:

  1. Es geht lo-hos! :) Das ist ein toller Beitrag geworden, der hoffentlich viele neugierig macht. Und ich freue mich, dass dir Corvidæ so gut gefallen hat! Mir ja auch... Und das verbale Schlammcatchen mit Waldi bringt mich immer wieder zum Kichern, auch wenn ich eine andere Lieblingsfigur hatte. Habe. *g*

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  2. Herzlichen Dank für die Eröffungsparty, liebe Alex! :)

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  3. Hallo Alexandra,

    ja ein cooler Start in diese Blogtour, bin schon gespannt was als nächstes so kommt.

    LG..Karin...

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  4. Hallo un d schönen Sonntag euch 3 :D

    @ Marny: Danke, freut mich das er dir gefällt. Ja, der Waldi, den fand ich auch süss ;) Und gleich komm ich zu dir rüber gucken was es denn so bei dir zu erfahren gibt ;)

    @ Simone: Gern geschehen, hat auch Spass gemacht!

    @ Karin: danke, und ikch auch *g*


    Liebe Grüsse
    Alex

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  5. Ich habe zwar gestern schon deinen Post gelesen, tut mir leid, dass ich mit dem Kommentar hinterher hinke... Ganz toller Start - !!!
    Liebe Grüße Hanne

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  6. Liebe Hanna,

    da brauchst du dich doch nicht entschudligen!! Aber dennoch danke :D

    Liebe Grüsse
    Alexandra

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Liebe Blogfreunde, ich freu mich über jeden Themenbezogenen Kommentar und hoffe auf interessanten Austausch :D