Tag der Organspende
Ich hab mich entschieden

19 September 2015


Ihr fragt euch jetzt sicher was das hier im Blog zu suchen hat. Tja, das ist ein Thema welches mich schon sehr früh beschäftigt hat. Ich war noch ein Teenie als ich mir einen Zettel in meinen Ausweis geklemmt habe mit 3 Sätzen.

Bitte keine Lebensverlängernden Maasnahmen ergreifen. Auch gegen den Willen von Drittpersonen. Und ich spende alle meine Organe. 

Ich war damals erst 14 oder 15, darum konnte ich noch keinen Ausweis bestellen. Und ob dieser Zettel rechtsgültig gewesen wäre, keine Ahnung. Ich dachte mir, wenigstens wüssten sie es und würden dann sicher darüber nachdenken. Mit 18 dann bestellte ich sofort meinen ersten Organspendeausweis.

Warum mir das Thema so wichtig ist? Nun, meine Mutter wurde sehr früh tot krank, gut, ihr hätte eine Organspende nichts geholfen, Hirne kann man leider nicht transplantieren, und bei meiner Oma wär's vermutlich auch nicht mehr gegangen. Darum hab ich als Kind schon früh über das Sterben und den Tod nachgedacht. Als ich damals mit 13 dann etwas von Organspenden gehört habe wusste ich sofort für mich, das ich mich dafür zu Verfügung stellen werde. Irgendwie war das für mich nie eine Diskussion wert. Auch heute kann mich keiner mit Gegenargumenten verunsichern. Klar, man liest immer wieder mal was über einen Skandal. Und? Soll mich das davon abhalten jemanden damit das Leben zu retten? Nein. Ich kann meine Organe nach meinem Tod nicht mehr gebrauchen. Jemand anderes dafür sicher. Zumal es eh viel zu wenig Spenderorgane gibt. Denn die Nachfrage ist sehr viel höher. Hier könnt ihr ein paar Zahlen und Fakten nachlesen. Wie ihr unschwer erkennen könnt, sind es bei weitem mehr Menschen die auf der Warteliste stehen, als solche die ein Organ bekommen. 

Ich weiss auch das es in gewissen Religionen nicht toleriert wird, weder zu spenden noch an zunehmen. Das kann ich akzeptieren aber die Argumente verstehe ich da nicht ganz. Aber es ist oky. Ich verurteile niemanden der sich gegen eine solche Spende ausspricht, egal aus welchem Grund auch immer. Ich find es einfach wichtig das man sich darüber Gedanken macht. Heisst, sich bewusst damit auseinder setzt und sich dann bewusst gegen oder dafür ausspricht und man sich so eine Karte holt. Warum? Weil man entweder so schnell Leben retten kann, oder andersfalls es den Angehörigen und Ärzten einfacher macht. Wollt ihr denn das eure Angehörigen entscheiden? Gut, vielleicht wissen sie ja was ihr wollt, aber auch dann weiss man nie ob sie dann wirklich, in diesem, von Stress, Trauer und Angst besetzten Moment wirklich so entscheiden wie du es willst? Egal ob du jetzt für oder dagegen bist. ich möchte das nicht, auch meine Familienangehörigen wissen das ich weder Lebensverlägernde Maasnamen will, das ich alle Organe, Gewebe und Zellen spende, die man von mir gebrauchen kann. Doch können sie loslassen? Würden sie dann nicht doch alles versuchen um mich bei sich zu behalten? Ne, die Entscheidung nehme ich ihnen so ab. 

So eine Spendenkarte ist nicht nur dafür da sich als Spender auszuweisen sondern da kannst du gegebenfalls auch angeben welche Organe du spenden willst oder ob du gar kein Spender bist, oder eine Vertrauensperson für dich entscheiden soll, weil du gegebenenfalls nicht mehr selber entscheiden kannst. 

Also, egal wie du darüber denkst, mach dir wirklich mal Gedanken, hol dir Infos und entscheide dich bewusst. Denn, es ist wirklich wichtig! Denn ... 

Organspende rettet Leben!! 

Bei uns in der Schweiz gibt's seit 2007 das Transplantationsgesetz. Dies bietet einen einheitlichen Rahmen für die Trasplantationsmedizin. Heisst es ist unter anderem geregelt das jede Spende freiwilliger Natur ist und finanzielle nicht entschädigt wird. Dazu ist geregelt welche Person auf die Transplantationswarteliste welche Organ zugesprochen wird. 

Egal wie alt du bist, Organe, Gewebe und Zellen können bis ins hohe Alter gespendet und widerverwendet werden. Vorausgesetzt das Organ ect. ist gesund.

Hier ein paar Links für die Schweizer unter uns

 

Link für euch Deutschen


Links für meine österreichischen Besucher 



Wer sich ausführlich damit befassen möchte, der kann sich über die Literatur schlau machen, da gibt es einige Bücher zum Thema Organspende.

Aber es gibt auch tolle Romane die sich mit dem Thema befassen. Eines habe ich erst vor kurzem fertig gelesen. Mein Leben für Deins, war wirklich ein toller Roman. Oder folgende Bücher könnten euch auch noch interessieren:

David Wagner: Leben
W. Erhard Kucher: Andante gegen den Wind

Informationsbroschüre.
Informationsbroschüre.


Kommentare:

  1. Ich habe auch seit meinem 18 Lebensjahr einen Organspender-Ausweis in der Tasche - gleich neben dem Zettel mit der "Ich habe Tiere, die im Notfall versorgt werden müssten"-Information, das sind die beiden Informationen, die mir in einem Notfall am Wichtigsten sind.

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    1. Guten Tag Winterkatze

      Diese Ergänzung würde gegebenenfalls bei mir auch noch dazu kommen, sollte ich dann alleine sein und noch Tiere haben. Schön das du auch an deine Tiere denkst ;)

      Liebe Grüsse
      Alex

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    2. Da mein Mann und ich häufig gemeinsam im Auto unterwegs sind und so theoretisch uns beiden gleichzeitig etwas passieren könnte, habe ich den Zettel vorsichtshalber dabei.

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  2. Hallo Alex,
    Laut http://www.meinetransplantation.at/organspender/ bin ich als Österreicher bereits Organspender und ich bin stolz darauf!! Und an alle die sich selbst einen Organspende-Ausweis besorgt haben, super Sache!!! Ich persönlich finde es sehr wichtig Organspender zu sein

    MfG,
    Thomas aus Wien

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