Jeder braucht sie mal...

25 September 2013

Liebe Freunde, Leser und Gäste,

ja, den Bücherwahnsinn gibts ja schon über 3 Jahre und ich hab wirklich viel, viel Zeit dafür investiert. Doch in letzter Zeit habt ihr es ja selbst bemerkt wurde es immer weniger, nicht zuletzt weil ich seit Mai wieder ins Berufsleben eingestiegen bin und so einfach weniger Zeit habe, nicht nur fürs Blog sondern auch fürs lesen. Was mir zwar weh tut aber im Mom kann ich das leider nicht ändern. Was sicher auch noch dazu beigetragen hat das ich einfach den Kopf für das alles nicht mehr hatte war der eigene Druck den ich mir machte und damit soll jetzt erst mal fertig sein.


Die letzten beiden Wochen war ich krank, und eine davon lag ich im Bett und da hatte ich genügend Zeit mir über alles Gedanken zu machen.

Und ich bin zu folgendem Ergebnis gelangt...


Zu Ende denken
Können, wollen wir das?


Thema

Zu Ende denken...

Kann das der Mensch? Ist er wirklich dazu geschaffen alles bis zur letzten Konsequenz zu Ende zu denken? Es gibt Dinge, Bereiche, Situationen wo man das nicht kann, einfach weil wir nicht alle Variablen kennen, zu wenig über etwas wissen, oder wir einfach nicht die Kapazitäten haben. Und doch versuchen wir es. Ausser wenn es um unser eigenes Ende geht. Unser sterben, unser Tod. Hier wollen wir meistens nicht zu Ende denken.

Und doch, mich begleitet dieses Thema schon sehr früh und die damit verbunden Gedanken. Denn ich wurde schon als kleines Kind mit dem Thema konfrontiert.

Meine Mutter war sehr jung als sie erkrankte. Ich war noch zu klein, am Anfang, um davon etwas mit zu bekommen. Aber je älter ich wurde, je mehr wurde mir bewusst das etwas mit meiner Mutter nicht stimmte. Nur keiner wusste so recht was. Auch die Ärzte nicht, sie wurde behandelt, 7 Jahre ohne Erfolg bis dann mal ein Arzt auf die Idee kam, ein Bild vom Kopf meiner Mutter zu machen. Diagnose; Hirntumor. Es folgen Angst, OP, Kampf und Hoffnung. Bis nach 4 Jahren diese Hoffnung zerbrach, denn er war wieder da, der Tumor. An der selben Stelle. Meine Mutter wollte damals die 2. OP nicht mehr. Nicht nur weil diese OP vor nun 28 Jahren sehr invasiev war, nein, ich denke, weil sie wusste das sie bald sterben würde und die verbleibende Zeit noch mit uns verbringen wollte. Doch wie die Menschen nun mal sind, egoistisch, meinten ihre Eltern und auch ihr Mann und mein Vater, sie habe schliesslich Kinder, das wäre sie uns schuldig. Und genau diese Schuldzuweisung hat gefruchtet und meine Mutter begab sich noch mal auf den OP-Tisch. Mit der Konsequenz das sie danach wieder nicht mehr kommunizieren konnte. Denn weder sprechen, schreiben oder sonst was in der Richtung klappte, denn der Tumor lag im Sprachzentrum, wieder. Es begannen die üblichen Schritte, Reha, Logopädie, hoffen und bangen. 4 Wochen dauerte es bis meine Mutter erneut einen Tumor hatte. Sie wurde in ein Krankenhaus verlegt um zu sterben. Ich konnte sie nicht mehr sprechen, und hab sie auch nie mehr wach gesehen. 6 Monate dauerte dies, bis sie endlich gehen durfte. Ich habe noch nie einen Menschen so schnell altern sehn. Innert Wochen bekam meine Mutter vollends graue Haare, sie wurde alt, ihre Haut war die einer alten Frau, dünn, grau, faltig. Sie war grade mal 33!! Und sie lag im Koma. Ich ging jeden Tag nach der Schule auf besuch. Bis ich eines Tages mal nicht mehr konnte, keine Kraft hatte... Nur einmal kein Besuch, und in dieser Nacht verstarb sie. Ich war 13. 

