Themen-Serie
Verlage sagen adieu zu DRM

27 August 2015

Es ist noch nicht mal so lange her, da hab ich mich so aufgeregt über die Handhabung der eBooks. Die Rechtssprechung und so. Aber eins wichtiges Thema das nicht nur mich beschäftigte war, ja war, der Adobe-DRM-Kopierschutz. Egal von welchem Verlag man eBooks kaufte, man musste, um es lesen zu können, einen Account bei Adobe haben um das Buch dann auch lesen zu können. Soweit so gut, eigentlich, nur, das man dann das Buch nicht ausleihen konnte. Viele, auch ich, sahen das irgendwie nicht ein. Schliesslich kann ich Bücher auch ausleihen. Was spricht schon dagegen?

Manch einer wird wohl sagen das es um den Kopierschutz geht. Um das geistige Eigentum zu schützen. Um das das Copyright. Öhm... Das man ein eBook, ein DVD, eine CD nicht in Massen vervielfältigt und sie dann weiter verkauft oder einer grossen Masse zugänglich macht ist ja allen klar, so doch auch beim eBook. Also damit muss mir jetzt keiner kommen. 

Ich glaube auch nicht das dadurch die Verkaufszahlen wirklich drastisch zurück gehen werden. Bei mir war's bis jetzt auf alle Fälle nicht so das ich jetzt jedes eBook wem ausleihen könnte. Mein Geschmack scheint in meinem Bekanntenkreis nicht so gut anzukommen *lach* Aber sind wir doch mal ehrlich, es gibt überall schwarze Schafe, und die kann man ja auch zur Rechenschaft ziehen. 

Auf alle Fälle hat sich in den letzten Monaten hinsichtlich der DRM einiges getan... 

Der schwedische Bonnier-Konzern (Piper, Ullstein, Carlsen, …) hat Ende Juni schon umgestellt. Danach zogen Holzbrick (Knaur, Fischer, Rowohlt und KiWi,...) nach. Und nun, vor 2 Wochen entschied sich Random House nun doch ebenso, auf die harte Verschlüsselung zu verzichten. Die Begründung dafür findet man in der...

Pressemitteilung Random House


Die Verlagsgruppe Random House veröffentlicht seit mehr als 15 Jahren digitale Ausgaben der Bücher ihrer Autorinnen und Autoren. Um die Handhabung von E-Books zu vereinfachen und den Markt weiterhin dynamisch zu entwickeln, ermöglicht die Verlagsgruppe ihren Vertriebspartnern ab 1. Oktober, E-Books auch mit Soft-DRM anzubieten.
DRM hat sich als Marktstandard bei der Auslieferung von E-Book-Dateien etabliert. Bislang wurde der Zugriff mit Hilfe von „hartem“ Digital Rights Management (DRM) kontrolliert. Auch wenn diese Art des Kopierschutzes innerhalb der Plattformen einiger Anbieter gut funktioniert, gibt es auch Systeme und Situationen, die den Leser stark einschränken. Mit der Umstellung auf Soft-DRM können Leser E-Books noch einfacher auf allen Plattformen und Endgeräten lesen und ihre persönliche E-Book-Bibliothek verwalten.
Gleichzeitig wird auch durch Soft-DRM ein sinnvoller Schutz vor Missbrauch gewährleistet, da sich der Weg von E-Books mittels Markierungen wie z. B. digitalen Wasserzeichen zurückverfolgen lässt. Mit Hilfe solcher und weiterer Maßnahmen wird die Verlagsgruppe auch künftig die Werke ihrer Autorinnen und Autoren vor Missbrauch schützen und aktiv gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen.
„Wir wollen das Interesse am digitalen Lesen weiter fördern und es Lesern möglichst einfach machen, E-Books zu lesen. Der Verzicht auf hartes DRM erleichtert Lesern und Vertriebspartnern den Umgang mit E-Book-Dateien, erhöht die Kundenzufriedenheit und reduziert Komplexität. Gleichzeitig können auch Händler und Plattformen beliefert werden, die kein hartes DRM anbieten. Mit der Umstellung auf Soft-DRM schließen wir uns auch einem immer breiter werdenden Branchenkonsens an, mit dem Ziel den digitalen Markt in Deutschland kontinuierlich weiterzuentwickeln“, so Dr. Frank Sambeth, CEO der Verlagsgruppe Random House. Die Verlagsgruppe Random House ist ein Unternehmensbereich der Bertelsmann SE & Co. KGaA.
Zu den 45 Verlagen der Verlagsgruppe Random House in Deutschland zählen u.a. Blanvalet,C. Bertelsmann, DVA, Goldmann, Heyne, Luchterhand und Siedler.


