Alles so leicht
Meg Haston

16 Dezember 2016



So, ich noch mal 😜

Wie  angedroht gibt's heute noch eine Rezi von mir. Ich hab das Buch schon fertig gelesen. 🙈 Das ging jetzt echt viel schneller als erwartet, denn ich hab kein Buch mehr auf meiner WTR-Liste liegen. Ich dachte vor lauter Stress schaff ich es nicht und ich war Anfang Monat froh wenn ich die beiden Bücher fertig bekomme bevor das Jahr zu Ende geht. Tja, wie sagt man so schön, alles kommt anders als man denkt 😊

Das folgende Buch lag jetzt gut ein Jahr auf meinem SuB und ich fand es echt an der Zeit es endlich davon zu befreien. Und es hat sich wirklich gelohnt!


Format: Hardcover | Seite: 320 | Erschienen: 13.07.2015 | Verlag: Thienemann
 Genre: Drama | Alter ab: 13
ISBN: 978-3-522-20215-2 | Preis: € 19.99 / € 20.60 [D/A] sFr. 29.90 [CH]


Zur Geschichte

Hallo, mein Name ist Stevie und ich habe einen Plan. Ich hungere mich zu Tode. Denn ich bin Schuld am Tod meines Bruders, ich hab ihn umgebracht darum verdiene ich es nicht zu leben. Ja, das ist mein Plan, auch wenn es mein Vater zu verhindern sucht in dem er mich in ein Therapiezentrum steckt. Ich werde schon eine Lösung finden um mein Vorhaben umzusetzen... 

Der Anfang...

Noch siebenundzwanzig Tage bis zur Freiheit, und ich bin gefangen in einem Blechkasten mit grau bezogenen Sitzen und den künstlichen Pina-colada-Gestank eines Wunderbaumes, der am. Rückspiegel baumelt. 
Josh - Verzeihung! Joshua - würde mich vermutlich ein hysterisches Huhn nennen. Manchmal stelle ich mir vor, wie er solche Dinge sagt. Es ist nicht so, dass ich seine Stimme höre oder er mir im Traum erscheint oder irgend so ein Quatsch. Aber wenn ich ganz still bin, kann ich beinahe - nur beinahe - die Worte verstehen.

Meine Gedanken zum Buch

Ich wurde auf das Buch aufmerksam weil es bei uns auf der Arbeit als Leseex. bei den Jugendbüchern stand. Einfach weil mir das Cover gleich ins Gesicht sprang. Ich mag solche Buchumschläge die so minimalistisch sind. Die Deutsche Ausgabe des Cover gefällt mir ein kleinen ticken besser, auch wenn es nur minimal vom Original abweicht. Der Titel ist dafür ganz anders. "Alles so leicht" Gefällt mir dieses mal bei weitem besser, irgendwie. Den "Paperweight" kann ich so gar nicht mit der Geschichte in Zusammenhang bringen. Wirklich. Als ich den gelesen habe sah ich so aus 😦 Also, ich bin mal mit der deutschen Ausgabe mehr als rund um zufrieden 👍

Was den Schreibstil von Meg Haston angeht, er ist direkt, ehrlich und authentisch. Obwohl es ein Jugendroman ab 13 ist, verzichtet sie auf das geschnörkelt und bringt die harte Realität aufs Papier, aber ohne Effekthascherei und ohne die Klischees zu bedienen. Klar, Liebe fehlt nicht, denn bei diesem komplexen Thematik - Bulimie - hat dieses Wort und dieses grosse Gefühl, eine wichtigen Stellenwert, natürlich nicht nur. ich mag ihren Schreibstil sehr denn sie schreibt auch sehr poetisch. 

In dieser Geschichte geht es um Stevie, sie ist ein ganz normales Mädchen mit einem normalen Leben. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem älteren Bruder zusammen und ist soweit glücklich. Bis zu dem Tag, als die Mutter verschwindet. Die Mutter alles zurück lässt um nach Paris zu gehen und das ohne Vorankündigung. Von diesem Zeitpunkt gerät das Leben von Stephanie aus der Bahn und nimmt einen selbstzerstörerische Abzweigung. Am Anfang merkte es niemand, nicht mal sie selber, doch irgendwann wird es offensichtlich. Aber das ist noch nicht der tiefste Punk in ihr Leben. Der kommt als ihr Bruder bei dem Autounfall stirbt und sie überlebte. Da drehte sich die Spirale schneller und schneller, und zieht sie immer weiter nach unten, und genau da beginnt sie ihren Plan zu schmieden, in genau einem Jahr nicht mehr hier zu sein. Denn sie hat es nicht verdient zu leben, sie hat ihren Bruder getötet und das Wissen frisst sie innerlich auf und darum beschliesst sie sich zu hungern, bis ihr Körper es nicht mehr mit macht... 