Ich will das für mich nicht. Ich wünscht mir das ich einschlafe und nie mehr aufwache, oder mich ein plötzlicher Tod ereilt. Doch ich weiss das dies nur wenigen so widerfährt. Das zu Ende denken tut weh... Mir auf alle Fälle. Mit loslassen hab ich sonst nicht sooo probleme aber wenn es ums eigene Leben geht ist das was anderes. Ich will das mein Mann zuerst stirbt, einfach weil ich ihn vor dem Verlust bewahren möchte. Und meine Kinder, gut sie sind jetzt dann alle erwachsen, denen will ich es auch so lange wie Möglich ersparen, doch es wird wohl unweigerlich so kommen das ich vor ihnen sterbe, hoff ich. Ich fand es immer schon schlimm mir vor zu stelle wie schwer es für meine Mutter damals gewesen sein muss zu wissen das sie uns zurück lassen muss, noch so klein. Meine sind wenigstens alle Gross. Und haben noch meinen Mann als Vater.

Ich will einfach nicht dahin siechen. Ich will gehen können wenn ich nicht mehr bei Verstand bin, wenn nichts mehr zu machen ist, wenn meine Organe noch gesund sind um wenigstens dann anderen noch damit helfen zu können. Keine lebensverlängernden Massnahmen, ich will noch fähig sein zu kommunizieren.

Bis dahin möchte ich einfach noch einige schöne Jahre mit meinem Mann verbringen können. Sehen wie die Kinder ihren Weg finden und gehen. Liebe zu geben... Und noch einiges zu lerne und schöne Stunden mit Freunden verbringen. Aber was ich mir für mein Ende vor allem wünsche ist, nicht allein zu sein, im Kreis meiner Liebsten die letzte Zeit verbringen zu können, ohne Angst und Trauer. Nicht des Abschieds beraubt zu werden, so zu gehen wie ich es mir wünsche...  




Meine Meinung


Das Cover und der Titel sind schlicht und doch sehr Aussage kräftig. Mir gefällt die abgelaufene Sanduhr da sehr gut.

Das Thema welches in diesem Buch vorkommt ist sicher kein einfaches, denn in diesem Bereich ist der Mensch ganz besonders begabt zu verdrängen. Was, wie ich finde, legitim ist. Wir Menschen sind in dem Bereich eben auch triebgesteuert, auf Arterhaltung. Und unser Ego spielt hier sicher auch noch eine wehsentliche Rolle. Wer möchte sich denn bitte das Ende vorstellen. Je jünger man ist, je weniger denkt man an den eigenen Tod, ausser man wird schon früh damit konfrontiert. Und doch gibt es Kulturen in denen der Tod kein Tabuthema ist, so wie bei uns in der westlichen Kultur. Wann hat es eigentlich hier begonnen das der Tod nicht mehr zum Alltag gehört? Das muss schon sehr lange zurück liegen. Und die Medizin bringt auch schon sehr viel zustande das wir immer später daran denken müssen. Unser Zugang zum Tod ist so von Angst besessen das wir, nicht Mal wenn er eintritt, wirklich darüber reden können oder wollen. Wir wissen einfach nicht was wir sagen sollen. Dies fand ich als Kind schon so schlimm. Man wird einfach alleine gelassen, mit all den Fragen, Gedanken, Gefühlen...

Doch Rebecca Panian und Elena Ibello denken da wie ich, es muss sich was ändern. Es ist wirklich an der Zeit das Thema aus dem dunklen Verliess zu lassen um es uns einfacher zu machen. Sterben oder der Tod wird etwas von seinem Schrecken verlieren wenn man ihn endlich mal betrachtet, ihn zulässt, man darüber redet, denn, egal ob wir ihn in den tiefsten Ecken unseres Bewusstsein vergraben, er ist da und er wird eines Tages vor uns stehen, uns anlächeln und die Hand reichen.

In diesem wunderbaren Buch kommen bekannte und auch unbekannte Schweizer zu Wort. Sie verrate uns ihre Gedanken zum Ende, ihrem Ende. Und das so offen und ehrlich, berührend und philosophisch, so verschieden wie Menschen nun mal sind. Auch für nicht Schweizer werden da die ein oder andere Persönlichkeit dabei sein die sie vielleicht aus den Medien kennen...