Was bedeutet das nun für den Endverbraucher? 


Harte Verschlüsselung = Adobe DRM Kopierschutz
Weiche Verschlüsselung =  Sichbarer Käufername und unsichbare Wasserzeichen (über die bei unrechtmäßiger Vervielfältigung der Urheber ausfindig zu machen ist)

Währen der Bonnier-Konzern und Holzbrick schon umgestellt haben, dauert's bei Random House etwas länger. Sie werden erst auf den 1. Oktober umstellen. 

Doch nicht alle finden die Umstellung gut. Und das aus mehrfachen Gründen. Wie zum Beispiel das eBook Käufer / Leser unter einem Generalverdacht steht. Oky, kann ich nach vollziehen aber das tat er ja vorher auch schon. Warum sonst der Kopierschutz? Man geht immer vom schlechten im Menschen aus, versteh ich seitens der Verlage auch, die haben natürlich Angst das ihnen das selbe passiert wie in der Musik- und Filmindustrie. Da wuchern illegale Downloads, Tauschbörsen und Seiten wo man gratis die neusten Filme streamen kann. Ehrlich, ich verstehe das, aber ich bin der Meinung, sollte man sich normal verhalten, ein eBook kaufen, dann sollte ich doch auch das recht haben das Buch wenn ich es zum Beispiel nicht mehr will, weiter zu geben oder eben auch aus zu leihen. Das ist im normalen Rahmen. Wer die eBooks nicht vervielfältigt und veräussert, es nicht in Tauschbören verteilt und sonstiges, ist klar, wer das tut soll auch rechtlich verfolgt werden. Ich mach das weder mit Musik, noch mit Filmen. Aber da sind halt auch die Verlage gefragt, nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen zu schiessen. 

Random House hat auf alle Fälle schon mal "angekündigt" das sie aktiv gegen Urhererrechtsverletzungen vorgehen werden. Und ich denke auch andere, vor allem grosse Verlagshäuser, werden das selbe tun. Nochmal, wer sich nicht illegal verhält braucht auch keine Angst haben. Schliesslich war der DRM-Kopierschutz auch nicht 100% sicher und konnte geknackt werden. 

Wer hält noch an DRM fest?

Nun, das sind wirklich nicht mehr viele. Suhrkamp ist einer der Verlage die noch immer daran festhalten. Ob er sich das nun überlegt doch mit ziehen wird sich Zeigen. 

In der Schweiz gibts es auch immer noch viele Verlage die (noch) nicht bereit sind darauf zu verzichten.  

Zur zeit wohl der grösste Verlierer ist hier Adobe, denn hier bricht grade ein ganz schönes Umssatzstück für ihn weg. Letztes Jahr war der Konzern das erste mal auf der Buchmesse in Frankfurt und hatte hinsichtlich viele Ambitionen. Tja, die kann er sich jetzt wohl sparen. 

Aufgepasst: epub eBooks vs. Kindle Books

Hier gilt der Schutz noch immer, denn Amazon versieht alle seine eBooks mit eigenem Kopierschutz. Egal ob die Verlage nun keinen DRM mehr haben oder nicht. Das bedeutet, das bei Amazon gekauften eBooks nun einen geringeren Nutzwert haben und so Amazon unter Druck kommt. Denn rein theoretisch könnte ein Random-House-Titel welcher du zum Beispiel im Tolino-Stores, Thalia,  oder Weltbild & Co. erworbene  hast, vom ersten Oktober an problemlos und völlig legal auf einen Kindle übertragen werden, umgekehrt ist das aber nicht (legal) möglich. 

Wobei: Der Durchschnittsleser macht sich diese Gedanken eher nicht, solange er auch Kindle Books mittels Lese-Apps komfortabel auf allen seinen Geräten schmöckern kann.