Meg Heston hat mit dieser Geschichte eine wirklich schwierige Thematik gewählt, doch lag sie nahe, denn auch sie ist eine Überlebende. Den Kampf um die Essstörung hat sie selber bestritten und konnte daher so ein ehrlichen und authentischen Roman schreiben. Denn Essstörungen treten sehr häufig auf und das schon sehr früh. 

Stevie ist ein wirklich sehr starkes Mädchen, auch wenn dieser Wille in negative Bahnen gelenkt wird und sie sich selber alles andere als stark empfindet. Auch wenn der Wille stark ist und sie den Körper voll unter Kontrolle hat, so ist sie doch seelisch so schwach, das sie keinen Ausweg mehr sieht als zu sterben. Ihr Vater greift ein als zu Hause zusammen bricht und bringt sie in ein Therapiezentrum wo sie 60 Tage bleiben soll um gesund zu werden. Doch Stevie sieht das gar nicht ein und überlegt sich wie sie den Plan, in 27 Tagen, am ersten Todestag des Bruders, ihrem eigenen Leben ein Ende bereiten kann. Sie merkt schnell das es alles andere als einfach werden wird... aber nicht nur aus dem Grund weil sie ständig überwacht werden sondern noch aus ganz anderen Gründen... 

Diese Geschichte zeigt uns was es bedeutet an einer Essstörung zu leiden, welche Gründe es für den Auslöser geben kann und was es bedeutet in einer Intensiven Therapie zu sein um sich dieser Störung zu stellen. Der Einblick ist klein und sehr vereinfacht aber es reicht sicher aus um zu merken das es eben nicht einfach nur eine Spielerei, ein Spleen ist oder Hipp! Es ist eine wirklich gefährliche Sache, manchmal leider auch mit tödlichem Ausgang! 

Mein Schlussfazit

Noch mal ein Buch-Highlight für dieses Jahr. Das Buch ist spannend aber mit Tiefgang. Ich kann es wirklich jedem empfehlen. Es zeigt uns eben das manche Ereignisse sehr unterschiedliche Auswirkungen haben und wahrgenommen werden. Während bei den einen ein Todesfall einfach ein sehr trauriges Ereignis ist, erschüttert es bei anderen die ganze Seele und die Welt, so das sie total aus dem Gleichgewicht und in eine sehr gefährliche Spirale geraten, aus der sie sich nicht mehr selber befreien können. Natürlich gibt es alles dazwischen ebenso... Kein Mensch ist gleich, und keiner weiss wirklich wie er auf solch erschütternde Ereignisse reagieren wird, auch wenn sie schon mal passiert sind und man wieder heil daraus hervor gegangen ist...





Kommentare:

  1. Danke für die Rezension. So wie Du am Anfang über Bücher sprichst, könnte man den Eindruck bekommen, das Lesen sei eine Last und nicht Entspannung. Ich finde: Wenn mich ein Buch nicht fesselt, dann lege ich es einfach für ein Neues weg. Macht doch nichts, nicht zuende zulesen. Oder?

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    1. Hallo Mageia,

      na ja, für mich ist es schon mit mehr Aufwand verbunden zu lesen, aber es ist in dem Sinne keine Last. Und entspannen kann ich mich auch dabei, meistens ;) Ich lese wirklich fürs Leben gerne, nur ist dieser Monat sehr stressig, denn im Verkauf gehts grade sehr stressig zu, und da hab ich meist keinen Kopf mehr zum lesen.

      Ich breche Bücher auch inzwischen ab wenn sie absolut nicht mein Ding sind, aber das trifft ja bei diesem nicht zu! Das war wirklich fantastisch und eins der Highlight dieses Jahr.

      Liebe Grüsse
      Alexandra

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