Pfarrer Sieber, Dimitri (Clown), Franz Hohler, Grilles Tschudi oder vielleicht sogar Nik Hartmann oder Kurt Aschbecher...

@ Gianni Pisano
Im Ganzen finden wir im Buch 48 Porträts von jung bis alt, die ihre Geschichten erzählen und einen ganz tiefen Einblick in ihre Seele gewähren. Dank des Photographen Gianni Pisano gibt es noch schöne s/w Aufnahmen der hier zu wortkommenden Personen.

Das Buch lät ein nach zu denken, überdenken, mit fühlen und sich über sein eigenes Ende Gedanken zu machen. Vielleicht regt es den ein oder anderen sogar an weiter zu gehen anstatt nur nach zu denken und nimmt, z.B. den Schritt einer Patientenverfügung in Angriff. Wer weiss!?

Ich kann das Buch auf alle Fälle jedem empfehlen. Vielleicht braucht man das ein oder andere mal ein Taschentuch, aber das sollte einen nicht abhalten dieses wunderbare Buch in die Hände zu nehmen.

Dies ist übrigens das Buch zur Doku; „Zu Ende leben“. In dem Buch kommen einige zu Wort die auch schon in der Doku zu sehen waren. Wer gerne mehr darüber wissen will kann sich hier den Trailer ansehen, oder direkt folgende Seite gehen. Zuendeleben.ch






Ich bedanke mich recht herzlich beim Wörterseh Verlag für dieses Rezensionsexemplar. 



Bodyfinder
Die Toten und ihr Echo

03 September 2013

Geschichte

Ich verrate euch jetzt ein Geheimnis, welches nur ganz wenige Menschen in meinem Umfeld wissen. Es sind grade mal 4 Personen. Aber du musst mir versprechen das du es niemandem weiter erzählst...

Ich habe eine "Gabe", und zwar kann ich die Aura von Toten, egal ob Mensch oder Tier, warnehmen. Sobald ich in die Nähe eines verstorbenen Wesens komme werde ich auf magische Weise davon angezogen. Ich fühle das "Echo" nicht nur, sondern kann es auch hören und sehen, und jedes, aber wirklich jedes ist anders. So verschieden die Menschen oder Tiere es sind, so sind auch ihre Echos, die sie zurücklassen, verschieden. 

Das Ganze begann schon als ich klein war, da waren es aber nur tote Tiere, bis ich eines Tages, da war ich 8, auf ein totes Mädchen stiess. Das war, wie ihr euch vorstellen könnt überhaupt nicht schön. Und ich hoffte das mir das nie, nie wieder passiert. Und bis vor kurzem war das auch so. Als ich nun aber wieder auf eine Leiche, dieses mal einer jungen Frau, stiess wusste ich noch nicht das in unserer kleinen Stadt ein Serienmörder umgeht und ich tiefer darin verwickelt bin als uns allen klar war... 

Erster Satz:

Violet Ambrose zog es fort von ihrem Vater, als die sanften Klänge sie wie ein zartes Netz umspannten.


Meine Meinung

Dieses Buch hab ich bei meinem letzten Lesemarathon gewonnen. Damals vor 2 Jahren. Und ja, jetzt endlich hab ich es mal gelesen. Aber ich bin ein klein wenig enttäuscht, ich habe mir etwas mehr erhofft, wie ihr an meiner Bewertung oben sehen könnt. 

Aber erst mal zum Buch an sich, das Cover ist mal erfrischend anders, Ein rote Blüte ziert das schwarze Cover, doch kann ich zur Geschichte keinen Zusammenhang finden. Aber egal, das ist ja nicht das Wichtigste. Wobei der Titel wirklich passend ist. Und zur Abwechslung mal vom Amerikanischen übernommen wurde. 

Der Schreibstil von Kimberly Derting ist einfach, flüssig und ohne viel Schnick Schnack, aber leider mit etwas viel Wiederholungen. Was mich mit der Zeit echt genervt hat. Und das ganze Liebesgedöns ging mir mit der Zeit auch auf den Nerv, kann aber eben auch an den Wiederholungen gelegen haben. Klar ist man beim ersten mal Verliebsein hin und weg, aber das man dann ständig und immer wieder die ganzen Gedanken festhalten muss, die ja eigentlich jeder kennt und nachvollziehen kann, geben der Geschichte keinen Mehrwert.

