Scham und Schamlosigkeit
Eine erotische Novelle

22 Juni 2014


Geschichte


Marianne Dashwood ist mein Name, ich bin eine junge Frau die eigentlich aus gutem Hause kommt, aber alles verloren hat. Ich lebe mit meiner Schwester und Mutter in einem Cottage ein langweiliges Leben... Bis ich John Willoughby begegne. Einem vornehmen, sehr attraktiven Mann der mich nicht nur anzieht sondern meine Gefühlswelt total durcheinander bringt. Ich hätte nie gedacht was dieser Mann aus mir macht. Eine unzüchtige, nein, gar eine verdorbene Frau hat er es aus mir gemacht... und mir gefällts. 

Erster Satz:  

Ich weiss nicht warum ich diese Geschichte aufschreibe, aber ich weiss, dass ich es tun muss. 

Meine Meinung


Als erstes muss ich sagen das dieses eBook schon länger darauf wartet gelesen zu werden. Ich habe dieses Rezensionsexemplar von der Autorin selber bekommen, dafür danke ich mich schon mal hier an dieser Stelle! Ich war wirklich unschlüssig und doch war ich neugierig auf diese Novelle, da ich schon 2 Bücher von ihr gelesen habe (Bastets Töchter und Corvidae). Und doch... hab ich es bis jetzt aufgeschoben. 

Bevor ich zu meiner Ausführung komme, möchte ich schnell noch was wichtiges zu dieser kurzen Geschichte sagen. Meike Nilos hat sich die Geschichte von Jane Austen zu Herzen genommen und diese Adaption zu Sense and Sensibility geschrieben. Und ich muss hier klar stellen das ich das Buch von Austen nicht gelesen habe, also Verbindungen so natürlich nicht herstellen kann. Ich werde also die Geschichte als für sich stehend bewerten. 

Aber nun zum Titel und Cover. beides passt wirklich gut, die junge Frau in ihrem Kleid das in die Zeit passt und natürlich auch der Titel der die Gefühlslage der Marianne Dashwood auf zeigt. Sie ist nämlich hin und her gerissen zwischen der Scham und der Schamlosigkeit. Die Scham, was die Familie oder die Gesellschaft sagen würde wenn sie wüsste was sie mit dem Herrn so treibt, und die Schamlosigkeit, die sie nicht nur anzieht sondern regelrecht in Ektase versetzt. 

was die Geschichte angeht... Tja, sie ist nett. Was mich aber hier wieder stört ist das ein junges, naives und noch völlig unerfahrenes Fräulein auf einen sehr attraktiven, erfahrenen Mann trifft der sie natürlich gleich in die Welt der Lust und des ausschweifenden Sex einführt. Klar, Mister Willoughby umwirbt sie nicht mal sondern kommandiert sie gleich rum. Er ist alles andere als ein zuvorkommender Mann. Und doch springt Marianne gleich auf diese Art an, fügt sich gleich in die devote Rolle ohne gross mit sich zu hadern. wie ich finde. Auch wenn sie sich nach der ersten Eskapade schwört nie mehr mit dem Mann zu tun haben zu wollen. Gleich beim ersten Mal steigt ihre Lust so an das sie alles um sich vergisst und eigentlich mehr will obwohl sie weiss das sich sowas nicht gehört. 

Irgendwie gleichen sich die meisten Erotikrome zur Zeit dermassen das es schon wieder langweilig wir. Es geht immer um Sado-Maso, um underfahrene, jungfräuliche und naive Frauen die in eine devote Rollen gepresst werden. Es geht um Fessell- und Knebelspiele und Männer die ihre Macht über die Frau ausüben wollen. Und natürlich findet das jede Frau toll.

Ich finde das schade. Irgendwie vermisse ich erotische Geschichten die auf Augenhöhe spielen. Frau und Mann. Ich bin wirklich nicht prüde aber ich wünschte mir echt mehr Handlung, mehr Tiefgang und vor allem mehr Abwechslung. Wo ist das die Phantasie geblieben oder das "Normale" das doch wirklich auch sehr erregend sein kann? 

Nicht das es nicht kribbelnde Szenen gibt in dieser Erotikkurzgeschichte, zum sich kurz zu verweilen, ist es wirklich unterhaltsam, aber für mich persönlich, mehr auch nicht. 

Was die beiden Protagonisten abgeht, Marianne fand ich mit der Zeit nervig. Warum? Sie weiss nicht was sie will. Sie kann nicht zu sich stehen, sie ist immer wieder hin und her gerissen steht nicht zu sich selber und ihre Neigungen. Klar, man muss bedenken das Frauen im 19. Jahrhundert zu züchtigen Beiwerk erzogen wurden. Und dennoch... Wenn man schon eine Geschichte so schreibt und zu dieser Zeit ansiedelt darf doch Frau auch dazu stehen. Sie ist echt wie eine Fahne im Wind. 

Und Willoughb, eigentlich ein Waschlappen. Unberechenbar und ohne Ruckgrad. 

Ich konnte mich mit keiner der beiden Protagonisten wirklich anfreunden. Wie gesagt, zum einmal lesen sich gut. Auch um die Phantasie anzuregen... manchmal. Aber mehr nicht. 


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Liebe Blogfreunde, ich freu mich über jeden Themenbezogenen Kommentar und hoffe auf interessanten Austausch :D