Ich bin ja mal gespannt wie das hier weiter geht... Was denkt ihr zu all dem? Findet ihr es gut das die Verlage sich nun entschieden haben die harte Verschlüsselung aufzugeben? Ich würde mich über eure Meinung freuen ;)




Kommentare:

  1. Deinen Post finde ich sehr interessant, auch wenn ich selber (noch) keine EBooks lese. Das mit der nichtvorhandenen Möglichkeit EBooks zu tauschen, verleihen oder verkaufen ist ein kleiner Punkt gegen einen EBook-Reader. Denn ich möchte schließlich auch, wenn ich für etwas zahle, dass es dann auch mir gehört.

    Allerdings muss ich noch sagen, dass man ein EBook nicht erwirbt! Ich zahle zwar einen gewissen Betrag, aber der ist nur für die Nutzung. Ich erwerbe also das Recht, dieses EBook zu nutzen - es gehört aber immer noch dem Verlag. Wenn der Verlag will, kann er also ohne Probleme den Titel löschen & dann ist dieser Titel auch vom E-Reader weg (stark vereinfacht gesagt).
    Ich finde es übrigens auch doof, dass man sich extra bei Adobe anmelden muss. Ich nutze es, wie gesagt, nicht oft und vergesse mit aller Regelmäßigkeit mein Passwort, weil ich es eben an mehreren Orte nutze.

    Liebe Grüße
    Frollein Schoko

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    1. Hallo Fräulein Schoko

      Danke, freut mich das dir mein Beitrag gefällt.

      Das mit dem nicht gehören sondern mir nur ein Nutzungrecht erwebe, ist eben auch eins der Themen die mich nerven. Das wollte ich dann auch mal noch zum Thema machen. Ich seh nicht ein das ich praktisch genau so viel für ein Verlags-eBook zahlen soll wie wenn ich mir ein Taschenbuch oder Hardcover kaufe, ich das Teil aber dann nicht mal besitze!! Da wollen sie angeblich eben das digitale Medium atraktiever machen, aber so sicher nicht. eBooks müssen eindeutig günstiger werden, nicht nur weil sie mir nicht gehören.

      Huch, das mit dem PW ist mir auch schon paar mal passier. Kenn das auch, nutze die eBooks auf 3 Geräten.

      Liebe Grüsse
      Alex

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    2. Ja, das finde ich auch teilweise sehr unverschämt: fast der gleiche Preis, aber es gehört mir nicht. Ich weiß natürlich auch, dass in einem EBook viel Arbeit steckt und vielleicht bin ich da einfach blauäugig bzw. unwissend, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass EBooks eventuell etwas weniger Arbeit machen und von daher (noch) etwas günstiger sein könnten. Aber wie gesagt, vielleicht bin ich bei dem Thema wirklich unwissend und es stimmt nicht.

      Was ich gut fände wären so Pakete: Ich kaufe das Buch & bekomme gleichzeitig das EBook dazu. Dann würde ich auch einen etwas höheren Preis für beides zusammen zahlen. Natürlich sollte es auch die Möglichkeit geben, bei Bedarf nur eins von beiden kaufen zu können. Die Idee fände ich sehr gut.

      Liebe Grüße

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    3. Guten Abend Frollein Schoko,

      klar, ist der Aufwand für den Autor der selbe, aber nicht für die Verlage und die onlineshops. Meist schreibt der Autor ja das Buch eh schon am Computer und das PDF ist dann auch auch schon gespeichert, klar wird auch das noch lektoriert aber nachher ist schluss, man braucht keine Druckerrei mehr, noch muss das Buch an seinen Standort die verschiedenen Buchhandlungen gebracht werden, auch braucht es kaum platz bei der Lagerung, auch kein Papier wird gebraucht und so weiter. Also müsste das eBook merklich günstiger sein.

      Hm, das gibts manchmal, hatten wir bei uns auf Arbeit auch schon aber ehrlich, das brauche ich nun nicht. entweder lese ich das Buch oder eben das eBoook. Aber ist sicher etwas worüber man nachdenkenkönnte.

      Liebe Grüsse und einen wunderschnön Samstagabend ;)
      Alexandra

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