Die Geschichte hat mich gereizt, genau so wie mich alle anderen Bücher die sich mit dem Thema Tod befassen reizen. Warum? Einfach weil ich neugierig bin wie die Autorin oder der Autor mit dem Thema umgeht. Das Thema Tod und Sterben war schon sehr früh in meiner Kindheit ein Thema, und ich weiss, aus meiner Sicht natürlich, was für Gedanken man sich eventuell macht und sicher auch welche die einem durch den Kopf gehen. Wie andere Menschen damit umgehen und so weiter.Und ich muss sagen, ich kann den Gedanken des "Echos" nachvollziehen, auch wenn ich es vielleicht etwas anders sehe. Egal, die Geschichte ist gut. Aber für mich auch nicht mehr. Sie hat mich unterhalten, aber nicht zum nachdenken gebracht. Schade eigentlich, denn auch Jugendbücher mit interessanten Themen bringen mich, oder können mich zum nachdenken anregen. Dieses aber eben nicht. 

Warum? Hm... gute Frage, es war mir dann doch zu oberflächlich, zu vorhersehbar, zu einfach. Ich bin der Meinung das man aus dem ganzen mehr hätte machen können. Aber dazu hat die Liebesgeschichte, die mit der Echo-Geschichte nichts zu tun hatte, oder keinen Einfluss auf sie ausübte, zu viel Platz eingenommen. Es lang wirklich nicht am Plot, denn ich bin davon überzeugt das es Menschen gibt die eine ähnliche Fähigkeit besitzen. 

Es lag auch nicht an den Protagonisten, denn Violet ist ein liebenswert, witzig, vielleicht etwas schwer von Begriff in mancher Hinsicht, doch man mag sie eigentlich von der ersten Seite an. Auch ihr Bester Freund Jay. Er weiss über ihre Fähigkeit Bescheid und ist eigentlich immer an ihrer Seite. Er unterstützt sie, beschützt sie und gibt aber auch mal den Tarif durch. So wie es gute Freunde eben tun. Ich mochte auch ihn, auch wenn ich ab und an seine Geduld nicht nachvollziehen konnte. Ich hätte Violet echt mal tüchtig durchgeschüttelt. 

Aber alles in allem, ein wirklich netter Roman, kann, muss man aber nicht gelesen haben. 



Fazit

nett, oberflächlich, kurzweilig


Montagsfrage - Welches Buch...

02 September 2013


Nach dem ich die letzte woche nichts zum Thema zu sagen hatte, bin ich aber dieses mal wieder gerne dabei, denn die Frage ist ganz präziese und darauf gebe ich gerne eine Antwort ;) Paperthin wolle nämlich heute folgendes wissen...

Welches Buch hast du zuletzt deinem Wunschzettel hinzugefügt?

Ja, das ist ne einfache frage worauf ich euch jetzt sofort ne Antwort geben kann *gg*

Dies hab ich vor einigen Tagen auf meine Wunschlieste gestellt, und muss gestehen, ich hzab noch keins der Bücher von ihr gelesen und dennoch war ich auf dieses aufmerksam geworden und es hat mich neugierig gemacht.

INHALT: 
Jedes Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher konnte sie sie nur spüren, nie sehen bis in diesem Jahr plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht.
Sein Name lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird.
Doch Blue trägt ein Geheimnis in sich: Seit sie sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa Gansey gemeint?
Quelle | amazon.de


Nicht nur wegen des Hinhaltes bin ich gespannt darauf wie mir das Buch wohl gefallen wird, nein das Thema Tod und sterben begleiten mich schon sehr lange, ich mach mir auch viel Gedanken darüber, mal mehr, mal weniger, daher bin ich immer neugierig wie Autoren mit diesem Thema umgehen. Dazu kommt das es eine Tetralogie ist,  wobei dieser Band Auftakt darstellt. Und natürlich bin ich gespannt auf die Autorin, denn viele, sehr viele schwärmen ja von Ihr, also nehm ich mir das Buch dann wohl mal vor. Die anderen haben mich nie gereizt, und ich hoffe ich werde dann nicht enttäuscht. 

Welches Buch landete bei euch zuletzt auf der Wunschliste und vor allem, warum?