Wunderlich fährt nach Norden
Aber ohne mich

27 September 2015



Ich hab mir ja schon lange überlegt warum man nicht auch abgebrochene Bücher besprechen soll. Nun, da gab es viele Gründe die mich bis jetzt etwas zögern liessen, es gibt Autoren die bei einem Rexiex. Partu nicht wollen das man negativ berichtet, genau so wie es Verlage nicht gerne sehen und einen bitten davon Abstand zu nehmen. Wer möchte denn schon schlechte Bewertungen haben. Da fühl ich mich einfach nicht wohl dabei, denn ich find nichts schlimmes dran auch mal ein Buch zu besprechen das einem gar nicht gefallen hat, so gar so sehr das man es nicht mal ausliest.  

Ich hab mich über dieses Thema mit Anna Thur unterhalten und wir sind der selben Meinung, das Leser auch das recht haben auf negative Meinungen. Schliesslich möchte ich nicht nur hören wenn ein Buch gut ist, ehrlich, mich wundert es und ich hab da meist bedenken wenn man nur 4 oder 5 Sterne Rezensionen von einem Buch vorgesetzt bekommt. Denn ich find das höchst unrealistisch. Vor allem in Zeiten wo man weiss das man Rezensionen, also 5 Sterne Rezensionen auch kaufen kann. Darum haben wir beide uns überlegt welche Fragen wir zu so einem Buch beantworten sollen. Schliesslich soll es in dem Sinne keine herkömmliche Rezension sein, da wir ja das Buch gar nicht ausgelesen haben. Also wird dies jetzt mein erster Beitrag zu einem abgebrochenen Buch ;) Und wer mir sein Rezensionsex. zuschickt, der muss halt vielleicht in zukunft damit rechnen das sein Buch auch mal hier landet. Wenn dies denjenigen nicht genehm ist, dann danke, behalten sie ihr Leseexemplar.



Wunderlich fährt nach Norden | Marion Brasch
Erschienen: Juli 2014 | Fischer Verlag
978-3100013682
€19.99 

Das Buch hab ich letztes Jahr von der Arbeit mit genommen. Es war eins der Leseex. die unsere Buchhandlung zugeschickt bekommen hat. Mir stach das Cover einfach gleich ins Auge und als ich den Klappentext gelesen hatte, dachte ich das es wirklich gut klingt, das die Geschichte sicher witzig wird, darum hab ich es dann halt mit genommen.

Doch nach 1/3 des Buches hab ich abgebrochen. Und ehrlich, ich musste mich durch die 100 Seiten kämpfen, zwar kam ich schnell in die Geschichte rein und auf den ersten 20 Seiten dachte ich noch; Hey, das klingt wirklich speziell, bin ja mal gespannt, doch leider war's vielleicht zu speziell? Keine Ahnung. Ich dachte schon bei 50 Seiten, wenn das so weiter geht leg ich das Buch weg. Und ja, 100 Seiten sind mehr als genug.

Und ehrlich, ich kann mich noch so anstrengen, ich finde in den 100 Seiten nichts das mir gefallen hätte. Autsch, ja das tut weh aber ist so. Man erkennt weder den Plot wirklich, noch konnte mich der Schreibstil überzeugen. Und schon gar nicht die Protagonisten, dazu hätte ich vielleicht weiter lesen müssen.

Dafür kann ich sagen was mich wirklich genervt hat. Der Schreibstil. Er ist einfach, irgendwie ohne ersichtliches Ziel. Manchmal kam mir das Buch vor als wär's ein Drehbuch, alles ist auf Papier gebracht, des noch so unwichtige Detail. Ich finde das nimmt die Spannung und wird langweilig. Mir ging's auf alle Fälle so. Auch Wunderlich ist wirklich wunderlich. Träge, unfähig sich für etwas zu entscheiden, wir würden so jemanden wohl ein Phlegma nennen. Er lässt sich von einem anonymen SMS-Schreiber bequatschen, der alles zu wissen scheint, über alles und jeden und dazu Wunderlichs Gedanken lesen kann. Hm... eigenartig wirklich. Da fragt man sich doch, wer ist das? Oder hat Wunderlich nen Knall?

Auch was die Personen angeht, nun, viele sind bis zur Seite 100 leider nicht aufgetaucht, ausser Wunderlich sind grade mal 3 Personen vorgekommen, das kleine süsse Mädchen mit ihrem Opa, das war aber wirklich sehr kurz, dann einen gebrochenen Finke, ein Mann, der seinen Frust und seine Vergangenheit in Alkohol ertränkt und eine junge Rotzgöre. Sympathisch waren mit die alle nicht.

