Ich bin so hübsch
Hazel Brugger

05 Juni 2016



Folgendes Buch wurde mir vom Verlag Kein & Aber zur Verfügung gestellt. Ehrlich, ich kannte den Verlag noch gar nicht, klar hatte ich auch schon Bücher gesehen aber ich hab weder ein Buch von denen gelesen noch wusste ich das er in Zürich sesshaft ist. Ich hab mich, als ich das rausgefunden habe, dann doch etwas geschämt (◍•﹏•) Aber als mir dann das Buch hier vorgestellt wurde, wusste ich, das muss ich haben. Allerdings wusste ich nicht worauf ich mich einlasse, denn ich kannte weder Hazel Brugger noch was für eine Art Comidian sie ist. Jetzt weiss ich es...


Format: Taschenbuch | 175 Seiten | Erschienen: 26. April 2016 | Verlag: Kein & Aber 
 Genre: Humor  

ISBN: 978-3-0369-5936-8 | Preis: € 10.00 [D], € 10.30 [A] sFr. 12.90 [CH] 

Zum Inhalt 

In dem kleinen Büchlein geht Hazel Brugger auf die diverse Themen des Lebens ein. Egal welches Thema sie da aufgreift, dicke Haustiere, die Emanzipation, Babys, über Veganer oder auch das Schämen. Sie hält uns immer wieder den Spiegel vor, in schöne, witzig und spitze Worte gepackt, oder auch getarnt in diversen Metaphern... 

Der Anfang... 

Ich bin kein guter Mensch. Ich kaufe im März Erdbeeren aus Spanien, weil ich Lust darauf habe. Und wenn sie dann nicht schmecken, denke ich: "Mann, hey, wie schwierig ist es denn, Erdbeeren so hinzubekommen, dass sie schmecken, verspackte spanische Gewächshauspacken." 

Meine Gedanken zum Buch

Mir gefällt das Cover so gut. Der Titel ist selbstsicher doch das Foto natürlich gar nicht (•‿•) Denn wer versteckt sich schon unter einer Papiertüte und stellt sich so trotzig hin wenn er sich eigendlich als "so hübsch" empfindet? Genau, keiner... Aber es wäre ja nicht Hazel. Sie trotzt, sie geht auf Konfrontation.

Was ihren Schreibstil angeht, den fand ich einfach fantastisch. Sie kleidet all die gesellschaftskritischen Gedanken in so hübsche, witzig Worte, bildet Sätze die einem ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern, und doch, wer tiefer in den Spiegel schaut, dem kommt es manchmal vor als würde sie mit Honigbrot und Peitsche vor uns stehen. Macht einen auf Verständnis, um Vertrauen zu gewinnen und dann, zack... Erwischt!  

Was ist denn so anders an ihr, werdet ihr euch fragen. Es ist ihr denken. Es ist das aussprechen von Dingen die manche nie laut sagen würden, geschweige es wagen würden nur mal drüber nachzudenken. Mit viel Humor legt sie den Finger auf die Wunden unserer Gesellschaft, und drückt auch mal etwas mehr drin rum, grübelt manchmal auch schon mit vollem Enthusiasmus in dieser. Egal welches Thema sie da anspricht, sie hält einem gnadenlos den Spiegel vor, in dem einen können wir uns sicher entdecken, auch wenn's weh tut oder anstrengend ist, in anderen vielleicht nicht, aber das macht nichts, denn die Gedanken zu den Themen sind wirklich hoch aktuell. Man muss sich nur Zeit nehmen auch mal über das geschriebene Wort nach zu denken. Offen sein für das weiter spinnen, oder zumindest bereit sein, verschiedene Möglichkeiten in betracht zu ziehen. Sonst könnte das Buch wirklich eine langweilige Sache werden. 

Ich selber bin ein Mensch der sehr gerne viel und ausgiebig über alles philosophieren kann. Vor allem über Themen die der Gesellschaft unangenehm sind, oder solche wo ich eine ganz andere Ansicht habe, nur um zu sehen was passiert wenn ich diese Gedanken weiter spinne. Und darum mag ich Hazels Humor so. Sie zeigt uns den Spiegel vor, reizt uns zu Gedankengänge ohne sich selber überhaben darzustellen. Wir sind alle nur Menschen, mit Ecken und Kanten, mit Masken, mal zarte, mal harte. Sie versucht diese zu entfernen das wir in den Spiegel schauen, zu erkennen wo es hapert, wir uns vielleicht selber belügen, was wir schön reden... 

Ich kann mir gut vorstellen das nicht alle begeistert von ihr sind. Gesellschaftskritischer Humor ist halt anstrengend und man muss doch wenigstens wissen was um einen herum so passiert. Dann kann man dem ganzen auch folgen. Und es muss ja auch nicht immer zum lachen komisch sein. Den Spiegel vorgehalten zu bekommen ist auch nicht immer witzig, schön und angenehm, im Gegenteil... Es ist schmerzhaft, traurig und beschämend, und manchmal peinlich. 

Mein absolutes Lieblingsthema war "Scham im Holozän"
So was geniales. Hier stellt die liebe Hazel Brugger uns über zweieinhalb Seiten lang aus. Und wer das nicht nur so runter rattert sondern sich Zeit nimmt sich darüber Gedanken zu machen, der kommt ganz schön ins rotieren. Also bitte nicht aufhören weiter zu spinnen!! 

Oder auch "Onliy the Breast"
Hier geht es um Mutter- und Kuhmilch. Einfach herrlich zu lesen. Es gibt einen Onlinehandel für Muttermilch! Alles ist wichtig, alles rund um die Milch aber den Menschen/Kuh dahinter, darüber macht man sich dann keine Gedanken!

Und so weiter...

Einen kleinen Ausschnitt aus "Scham im Holozän"

Haben sie sich heute schon geschämt? - Schämen sie sich mehr für sich selbst oder für andere? - Können Sie sich noch daran erinnern, als Sie sich zum allererstem Mal geschämt haben? War des bevor oder nachdem Sie sich zum ersten Mal stolz gefühlt haben? - Schämen sie sich manchmal für Dinge, die noch gar nicht passiert sind? Hilft ihnen das, in der Zukunft peinliche Situationen zu vermeiden? - Wie würden Sie Scham, Pein und Verlegenheit unterscheiden? - 

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. Schaut einfach mal in den Spiegel, amüsiert euch dabei, lasst euch erwischen und denkt einfach mal über den Tellerand weiter, und lasst einfach mal Gedanken zu die ihr vielleicht sonst nie denken würdet, es hört euch ja keiner ;)

♥︎♥︎♥︎♥︎♥︎





Kommentare:

  1. Hallo Alex!

    ich kenne das Buch noch nicht, aber deine Rezension hört sich echt gut an. Ich glaube ich werde es mir mal zulegen :) Das Cover ist übrigens mega!

    Auf meinem Blog gibt es ein Gewinnspiel zum ersten Bloggeburtstag, falls du Lust hast, kannst du mal vorbei schauen... ich würde mich freuen!

    Liebe Grüße
    Riri

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    1. Hallo Riri,

      Gell, das Cover ist echt kammer *gg* Und ich bin gespannt ob du es dir wirklich holst und wenn ja, was du dann sagen wirst dazu. Ich weiss das es nicht jedermanns/frau Sache ist. Aber das sind ja Bücher eh. Geschmäcker sind verschieden und das ist auch gut so.

      OH, da schau ich doch nachher sicher vorbei, was ich ja eh tu, auch ohne Gewinnspiel *gg*

      Liebe Grüsse
      Alexandra

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