Und nein, ich werde dem Buch sicher keine 2. Chance geben, es ist einfach nichts für mich. Und ob ich der Autorin noch mal ne Chance gebe? Das kann ich nicht sagen, wahrscheinlich eher nicht. Und sollte ich mich doch dazu überwinden, dann sicher nicht ohne in das Buch rein gelesen zu haben.

So, das war mein erster Beitrag zu Bücher die ich abgebrochen habe. Ich hoffe es wirden nicht sehr viel mehr werden aber es hat dennoch spass gemacht und ich hoffe es war auch spannend für euch ;)



Kommentare:

  1. Sali Alex,

    ganz ehrlich, wenn ich lese, dass es nur so wenige Personen bis Seite 100 gibt, reicht es mir schon fast. Und ein phlegmatischer Prota ist auch nicht unbedingt das, was ich in einem Buch liebe. Sehr schöne Abgebrochen-Rezi, bei der man, glaube ich, trotzdem ganz gut das Buch einsortieren kann. Mich erinnert es an Knausgard und die, die ihn mögen, werden vielleicht auch dieses Buch gut finden.
    Marion Brasch als Autorin wäre ohnehin aber nicht meine erste Wahl gewesen. Sie ist hier in einem Berliner Radiosender häufiger zu hören, sie klingt schon sehr sympathisch. Aber eher nach einer Art Literatur, die nicht ganz so meine ist ...

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Gugten Morgen Anna,

      ne, das wär mir noch egal, denn im Buch "Ein Mann namens Ove" wars auch speziell. Das Buch hat mich damals aber auch nicht so vom Hocker gerissen obwohl es so gelubt wurde, frag mich heute noch was manch einer so gut daran findet. Bekam aber dennoch 3 Punkte. Und ich mag eigentlich schrullige Charaktere aber der Wunderlich, und die Geschichte... Es war einfach alles zusammen das absolut nicht gepasst hat.

      Ich kannte die Autorin ja noch nicht. Jetzt weiss ich was mich in etwa erwartet, nehm ich mal an, das erste Buch kenn ich auch nicht. Macht mich jetzt aber eben auch nicht neugierig.

      Danke, freut mich das dir meine Abgebrochen-Rezi gefällt ;)

      Liebe Grüsse
      Alexandra und einen guten Wochenstart!

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  2. Hallo Alexandra!

    Du sprichst da etwas an, über das sich wohl viele Gedanken machen: Negative Rezensionen? Darf man das? Ich persönlich finde, ja, das darf man! Ich finde es wichtig, dass man auch ehrlich sagt, wenn einem etwas NICHT gefallen hat. Natürlich sachlich, begründet und mit Niveau. Es kann einem eben nicht alles gefallen und als LiteraturbloggerIn fühle ich mich auch verpflichtet, ehrlich zu berichten. Authentizität und Ehrlichkeit sind da meiner Meinung nach wirklich das Um und Auf. Und Geschmäcker sind ja (zum Glück!) verschieden: Was mir nicht gefällt, kann ein anderer bezaubernd finden! :))

    Liebe Grüße!
    Nana

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    1. Guten Morgen Nana,

      Ich seh das so, ich rezensiere Bücher auch die nur 1 oder 2 Sterne (Leseeulen) von mir bekommen. Da bin ich knall hart. Schliesslich kann mir ja nicht jedes Buch ausserordentlich gut gefallen. Aber, bis jetzt hab ich von den Abgebrochenen Büchrn eben abstand genommen. Warum? Wie ich oben schon gesagt habe finden es manche Autoren oder auch Verlage nicht so prikelnd wenn man dadrüber schreibt. Doch finde ich, das auch diese Bücher das recht haben besprochen zu werden. Solange ich doch begründe warum ich es abgebrochen habe und ehrlich, wegen meinem Beitrag werden die Verkaufszahlen dann wohl nicht einbrechen, sowenig wie sie in die Höhe schnellen wenn mir ein Buch sher gefallen hat.

      Also ja, ich werde jetzt auch Reziex besprechen wenn ich sie abbreche. Ich werde das auch noch so irgendwo vermerken, und wenn ein verlag damit nicht umgehen kann oder ein Autor, dann braucht er mir sicher keine Bücher mehr schicken.

      Und genau so seh ich das auch! Geschmecker sind so vielfälltig. Wie oft hat mir ein Buch nicht gefallen obwohl es so hoch gelobt wurde oder umgekehrt, da war ich droh es doch gelesen zu haben ;) obwohl man das Buch total negativ bewertet hat.

      Liebe Grüsse und danke für deine Gedanken
      Alex

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